Fußball 30 gute Minuten reichen Heiligenfelde

Vieles bleibt Stückwerk zwischen dem SV Heiligenfelde und dem TuS Wagenfeld. Ein Youngster entscheidet die Partie früh für den SVH.
01.03.2020, 18:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup

Syke/Heiligenfelde. Das Wie ist für Torben Budelmann, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Heiligenfelde, durchaus ein wichtiges Kriterium, wenn er Spiele bewertet. „Die erste halbe Stunde gut, die 60 Minuten danach Schrott“, beschrieb er den Auftritt seines Teams etwas plakativ. Es war wahrlich kein schöner Fußball, den der SVH auf dem Syker Kunstrasen gegen den Abstiegskandidaten TuS Wagenfeld zum Punktspielauftakt bot. Doch es reichte zu einem knappen 1:0 (1:0)-Erfolg. Das stimmte Budelmann versöhnlich. Schließlich bleibt Fußball auch ein Ergebnissport. Und unter diesem Aspekt hat der SVH einen guten Start hingelegt. „Jetzt sind wir wieder richtig oben dran“, freute sich der Coach nach dem Sprung auf Rang zwei. Seine Elf ist nun punktgleich mit Spitzenreiter TSV Wetschen.

Unverdient, so Budelmann, sei der Erfolg sicherlich nicht gewesen. Die Mehrzahl der Chancen gehörte seinem Team, etwa durch Tristan Godesberg (17.), Lars Diedrichs (50.) und Joshua Brandhoff (89.). Doch lediglich Gianluca Nolte traf. Er setzte sich nach einer Hereingabe von der linken Seite und einer Kopfballablage Brandhoffs entschlossen gegen seinen Gegenspieler durch. Es war ein Treffer, der zum Spiel passte: Der 20-Jährige arbeitete den Ball regelrecht ins Tor. Leicht war gegen Wagenfeld kaum etwas für die Heiligenfelder. „Ich bin total glücklich, dass Gino (Noltes Spitzname, Anm. d. Red.) so ein Tor gemacht hat. Man hat gesehen, dass er den Treffer unbedingt wollte“, lobte Budelmann den Willen des Talents, das seinen dritten Saisontreffer markierte (21.).

Dass das Tor recht früh in der Partie fiel, war nicht verwunderlich. In dieser Phase wusste der rechtslastig agierende SVH spielerisch durchaus noch zu überzeugen, auch wenn die Gäste die erste Gelegenheit hatten. Heiligenfeldes Keeper Jörn Wachtendorf war jedoch sowohl gegen Gheorhe-Voicu Ponta als auch gegen den Nachschuss von Alin-Nicolae Faur auf dem Posten (4.). „Ansonsten haben wir kaum etwas zugelassen. Wir haben es recht clever verteidigt“, war wieder einmal Verlass auf die Defensive, in der ohne Frank Weseloh und Roman Obst dieses Mal Björn Isensee als Innenverteidiger auflief. Bereits in den Vorbereitungsspielen war der SVH vier Mal ohne Gegentreffer geblieben. „Es ist für uns wichtig, solche Spiele gewinnen zu können und eben nicht noch ein Tor zu kassieren, wenn es mal nicht so gut läuft bei uns“, wusste der Budelmann.

Nach der guten ersten halben Stunde war teilweise ganz gehörig Sand im Heiligenfelder Getriebe. Anspiele und -nahmen misslangen, der SVH wirkte oft fahrig gegen allerdings auch unbequeme Gäste, die defensiv gut arbeiteten. Viele Angriffe der Gastgeber verebbten allerdings, weil sie sie unkonzentriert vortrugen. „So kenne ich meine Mannschaft eigentlich nicht“, wunderte sich auch Budelmann über eine ungewohnt lange Mängelliste. Viel Gebolze habe er gesehen. Das Wie gefiel ihm dieses Mal nicht. Das galt aber auch für seine Spieler, die sicht- und hörbar mit sich und ihrem Auftritt haderten. Aber sie erzwangen immerhin das Glück. Auch das ist eine Qualität, die auf lange Sicht den Unterschied ausmachen kann.

Die Gäste verdienten sich ein Lob Budelmanns: „So wie Wagenfeld hier aufgetreten ist, darf man sie nicht abschreiben“, meinte er. Durchaus möglich, dass der TuS gegen andere Topteams punktet – dann wäre der Heiligenfelder Sieg gleich doppelt wertvoll.

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