Nabu Stuhr gibt Tipps für den Winter

Weihnachten für Wildtiere

Sabine und Gerd Hoppe sowie Rita Wolff vom Naturschutzbund (Nabu) Stuhr zeigen, wie jeder auf dem eigenen Balkon oder im Garten Vögeln, Eichhörnchen und Igeln die Winterzeit erleichtern kann.
14.12.2020, 16:36
Lesedauer: 3 Min
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Weihnachten für Wildtiere
Von Desiree Bertram
Weihnachten für Wildtiere

Gerade in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, dass heimische Wildtiere fetthaltige Nahrung finden. Mit Fett und Haferflocken entsteht im Handumdrehen etwa eigenes Vogelfutter.

fotos: Vasil Dinev

In der Weihnachtszeit werden nicht nur Geschenke gepackt, sondern auch die Menschen packen sich immer wärmer ein. Die heimischen Wildtiere in der Region haben ebenfalls mit der Kälte und der frühen Dunkelheit in den Wintermonaten zu kämpfen. Dazu kommt, dass sie kaum noch Futter finden. Wie jeder auf dem eigenen Balkon oder im Garten Vögeln, Eichhörnchen oder Igeln die Winterzeit erleichtern kann, zeigen Sabine und Gerd Hoppe sowie Rita Wolff vom Naturschutzbund (Nabu) Stuhr.

„Das Futter sollte besonders fetthaltig sein. Die Vögel brauchen viel Energie, weil sie schnell Körpergewicht verlieren“, erklärt Wolff. Eine Futter-Variante zum Aufhängen lässt sich unkompliziert aus einer Kokosnuss herstellen: Zuerst muss diese halbiert und das Fruchtfleisch im Inneren entfernt werden. Wenn die Schale ausgehöhlt ist, oben ein Loch reinbohren und einen Kiefernzweig oder ähnliches durchstecken. „Es muss ein rauer Stock sein, damit sich die Vögel daran festhalten können“, betont Sabine Hoppe und zeigt in Richtung eines Astes, an dem selbst gemachte Futterstationen hängen. Für die fetthaltige Füllung werden Pflanzenfett oder Rindertalg, körnige Haferflocken und Körnerfutter aus Sonnenblumenkernen, Erdnüssen oder Haselnüssen benötigt. „Erst wird das Fett in einem Pott erhitzt. Dann kommen die Haferflocken dazu, die das Fett aufsaugen. Am Ende packe ich das Körnerfutter rein“, sagt Gerd Hoppe und fügt hinzu: „Jetzt muss man ordentlich rühren, bis es eine zähe Masse ist.“

Sobald der körnige Brei fertig ist, wird er heiß in die Kokosformen gegeben. Während die Masse auskühlt, wird sie fester und haftet in der Kokosnussschale. So kann sie umgekehrt aufgehängt werden. Diese Futter-Variante ist ausschließlich für kühle Temperaturen unter zehn Grad geeignet, weil das Fett sonst wieder flüssig wird und die Masse nicht in der Form haftet, rät Sabine Hoppe und verrät, dass sich insbesondere Meisen, Spechte und Kleiber über dieses Futter freuen. Eine simplere Variante kann ganz schnell aus Sonnenblumenöl und Haferflocken gezaubert werden. Dafür müssen die beiden Komponenten nur miteinander vermischt und in Schälchen gefüllt werden – ohne sie zu kochen. Diese Schälchen können draußen für Vögel, Eichhörnchen oder Igel verteilt werden. Wichtig ist, auch eine Schale Wasser dazuzustellen, empfiehlt Wolff: „Gerade, wenn es draußen friert.“

Fertige Meisenknödel sind eine Alternative zu den selbst gemachten Futterstationen. Dabei sei die Variante mit einem Gitter drumherum besser, als die im Netz, weil sich die Vögel darin nicht verheddern können, sagt Wolff: „Ganz schlecht ist, gar nicht zu füttern.“ Sie macht darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, nicht einfach mit dem Füttern aufzuhören: „Die Tiere merken sich, dass es dort was gibt.“ Auch Futterröhren mit Körnern bieten sich an. Dennoch sollte das Futter mit Bedacht gewählt werden. Salz- und Zuckerhaltige Lebensmittel wie etwa Brot eignen sich nicht für Wildtiere. Käse, der laut Wolff früher oft verfüttert wurde, ist ebenfalls gar nicht gut für die Tiere. Obstschalen, beispielsweise von Äpfeln, können hingegen mit gutem Gewissen nach draußen gelegt werden.

Aber nicht nur was das Futter angeht, kann man den Tieren etwas Gutes tun, auch für Rückzugsorte gibt es einfache Möglichkeiten. Ein „naturnaher“ Garten oder Balkon ist sehr gut für Insekten und Tiere, sagt Gerd Hoppe: „Mal nicht immer aufräumen und mal die Stauden stehen oder Blätter liegen lassen.“ Er warnt vor falscher Tierliebe in „aufgeräumter Natur“. Verschiedenste Wildtiere suchen Unterschlupf in Holzhaufen oder Baumstämmen. „Gartenabfälle kann man super stapeln“, betont er und geht zu einem Stapel aus Laub und Ästen in seinem Garten. „Hier brüten zum Beispiel Rotkehlchen und Amseln drinnen“, sagt Naturschützer Gerd Hoppe, während er sich bückt und auf einen kleinen „Eingang“ zeigt: „Für Igel ist das auch super.“

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