Fußball

Aufsteiger mit Ansprüchen

Die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst geht die Bezirksliga-Rückkehr sehr selbstbewusst an. Der Aufsteiger hat sich klug verstärkt.
02.09.2020, 14:17
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup
Aufsteiger mit Ansprüchen

Iman Bi-Ria gibt an der Seckenhauser Seitenlinie die Richtung vor. Sein Team wird nur schwer zu schlagen sein, glaubt er.

Michael Galian

Seckenhausen. Die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst ist nach nur einem Jahr zurück in der Bezirksliga – und passt sehr gut in die aufgemöbelte Spielklasse, die viele Coaches für so stark halten wie lange nicht. Denn auch der Wieder-Siebtligist hat im Sommer aufgerüstet und dabei durchaus für Aufsehen gesorgt: Nico Kiesewetter (zuletzt TSV Etelsen) und Marcel Dörgeloh (Brinkumer SV) sind zurück bei der TSG, die ihre Offensive darüber hinaus mit Sidarta Howard Barbosa Ferreira (TuS Komet Arsten) verstärkt hat. Doch reduzieren auf den Angriff sollte man seine Elf nicht, findet Trainer Iman Bi-Ria. Denn die TSG habe mehr zu bieten.

Trotzdem blickt die Konkurrenz natürlich auf die prominentesten Neuen im Sturm. So mancher Trainer hat die TSG, bei der Sercan Durmaz nach einer kleinen Pause wieder angreifen will, sogar zum Geheimfavoriten auserkoren. Dem widerspricht Bi-Ria deutlich: „Das sehe ich überhaupt nicht so. Wir sind von der Breite noch nicht so aufgestellt, dass wir mit Heiligenfelde oder Sudweyhe mithalten können. Auch Stuhr ist mit seinem Team schon jahrelang zusammen.“

Ein Grund, kleine Brötchen zu backen, ist das freilich nicht. Denn in die Bezirksliga startet die TSG durchaus selbstbewusst: „Die Liga darf sich auf uns freuen. Wenn alle fit sind, wird es schwer, uns zu schlagen“, bekräftigt der 36-jährige Trainer. Diese Worte zeigen: Ein normaler Aufsteiger ist Seckenhausen sicher nicht, kein Team, das sich am Ende der Bezirksliga-Nahrungskette sieht, wie es bei Aufsteigern oft der Fall ist. Aber der reine Kampf um den Klassenerhalt dürfte dem Rückkehrer nicht bevorstehen. „Wir wollen uns in den nächsten Jahren etablieren“, nennt Bi-Ria das langfristige Ziel.

Insgesamt 13 Neuzugänge

Die Grundlagen dafür sind laut Bi-Rai gelegt. André Schmitz, mittlerweile nicht mehr Trainer, sondern Sportlicher Leiter, hat bei seiner Amtsübernahme Anfang des Jahres 2019 damit begonnen, die TSG umzukrempeln. Der neue Mann an der Seitenlinie führt diesen Weg nun fort. „Dazu gehört auch, dass wir uns in der Breite besser aufstellen“, sagt der Coach mit Blick auf insgesamt 13 Neuzugänge. „Wir haben die richtigen Spieler geholt“, zeigt er sich überzeugt. Gewonnen hat die TSG zum Beispiel an höherklassiger Erfahrung, wie etwa durch den ehemaligen Habenhauser Emre Deveci. Darüber hinaus sind mit Jari Daneke, Leonard Jaros, Marcel Kleeberg und Ibtessam Butt vier Talente aus den eigenen Reihen zum Team gestoßen.

Die Mannschaft verfügte bereits zuvor über viel Qualität erfahrene Verteidiger wie Sebastian Kirchner und Jan Dahlheuser zum Beispiel, aber auch Kapitän Philip „Pipo“ Kleingärtner und die Nummer eins Maurice Lutterklas. „Wir haben alle Positionen doppelt besetzt“, freut sich Bi-Ria, der in seinem Kader einen weiteren Pluspunkt sieht: die Flexibilität. Viele Spieler können in vielen Rollen ihren Teil zum Erfolg beitragen: Jannis Helmbold auf dem rechten Flügel oder im Sturmzentrum, Emre Deveci auf allen Positionen in der Kette und im defensiven Mittelfeld. Kleingärtner kann als Allzweckwaffe überall seinen Mann stehen. „Die Gegner können sich gar nicht auf uns einstellen“, weiß Bi-Ria um die Vielfalt der Möglichkeiten.

Die TSG sei auf dem richtigen Weg, glaubt der Coach – aber noch nicht am Ende: „Jetzt geht es darum, dass wir Konstanz reinkriegen. Jeder Spieler hat Bezirksliga-Niveau, nun ist es meine Aufgabe, sie auf das nächste Level zu bringen“, nennt er eine wichtige persönliche Zielsetzung. Im taktischen Bereich müsse er noch bei einigen Spielern nachjustieren. „Das ist ein Prozess, der dauert“, gibt der Trainer seiner Mannschaft Zeit.

Kein Geheimfavorit

Schritte nach vorn habe seine Elf bereits gemacht, nicht zuletzt beim Trainingslager in der Schmitz-Heimat Gronau. „Die Jungs haben sich finanziell daran beteiligt, das zeigt auch den Zusammenhalt.“ Definitiv sei das Team in dieser Zeit zusammengewachsen. Das hat auch der 3:2-Testspielsieg über den FC Sulingen, Aufstiegsanwärter aus der Parallelstaffel, gezeigt. Also doch ein Geheimfavorit? Bi-Ria lässt sich nicht locken: „Wir denken nicht mal im Unterbewusstsein daran.“

Dass sich in etwas mehr als eineinhalb Jahren viel entwickelt hat, sowohl auf als auch neben dem Platz, bekräftigt er dagegen. Und der ehemalige Top-Stürmer, der im vergangenen Sommer zur TSG stieß, ist stolz darauf. Er sieht das aber auch als Verpflichtung für seine Arbeit an der Seitenlinie an: „Ich versuche alle mitzunehmen. Das hier ist eine tolle Gemeinschaft. Ich bin sehr glücklich, ein Teil davon zu sein. Das wollen wir mit attraktivem Fußball zurückzahlen. Die Leute sollen Spaß daran haben, wie wir spielen. Wir wollen ein gutes Bild abgeben.“

Weitere Informationen

Der Kader

Zugänge: Nico Kiesewetter (TSV Etelsen), Marcel Dörgeloh (Brinkumer SV), Sidarta Howard Barbosa Ferreira (TuS Komet Arsten), Emre Deveci (hat pausiert), Adel Yousefi, Ali Azad (beide BTS Neustadt), Emre Vatansever, Pardes Khil (beide TuS Varrel), Jari Daneke, Leonard Jaros, Marcel Kleeberg, Ibtessam Butt (alle eigene U 19), Tim Plander (eigene Fünfte)

Abgänge: Tobias Thiemann (pausiert), Iman Bi-Ria (Trainer), Dennis Haake, Andre Peters, Danny Pankratz, Saad Bhatti (alle eigene Zweite), Robin Ellerbrock (Karriereende), Niklas Tietjen (eigene Dritte)

Restkader: Maurice Lutterklas, Malte Wolpmann, Sebastian Kirchner, Jan Dahlheuser, Daniel Moradi, Simon Köthke, Luca Kiesewetter, Sercan Durmaz Atakan Karakoc, Nils Hoffmann, Philip Kleingärtner, Philipp Eggers, Yannick Leushuis, Sandro Wittig, Julian Michel, Jannis Helmbold.

Trainer: Iman Bi-Ria

Co-Trainer: Olaf Mattner, Arne Budelmann

Sportlicher Leiter: André Schmitz

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