Kloster Heiligenberg

Alles Gute zum Achthundertsten

Es gibt etwas zu feiern: Das Kloster Heiligenberg wird 800 Jahre alt. Dieses Jubiläum wird mit einem Veranstaltungsprogramm gefeiert, das sich sehen lassen kann.
08.01.2018, 17:18
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Von Marie Lührs
Alles Gute zum Achthundertsten

Im August soll auf dem Heiligenberg noch einmal nach historischen Spuren gegraben werden.

Udo Meissner

Bruchhausen-Vilsen. Fast ein ganzes Jahr lang feiert das Kloster Heiligenberg Geburtstag. Gut 800 Lenze ist es her, dass der Heiligenberg dem Prämonstraterorden überschrieben und bebaut wurde. Eine Abtei mit dem Namen Mons sancte Marie sollte auf dem Gelände entstehen. Auf die Anfangszeit und die darauf folgende Geschichte soll im Laufe des Jahres mit verschiedenen Veranstaltungen zurückgeblickt werden. Im Sommer krönt ein Festwochenende das Jubiläum.

Der Geschichte des Heiligenbergs hat sich auch der Hobby-Historiker Hans-Jürgen Wachholz verschrieben. Zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen hält er am Freitag, 9. März, in der Scheune vom Forsthaus Heiligenfeld einen Vortrag über das Kloster. Damit ist er Wachholz der erste feststehende Referent im Jubiläumsjahr. Noch detaillierter dürfte es beim zweiten Vortrag am Freitag, 27. April, zugehen. Dann sind Bernd Ulrich Hucker und Hartmut Bösche zu Gast. Hucker ist Dozent an der Universität Vechta und hat sich in den vergangenen Jahren darum bemüht, in Sachen Klostergründung Licht ins Dunkle zu bringen. Auch Bösche befasst sich seit einigen Jahren mit der Geschichte des Geländes. Gemeinsam mit ihren Gästen tauchen sie in die Geschichte des Klosters ein.

Während der Höhepunkt der Feierlichkeiten immer näher kommt, steht im Mai noch ein besonderes musikalisches Schmankerl auf dem Programm. In der St.-Cyriakus-Kirche ist der Chor Gregorianika zu Gast. In beigefarbene Gewänder gehüllt, singen die sieben Männer christliche Lieder, die eine besondere Wirkung entfalten. „Durch den Ausdruck tiefen Glaubens, Spiritualität und Dynamik sowie mithilfe der mystischen Atmosphäre inspirieren die Lieder der Gruppe und gehen dem Zuhörer ab dem ersten Ton direkt unter die Haut“, wirbt die Gruppe auf ihrer Homepage. Neben rein liturgischem Gesang in lateinischer Sprache, so wie sie im frühen Mittelalter üblich war, gibt es bei ihren Konzerten einstimmige Choräle und mehrstimmige Stücke zu hören. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten sind unter anderem im Tourismus-Service Bruchhausen-Vilsen, in der Geschäftsstelle des SYKER KURIERS sowie unter der Rufnummer 04 21/ 36 36 36 erhältlich. 19 Euro kostet das Ticket, ermäßigt zwölf Euro. Kurzentschlossene erhalten gegen 22 Euro Eintritt in das Gotteshaus.

Das Festwochenende, auf das alles hinsteuert, ist für den 6. bis 8. Juli geplant und hat es programmtechnisch in sich: Es locken ein Klostermarkt, zwei Theatervorführungen und ein Gottesdienst mit prominenten Gästen. Feierlich eröffnet wird das Spektakel mit einem Festakt am Freitag. Am Sonnabend öffnet der Klostermarkt. Beim Wandeln zwischen den Ausstellern können sich die Gäste „in der Zeit zurückversetzt fühlen“, verspricht die Ankündigung. Handwerker, Kleindarsteller, Musiker und Aktionen für Kinder gehen mit dem Markt einher. Für den hat sich die Gemeinde erfahrene Mittelalter-Fans an Bord geholt. Die Vereine Ars Vivendi und Fogelvrei organisieren auch den Katharinenmarkt in Hoya und sind für den Schlachtezauber in Bremen verantwortlich. Kinder erhalten bei der Ferienkiste einen Einblick in die Entstehung eines Marktes.

„Es wird eine Veranstaltung für die ganze Familie“, betont auch Lisa Müller, die an der Planung des Events beteiligt ist. In einem großen Zelt ist am Abend die Bremer Shakespeare-Company zu Gast. In ihrem Stück „Shakespeare – Durch die Blume“ erzählen die Schauspieler die Geschichte des aufstrebenden Autors, dessen Karriere im Sommer 1595 ins Stocken gerät. Eine weitere Aufführung soll es am Sonntag geben. Der Vorverkauf soll in Kürze starten.

Den Abschluss bestreiten die Feiernden bei einem ökumenischen Gottesdienst, zu dem hoher Besuch anreist. Aus Rom reist der Generalabt Thomas Handgrätinger an. „Er ist ein Schulfreund von Hans-Jürgen Wachholz“, erklärt Müller, wie ein solch hohes Tier aus der katholischen Kirche für einen Besuch auf dem Heiligenberg gewonnen werden konnte. Aus Osnabrück kommen Bischoff Franz-Josef Bode und die Landessuperintendentin der evangelischen Kirche, Birgit Klostermeier.

Doch auch wenn die Festlichkeiten Mitte Juli beendet sind, ist das Jubiläumsjahr noch nicht vorbei. „Nach dem Festwochenende wird weiter gegraben“, kündigt Müller an. So wollen die Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege Hannover noch mehr über das damalige Kloster erfahren. Was die Grabenden dabei entdecken, das sollen sie am Ende des Jahres in einem Vortrag berichten.

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