Kindertagesstättenverband

Träger für Waldkindergarten in Fahrenhorst gefunden

Der geplante Waldkindergarten in der Gemeinde Stuhr soll im Waldgebiet Bradenholz in Fahrenhorst entstehen. Die Trägerschaft übernimmt der evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Syke-Hoya.
02.09.2020, 17:44
Lesedauer: 4 Min
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Träger für Waldkindergarten in Fahrenhorst gefunden
Von Eike Wienbarg

„Was lange währt, wird endlich gut.“ Mit diesem zugegeben ein wenig abgegriffenen Spruch konnte Kerstin Frohburg, Fachbereichsleiterin für Bildung, Soziales und Freizeit bei der Gemeinde Stuhr, nun eine gute Neuigkeit für Eltern verkünden. Die Verwaltung hat nach rund einem Jahr einen Träger für den geplanten Waldkindergarten gefunden. Der evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Syke-Hoya soll die Einrichtung übernehmen, die im Waldgebiet Bradenholz in Fahrenhorst entstehen soll. Am Mittwoch wurden die nötigen Verträge unterschrieben, Ende Oktober/Anfang November soll das neue Angebot zur Kinderbetreuung an den Start gehen.

Die Idee eines Waldkindergartens für die Gemeinde geht dabei auf einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stuhrer Gemeinderat zurück. Im vergangenen September erhielt der Antrag im zweiten Anlauf eine Mehrheit, und die Stuhrer Verwaltung begann mit der Suche nach einem Träger, berichtet Frohburg rückblickend. Insgesamt drei Interessenten aus der Region hätten sich auf die Ausschreibung gemeldet, erzählt die Fachbereichsleiterin weiter.

Bei der Auswahl, die Anfang des Jahres begann und sich durch die Corona-Pandemie verzögerte, spielten laut Frohburg dann das Konzept für den Waldkindergarten, die Erfahrung des Trägers in dem Bereich und das Geld eine wichtige Rolle – immerhin übernimmt die Gemeinde einen Teil der Finanzierung des geplanten Kindergartens. Bei der Ausschreibung setzte sich dann der Kindertagesstättenverband Syke-Hoya durch.

Der Verband betreibt laut seinem Betriebswirtschaftlichen Geschäftsführer Helmut Meyer gemeinsam mit dem Schwesterverband aus dem Kirchenkreis Grafschaft Diepholz aktuell 29 Kitas im Landkreis Diepholz – von Lemförde bis in den Nordkreis. „Das nördlichste wird Stuhr sein“, so Meyer. Unter den Kitas sind auch bereits zwei Waldkindergärten in Rehden und Wagenfeld, berichtet der Geschäftsführer weiter. „Wir sind erfahren in diesen konzeptionellen Einrichtungen“, betont er.

Aktuell ist der Verband dabei, die Voraussetzungen für den Waldkindergarten zu schaffen. Gemeinsam mit der Gemeinde und der Forstverwaltung Ahlhorn, die das künftige Betreuungsangebot unterstützt, wurde ein Betriebsgelände mit rund anderthalb Hektar Fläche im Bradenholz in Fahrenhorst in der Nähe der Straße Im Waldesgrund ausgesucht. „Wir haben Wert darauf gelegt, dass die Fläche mitten im Wald ist. Man kann nicht die nächste Bundesstraße oder die nächsten Wohnhäuser sehen“, erklärt Meyer die Standortwahl, die auch mit dem Konzept eines Waldkindergartens zusammenhänge.

Eine zweite mögliche Fläche zwischen der Bundesstraße 439 und der Neukruger Straße in Heiligenrode fiel deswegen aus der Entscheidung raus, so Kerstin Frohburg. Auch der Anschluss an eine bereits bestehende Kita wurde nicht in die Überlegungen miteinbezogen. „Es ist immer schwierig, eine Außenstelle zu haben“, sagt die Fachbereichsleiterin weiter.

Personal hat der Kindertagesstättenverband bereits gefunden. Zwei Kräfte sollen zunächst im Waldkindergarten eingesetzt werde, berichtet Meyer. „Sie haben beide sehr große Erfahrung“, sagt er über die Mitarbeiterinnen, die bereist in ähnlichen Einrichtungen gearbeitet haben. „Wir suchen noch eine Vertretungskraft“, berichtet Meyer weiter. Die anderen beiden Kräfte sind zum 1. Oktober angestellt. „Sie scharren schon mit den Hufen“, erzählt der Geschäftsführer. Beide haben jetzt die Aufgabe, ein pädagogisches Konzept für den Waldkindergarten zu erarbeiten.

Auch an der weiteren Voraussetzung feilt der Verband gerade. „Wir sind dabei, einen Bauwagen zu beschaffen“, berichtet der Geschäftsführer. In diesem Wagen sollen die Kinder dann unter anderem frühstücken, auch die sanitären Anlagen könnten daran angebunden werden. Des Weiteren ist ein Schutzraum für den Waldkindergarten nötig. Dort würden aktuell Gespräche laufen, so Meyer. Erster Anlauf soll zunächst das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Heiligenrode sein. Ob eventuell auch die Kapelle in Fahrenhorst, die von der Kirchengemeinde verkauft werden soll (wir berichteten), infrage kommt, wollte Meyer noch nicht kommentieren.

Wenn alles gut geht, soll der Waldkindergarten Ende Oktober starten. Vor Ort können dann insgesamt 15 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren jeweils in der Zeit von 7.30 bis 12.30 Uhr betreut werden, heißt es von der Gemeinde. Die Vergabe für die Plätze soll zunächst über die Gemeinde Stuhr laufen. „Bei uns rufen schon jetzt Eltern an“, kann Helmut Meyer berichten. Diese kämen dabei auf eine Liste, die dann an die Gemeinde weitergeleitet wird, verspricht er. Die Plätze seien zunächst für Stuhrer Kinder reserviert, stehen je nach Nachfrage aber auch dem Nachwuchs aus anderen Gemeinden zur Verfügung, erklärt Frohburg.

Sorgen darüber, dass der Waldkindergarten zu weit ab vom Zentrum der Gemeinde ist, machen sich die Beteiligten nicht. „Der Waldkindergarten ist ein besonderes Angebot“, betont Frohburg. Dort kommen eben auch nur Kinder unter, deren Eltern es wollen. Diese würden dann auch den Weg in Kauf nehmen. Außerdem fließen die 15 Betreuungsplätze nicht in die Bedarfskapazitäten der Gemeinde zur Deckung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz ein, wie die Fachbereichsleiterin erklärt.

Interessierte Eltern, die für ihren Nachwuchs einen Platz im Waldkindergarten in Fahrenhorst erwägen, können sich ab sofort an die Gemeinde Stuhr wenden. Dort steht Sophie Pittschellis telefonisch unter der Rufnummer 04 21 / 5 69 52 89 oder per E-Mail an s.pittschellis@stuhr.de für Fragen zur Verfügung.

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