Tag der Energie bei der Avacon

20 Jahre Energiedienstleister

Seit 100 Jahren gibt es in Syke Strom, seit einigen Jahren sorgt die Avacon dafür. Zum Tag der Energie öffnete sie ihre Türen und informierte über rund um die Themen Strom und Energie.
03.10.2019, 18:52
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Von Karsten Bödeker
20 Jahre Energiedienstleister

Für die Besucher gab es beim Tag der Energie auf dem Gelände der Avacon vieles zu entdecken, unter anderem konnten sie sich mit aktuellen Technologien vertraut machen.

Michael Galian

Syke. Stecker in die Steckdose, und schon lädt das geliebte Mobiltelefon. Schalter an, und das Licht erstrahlt. Dass das nur die halbe Wahrheit ist, wissen alle. Was aber alles nötig ist, damit der Strom aus Kraftwerk oder Windenergieanlage ins Haus kommt, zeigte am Donnerstag die Avacon auf ihrem Betriebsgelände in Syke. Zum Tag der Energie hatte der Netzbetreiber eingeladen, der früher unter anderem Namen auch Stromversorger war und sich nun Energiedienstleister nennt. Schließlich gibt es seit 100 Jahren Elektrizität in Syke und die Avacon feiert ihren 20. Geburtstag. Sie folgte der Hastra, der Hannover-Braunschweigischen Stromversorgungs AG, die ihren Sitz ebenfalls in Syke hatte.

Hunderte von Besuchern informierten sich über Kondensatoren, Transformatoren, Gleichstrom, Wechselstrom, Leitungssicherheit und vielem mehr. Einen Blick in die Zukunft, die im Energiebereich schon längst begonnen hat, gab es natürlich auch. E-Mobilität, smarte Stromversorgung und Digitalisierung waren Stichworte. „Die Kollegen brennen darauf, ihre Aufgaben zu erklären“, berichtete Hermann Karnebogen, der nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit macht sondern auch die Kontakte zu den Kommunen hält.

Schließlich ist die Stromversorgung eine Aufgabe der Daseinsvorsorge und die Verbindung zu den Städten und Gemeinden ist naturgemäß sehr eng. So betreiben beispielsweise die Stadt Syke und die Avacon die Stromnetze in einer gemeinsamen Gesellschaft. Anderswo zahlt die Avacon den Gemeinden die Konzessionsabgabe, damit sie berechtigt ist, ihre Stromleitungen auf oder, genauer gesagt, unter öffentlichen Wegen zu betreiben. Die Avacon und andere Netzbetreiber kassieren dafür einen geringen Teil vom Strompreis.

Dafür müssen sie aber auch die Stromleitungen instand halten, reparieren und eben erneuern. Und wie das mit der Technik so ist, kommt es dabei auch zu Störungen. Und die müssen behoben werden. Das muss möglichst schnell und unauffällig ablaufen. „Ausfallzeiten müssen bezahlt werden“, erzählte Dirk Queißer. Er ist Teamleiter und zeigte, wie sorgfältig und vorsichtig defekte Leitungen durchtrennt und ersetzt werden. Zwar seien die Leitungen bis auf zehn Zentimeter genau in Karten eingezeichnet. Doch gerade im Stadtgebiet könne es wegen der Vielzahl auch vorkommen, dass der Verlauf abweiche. Es gibt Geräte zum Suchen und Messen. Seine Kollegen arbeiten oft unter Spannung, um die Versorgung nicht zu unterbrechen. Außerdem gibt es Firmen und Betriebe, die können nicht lange ohne Strom blieben. Dafür habe die Avacon Aggregate, die während der Stromunterbrechung für Elektrizität sorgen. „Wenn wir unter Spannung arbeiten und die Kabelenden nicht sehen können, arbeiten wir mit einem Sicherheitsschneidegerät.“ Das kann aus zehn Metern Entfernung gesteuert werden. Die Mitarbeiter werden so vor gefährlichen Lichtbogen geschützt.

Wie ein Messer durch weiche Butter schnitt das Gerät durch ein armdickes Kabel. Da staunte der Besucher. Nebenan zeigte Werner Gohl durch Wasser beschädigte und durchgebrannte Mess- und Sicherungskästen, die die Avacon ersetzen musste. Berechnet wurde der Stromverbrauch in den ersten Jahren übrigens nach der Zahl der Glühlampen im Haus. Bei säumigen Stromkunden wurde vor Jahrzehnten schon mal ein Gerät eingebaut, das den Stromfluss erst nach Einwurf von zehn Pfennigen wieder zuließ. Nicht nur die Sicherungskästen in den Häusern sondern auch Umspannkästen zur Umwandlung in Niederspannung sind im Laufe der Zeit kleiner und kompakter geworden. Stromerzeugung war nur ein Randthema.

Die Auszubildenden hatten ein Fahrrad an verschiedenen Lampenarten angeschlossen. Wer kräftig in die Pedalen trat, brachte schon mal acht LED-Lampen zum Leuchten, während mit der gleichen Energiemenge gerade mal zwei Glühlampen glimmten. Verschiedene Firmen informierten über alternative Energieerzeugung wie Solarenergie, die Syker Bürgerenergie war ebenfalls vor Ort, Elektroautos standen im Nieselregen. Das Moderne Orchester des TuS Syke trat trotzdem auf. Es spielte im Übungsraum im ersten Stock und hatte die Fenster weit geöffnet. „Das haben wir auch noch nicht gemacht“, sagte Dirigentin Sabine Rosenbrock lachend.

Outdoor flog auch eine schwarze Drohne ihre Runden. Die setzt die Avacon in, um Schäden an den Hochspannungs-Überlandleitungen zu erkennen. Das Geschäftsgebiet der Avacon ist groß. Es reicht von Emden bis Sachsen-Anhalt, umfasst auch Teile von Ostwestfalen und Nordhessen. In Syke arbeiten 65 Menschen. Anders als vor 100 Jahren fremdelt heute in Syke niemand mehr mit der Elektrizität.

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