Kunst auf dem Landsitz Wachendorf

Alles Glück der Welt

Glück ist meist so flüchtig und wird oft übersehen. Bei der aktuellen Ausstellung im Landsitz Wachendorf ist es zu finden.
08.04.2018, 19:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Kaya Leimann
Alles Glück der Welt

Mit seinen Holzskulpturen schafft Reiner Madena (links) es, sehr intensive Gefühle auszudrücken. Die ineinander verschlungenen Holzstränge erinnern an sich umarmende Menschen, andere Skulpturen wirken auf eine ganz eigene Weise sehr zerbrechlich.

Jonas Kako

Syke-Wachendorf. „Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen“, heißt es in einem Zitat von Arthur Schopenhauer, das derzeit an einer der Wände des Landsitzes Wachendorf zu finden ist. „Alles Glück der Welt“ lautet es einige Räume weiter und „Auf gut Glück“ steht über dem Türrahmen in der Küche. Bei der aktuellen Ausstellung „Kunst – Glück“ dreht sich, wie der Name es verrät, alles um das Thema Glück. Viel Arbeit und Zeit haben Reiner Madena und René Rameil in ihre Kunstwerke investiert. Diese präsentierten sie am Sonnabendnachmittag bei ihrer Ausstellungseröffnung einem interessierten Publikum.

„Welch ein Glück, dass Sie hier sind“, begrüßte Rameil die Besucher. „Wir haben heute viele neue Kunstwerke, die Sie sich anschauen dürfen. Es ist ein wirkliches Glück, dass wir so aus dem Vollen schöpfen und den Platz dieses Gebäudes nutzen können.“ „Kunst – Glück“ ist die erste von sechs Ausstellungen, die in diesem Jahr auf dem Landsitz Wachendorf stattfindet. Doch warum dreht sich dabei eigentlich alles um das Thema Glück? „Glück ist meist so flüchtig und wird oft übersehen. Dabei sind es häufig die kleinen Dinge, die wichtig sind“, erzählte Rameil. So ist es für ihn besonderes Glück, wenn ein Besucher vor einem seiner Bilder innehält und sich darin vertieft. „Auf diese Weise kann ich die Freude, die ich mit diesem Bild verbinde, mit einem anderen Menschen teilen und sie weitergeben“, so der Künstler.

Während Rameil seine vielfältigen Gemälde unterschiedlichster Themen und Techniken präsentierte, waren von Madena wundervolle Holzskulpturen aus Kirsche, Esche und Eiche zu bestaunen. Die Räume des Landsitzes Wachendorf eigneten sich optimal für die Ausstellung und richteten die volle Aufmerksamkeit der Besucher auf die ausdrucksstarken Kunstwerke.

Der Duft des Leinenöls, mit dem Madena seine Werke bearbeitete, hing während der Ausstellung noch immer in der Luft. Mit seinen Holzskulpturen schaffte er es, sehr intensive Gefühle auszudrücken. Die ineinander verschlungenen Holzstränge erinnerten an sich umarmende Menschen, andere Skulpturen wiederum wirkten auf eine ganz eigene Weise sehr zerbrechlich.

Die Holzskulpturen nahmen die Mitte der Räume im oberen Teil des Gebäudes ein, die Bilder von Rameil füllten sowohl im unteren als auch im oberen Stockwerk die Wände. Doch nicht alle Werke des Künstlers waren hängend angebracht. In der Küche etwa hatte sich René Rameil etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Hier standen viele kleine Bilder auf dem Boden und bildeten in ihrer Anordnung einen Weg durch die Küche.

Rechts und links davon hatte der Künstler die Lücken mit Rindenmulch aufgefüllt und darauf einige goldene Taler verteilt. „In diesem Raum befinden sich 94 Bilder von Rindern. Sie sind durch das Siebdruckverfahren entstanden und trotzdem alle unterschiedlich“, erklärte Rameil. Durch ihre Anordnung schienen die Tiere durch den Raum zu laufen.

Vor zwei Jahren hatten Rameil und seine Frau Sabine Greulich das erste Mal ihren privaten Wohnraum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem veranstalten die beiden vor Ort ehrenamtlich Ausstellungen, Konzerte und Seminare. Mit viel Fleiß und Arbeit haben sie ein wahres Paradies im Grünen geschaffen.

Die Ausstellung „Kunst – Glück“ ist bis zum 29. April jeweils sonntags von 13 bis 18 Uhr sowie nach Terminvereinbarung geöffnet. Weitere Informationen gibt es auch online unter www.landsitzwachendorf.de.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+