Stuhrer Wolf Unermüdlich ehrenamtlich kreativ

Mit vielen Ideen und kreativen Angeboten hat Heidemarie Siedekum das Mehr-Generationen-Haus in Brinkum entscheidend geprägt. Für ihr Engagement ist die 58-Jährige mit dem Stuhrer Wolf ausgezeichnet worden.
16.08.2022, 11:31
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Unermüdlich ehrenamtlich kreativ
Von Claudia Ihmels

Stuhr-Brinkum. Heidemarie Siedekum ist kreativ. Sie bastelt, näht, filzt und dekoriert gerne – und sie begeistert andere für ihre Ideen und zum Mitmachen. Zudem ist sie an anderer Stelle vielfältig ehrenamtlich engagiert, vor allem im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus (MGH). Für ihr Engagement ist die 58-Jährige kürzlich mit dem Stuhrer Wolf ausgezeichnet worden. Auf den Preis ist sie stolz und betont: "Ich freue mich einfach, wenn ich helfen kann." Dazu tue ihr die ehrenamtliche Arbeit auch selbst gut. "Ich gehe immer mit einem guten Gefühl nach Hause", sagt sie.

Als während des Stuhrer Frühlingsempfangs Klaus Torns vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) als Laudator die Bühne betrat und über die nächste Auszeichnung zu sprechen begann, beschlich Heidemarie Siedekum eine Ahnung. "Ich dachte, das könnte passen. Ich war auch schon einmal nominiert", erzählt sie. Gefreut habe sie sich nicht nur über die Auszeichnung, sondern auch über die Reaktion einiger Weggefährten im Abschluss. "Das wurde auch Zeit", hätten sie ihr beim Gratulieren gesagt. Bei aller Freude über den Stuhrer Wolf und die Anerkennung ihres Engagements steht bei Siedekum die ehrenamtliche Arbeit im Mittelpunkt, mehr noch: Sie ist seit vielen Jahren selbstverständlich Teil ihres Lebens.

Viele Dinge ergaben sich dabei über ihre Kinder. Die Familie lebte zunächst in der Bremer Neustadt, wo Heidemarie Siedekum über den Kirchenkreis eine Spielkreisgruppe und später Ferienfreizeiten organisierte. 2001 zog die Familie nach Brinkum. "Hier war alles neu, also muss man selbst tätig werden, um Leute kennenzulernen", sagt Siedekum, die sich zur Elternvertreterin wählen ließ und Kontakte knüpfen konnte. So lange ihre beiden Kinder zur Schule gingen, engagierte sie sich in verschiedenen Elterngremien. 

Als 2005 die ersten Aktivitäten im MGH Fahrt aufnahmen, zog das schnell die Aufmerksamkeit von Heidemarie Siedekum auf sich. "Ich fand es spannend, hier etwas aufzubauen." Im Rahmen des Ferienspaßes bastelte sie Specksteine mit Kindern. Sie ist gerne selbst mit den Händen aktiv und kommt dabei ins Gespräch. Einige Jahre gehörte sie dem ehrenamtlichen Vorstand der Bürgerstiftung, der Trägerin des MGH an, sagt aber selbst, dass ihr diese Arbeit auf Dauer "zu trocken" war. Dennoch unterstützte die gelernte Einzelhandelskauffrau anfangs, als das MGH noch zu Pro Dem gehörte, das dortige Büro.

Nach dem Trägerwechsel wurde Daniela Gräf 2009 Leiterin des MGH, bei der Einarbeitung war ihr Siedekum ehrenamtlich behilflich. "Unermüdlich" und mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten sei die 58-Jährige von Beginn an für das MGH tätig, schreibt Gräf über Siedekum. Die MGH-Leiterin hat sie für die Ehrung mit dem Stuhrer Wolf vorgeschlagen und dabei zusammengetragen, was Siedekum im Laufe der Jahre alles für das MGH geleistet hat. 

Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen gründete die Brinkumerin 2014 zum Beispiel das Nähcafé, das sich seitdem wöchentlich zum gemeinsamen Handarbeiten trifft. Dabei entstehen Babydecken für das Café Kinderwagen, Nesteldecken für Demenzkranke, Stofftaschen und Puppenkleidung. Die Erlöse spendet die Gruppe für Veranstaltungen im MGH. Daneben kümmert sich Heidemarie Siedekum um die Schaufenster-Dekorationen im MGH und unterstützt die Rentenversichertenberaterin, die einmal wöchentlich Sprechstunden anbietet. "Ich bin dann quasi ihre Vorzimmerdame, stelle den Besuchern unser Haus vor. Das ist eine Win-Win-Situation, weil viele schon überlegen, was sie in der Rente tun können", sagt Siedekum. In Notfällen hilft sie außerdem in der MGH-Küche und vertritt das MGH auf Messen. "Auf der Stuhrer 850-Jahr-Feier werden wir einen Stand haben", kündigt sie an.

Stets ist die neue Stuhrer Wölfin Ideengeberin für neue Projekte, ergänzt Daniela Gräf. "Das Reparatur-Café, eines der erfolgreichsten Angebote im Haus, ist auf ihr Betreiben hin entstanden." Heidemarie Siedekum hatte etwas Ähnliches im Fernsehen gesehen und es kurzerhand vorgeschlagen. Als sich 2013 der Hospizverein formierte, unterstützte ihn Siedekum als Gründungsmitglied. Besonders am Herzen liegen ihr kreative Angebote für Kinder. Sie rief Projekte wie das Pailletten-Eier-Basteln an Ostern und diverse Nähangebote ins Leben. Die Kenntnisse dafür hat sie sich autodidaktisch und durch Kurse beigebracht. 

Das Engagement von Heidemarie Siedekum beschränkt sich nicht nur auf das MGH. Sie bietet seit vielen Jahren ehrenamtlich eine Malgruppe bei der Kunstschule Stuhr an, für die sie zudem als Dozentin tätig ist. Dazu ist sie seit 2017 Wahlhelferin und war für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) tätig. "Wenn Not am Mann ist, kann mich das DRK immer noch anrufen."

Entscheidend für Siedekum ist, dass sie sich selbst als Ehrenamtliche wohlfühlt. Das sei im MGH besonders der Fall. "Das ist eine ganz tolle Einrichtung und Daniela Gräf lässt mir immer Freiraum für neue Ideen", sagt sie und betont, dass ihr die ehrenamtliche Arbeit eine "unheimliche Befriedigung" beschere. "Es ist abwechselnd und tut mir körperlich und seelisch gut." Sie hofft, sich noch lange weiter engagieren zu können. Gerade beim Ehrenamt sei wichtig: "Man muss auch mal nein sagen können."

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