Rollator-Training in Stuhr Mehr Sicherheit bei der Mobilität

Damit Bordsteine keine unüberwindbaren Barrieren darstellen und der Rücken erst gar nicht schmerzt, bieten der Verein Pro Dem und der Seniorenbeirat der Gemeinde Stuhr ein Rollator-Training an.
20.10.2021, 14:55
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Mehr Sicherheit bei der Mobilität
Von Alexandra Penth

Stuhr. Der Umgang mit dem Rollator will gelernt sein. Jedoch erlebt Christin Brümmer vom Senioren- und Pflegestützpunkt Pro Dem immer wieder, dass die Gefährte falsch bedient werden oder nicht passend für den Nutzer eingestellt sind. Auch der Seniorenbeirat der Gemeinde Stuhr kennt das Problem und bietet gemeinsam mit Pro Dem und in Kooperation mit der Verkehrswacht Grafschaft Hoya am kommenden Donnerstag, 28. Oktober, nun wieder ein kostenloses Rollator-Training an. Zuletzt hatte die Aktion, die bereits dreimal angeboten wurde, 2019 am und im Stuhrer Rathaus stattgefunden.

"Doris Riebesell vom Seniorenbeirat hat mich angerufen und gesagt: wir wollen wieder", sagt Brümmer. Und das habe perfekt in die Jahreszeit gepasst, zumal viele Rollatorfahrer unterwegs sind und es früher dunkel wird. Da bieten sich auch Hinweise zur Anbringung von Beleuchtung am Rollator gut an, denkt Brümmer. Die Veranstaltung beginnt ab 15 Uhr im Ratssaal. Inken Otto von der Verkehrswacht wird theoretisches Wissen vermitteln und die Teilnehmer beim Praxistest in Form eines Parcours unterstützen.

Die richtige Höhe des Rollators ist dabei die Grundvoraussetzung, um mögliche Beschwerden zu vermeiden. "Wir sehen oft, dass sie zu hoch oder zu niedrig eingestellt sind", sagt Brümmer. Das rühre oft auch daher, dass Gefährte vom Ehepartner oder Nachbarn übernommen werden. Und auch die Statur des einzelnen ist bei der Auswahl des richtigen Modells zu berücksichtigen, sagt Doris Riebesell. Nicht zuletzt kostet es oft Überwindung, um Barrieren wie den Bordstein oder den Einstieg in Busse zu meistern. "Es gibt ein paar Tipps und Tricks, wie man das machen kann", sagt Brümmer.

Die eigenen Rollatoren können zum Training mitgebracht und gleich auf ihre Einstellung hin geprüft werden, die Verkehrswacht stellt aber auch Modelle zur Verfügung. Für viele Nutzer ist der Rollator ein unverzichtbares Hilfsmittel, um mobil zu bleiben. Doch Brümmer bemerkt auch, dass es bei vielen Senioren zum Teil noch Berührungsängste gibt. Diese seien jedoch völlig unbegründet. Niemand sehe jemanden auf der Straße komisch an, wenn er auf einen Rollator angewiesen ist, betont sie. "Bei einigen gibt es eine Hemmschwelle. Das ist schade, weil sie oft wirklich noch mobil wären", sagt Brümmer. Der Rollator biete auch die Möglichkeit, sich zwischendurch kurz hinzusetzen und eine Pause zu machen. Eine der größten Gefahrenquellen dabei sind nicht angezogene Bremsen. Aber auch darauf soll beim Training eingegangen werden.

Diejenigen, die noch keinen Rollator haben, dürfen ebenfalls ausdrücklich teilnehmen. Stuhrs Erste Gemeinderätin Bettina Scharrelmann betont, dass jeder Teilnehmer wiederum ein Multiplikator für andere sein kann. Denn die Angst vor Stürzen mit dem Rollator sei für viele sicher auch ein Grund, das Hilfsmittel zunächst zur Seite zu stellen. Die Veranstaltung soll daher auch Sicherheit vermitteln.

Der Verein Pro Dem hat auch bei den Nachbarschaftstreffen in der Gemeinde Weyhe schon mehrere solcher Trainings angeboten. "Wir haben da jetzt auch schon wieder Anfragen aus Weyhe", sagt Brümmer. Der Stuhrer Seniorenbeirat hat für sein anstehendes Training bereits kräftig geworben, sagt Riebesell. Sie selbst habe auf der Straße Menschen mit Rollator Flyer in die Hand gedrückt, das Infomaterial liegt zum Beispiel auch in Apotheken, bei Ärzten und im Rathaus aus. 

Eine Beleuchtung am Rollator ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, Christin Brümmer empfiehlt jedoch, sich in der Dämmerung für andere Verkehrsteilnehmer kenntlich zu machen – das könne zum Beispiel mit LED-Klickleuchten geschehen. Die Pro-Dem-Mitarbeiterin rät auch dazu, den Rollator nach einem Kauf im Sanitätshaus dort regelmäßig einem Check zu unterziehen – ganz wie beim Auto oder Fahrrad. Ansonsten entwickele sich der Markt um die Gehhilfen immer weiter. So gebe es inzwischen auch spezielle Rollatoren für Menschen mit Parkinson und Modelle mit Sturzerkennung. Auf einer Fachmesse habe sie sogar ein Gefährt mit einem elektrischen Antrieb gesehen. Dieser sei dafür gedacht, dass Menschen auch in bergigen Regionen noch lange mobil sind.

Anmeldungen für das kostenlose Rollatoren-Training am Donnerstag, 28. Oktober, ab 15 Uhr im Rathaus der Gemeinde Stuhr, Blockener Straße 6, erfolgen bei Pro Dem unter der Rufnummer 0421/8983344. 

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