Italienische Nacht bei Bellersen 5000 Quadratmeter Dolce Vita

Die italienische Nacht im Garten der Familie Bellersen lädt für Freitag zum Verweilen ein. 5000 Quadratmeter Garten können mit Wein, Pizza, Antipasti und weiteren Köstlichkeiten erkundet werden.
25.07.2018, 15:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Dominik Albrecht

Twistringen. Stattliche 5000 Quadratmeter misst der Garten der Familie Bellersen in Mörsen. Aufgeteilt in verschiedene Themenbereiche und dank großer Hecken und Büsche versteckte Areale ist die heimische Fauna des Hobby-Gärtners Heinrich Bellersen schon länger ein begehrtes Ausflugs-Ziel. Besonders die vor vier Jahren etablierte italienische Nacht erfreut sich wachsender Beliebtheit. Am Freitag, 27. Juli, ist es wieder soweit. Ab 19 Uhr können Interessierte für drei Euro in lauer Sommerabend-Atmosphäre und mit Wein sowie Antipasti ausgestattet auf Entdeckungstour im Garten an der Straße Am Brink 19 gehen.

Wie in einer antiken Ruine führt der Weg unter Steinbögen hindurch und schlängelt sich durch dicht bewachsene Pfade. Nur, um ein paar Meter weiter auf ein mediterran angehauchtes Ambiente zu treffen. Gerade noch ergötzt man sich an den verarbeiteten Keramik-Insignien, da dringt einem schon ein Plätschern in das Ohr. Quelle des beruhigenden Geräusches ist ein Springbrunnen inmitten eines künstlich angelegten Teiches voller Kois eines fernöstlich gestalteten Gartens. Nur selten gibt es Gelegenheiten, sich auf dem selben Gelände über so viele Sehenswürdigkeiten und Abwechslung zu freuen. Da verwundert es immer weniger, als Heike Harms von der Stadt Twistringen – die zusammen mit der Familie Bellersen und den Gästeführern den Abend präsentieren – auf die teilweise weit anreisenden Besucher berichtet. "Wir hatten in den vergangenen Jahren Gäste aus Dinklage, Lohne, Stuttgart, Cloppenburg, Bremen und weiteren Städten", zählt sie auf.

Doch nicht nur Futter für die Augen, sondern auch für Mägen sind für die italienische Nacht typisch. Für Köstlichkeiten werden Beatrix und Fred Weymann von der gleichnamigen Bäckerei sowie Michael Poehlemann vom Weinladen Beverino sorgen. Und was gibt es konkret? Mitunter Pizzen und Ciabattas mit diversen Auflagen und Antipasti. Damit bleiben die Profis ihrem Kurs aus dem vergangenen Jahr treu. Never Change a running System also? "Die Richtung bleibt die gleiche, weil wir letztes Jahr einen großen Andrang hatten", bestätigt Beatrix Kramer. Parallel soll Kaffee ausgeschenkt werden. Wer eher sein Heil im hellen und dunklen Rebsaft findet, sollte den Stand von Michael Poehlemann aufsuchen. Besonderheit bei ihm: Weinbergs-Pfirsich-Secco. "Serviert mit Eiswürfeln und Limetten", verrät der Kenner. Seiner Meinung nach genau das richtige Getränk für die Temperaturen, das dank sieben Prozent Alkohol auch nicht wie ein Vorschlaghammer reinhaut. Wer mit Wein nicht viel anfangen kann, greift zu Bier und Alster.

Zur Verdauung bietet sich selbstverständlich ein Gang durch den 5000 Quadratmeter großen Garten an. Allen voran Heinrich Bellersen sorgt dafür, dass auch Stammbesucher stets Neues entdecken. Wie zum Beispiel den Stamm eines riesigen Baumes, der seit diesem Jahr auf dem Anwesen ein neues Zuhause gefunden hat. "Der hat ursprünglich auf einer Weide in Mörsen gestanden und ist vom Sturm umgeweht worden", erzählt der Hobby-Gärtner über die rund 200 Jahre alt gewordene Eiche. Da der früher mehr als 800 Kilogramm schwere Stamm durch sein Alter größtenteils hohl war, hat Bellersen ihn zum Blumenbeet umfunktioniert. Wer sich die Pflanzen aus nächster Nähe anschauen möchte, sollte aber vorsichtig sein. Denn, so Bellersen zwinkernd: "Das sind fleischfressende Pflanzen. Finger reinhalten ist also nicht." Die Idee dazu hatte er im vergangenen Herbst, als er durch eine Gärtnerei schlenderte und auf Venus-Fliegenfallen und Morgentau aufmerksam wurde. Zusammengehalten wird die Morsche Rinde durch einen Metallring mit rund vier Metern Durchmesser.

Heinrich Bellersen hat als Landwirt schon immer mit der Natur und Pflanzen zu tun. Der Garten sei schon immer sein heimliches Steckenpferd gewesen. "Als ich noch die Landwirtschaft hatte, hatte ich aber nie richtig die Zeit dazu, weil ich von Frühjahr bis Herbst auf dem Acker war", sagt Bellersen. Nachdem der Mörsener die Landwirtschaft vor 18 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, fanden sich aber wieder ein paar Stunden, sich dem Garten zu widmen. "Seit 2011 bin ich nur noch im Garten." Und das ist nicht nur im übertragenen Sinne zu verstehen. Morgens gegen 9.30 Uhr schnappt sich Heinrich Bellersen nach eigenen Angaben den Hacker und rückt dem Unkraut an den Kragen. "Nach drei Tagen bin ich mit dem gesamten Garten durch und fange von vorne an", skizziert er.

Das nötige Fachwissen hat der Landwirt praktischerweise durch seine frühere Tätigkeit mitgebracht. Kaum zu glauben: Obwohl jeder Weg und jedes Beet ineinandergreifen, hatte Heinrich Bellersen zu keinem Zeitpunkt ein Bild im Kopf, wie der Garten mal aussehen soll. "Ich habe immer wieder ein Stück ausgearbeitet. Die Feinheiten sind dann ab 2011 dazugekommen", beschreibt er. Wirklich fertig wird der Garten laut Heinrich Bellersen nie sein: "Er wird nicht größer aber innerhalb des Gartens wird viel verändert."

Vielleicht können Ratefüchse von obigem Wissen schon profitieren. Denn für den Abend haben die Twistringer Gästeführer wieder ein Quiz erstellt. Drei Fragen aus dem Gartenbereich oder über Twistringen gilt es nach dem Multiple-Choice-Prinzip zu beantworten. Zu gewinnen gibt es Gutscheine für den Abend, die gleich eingelöst werden können.

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