Bassumer Kindergartengruppe holt sich Unterstützung durch Pferd Jule / Projekt soll weiter ausgebaut werden Auf großem Fuß durch den Wald

Zum letzten Mal stapfte Jule gestern mit ihren kleinen Reitern auf dem Rücken durch das Waldgebiet Dicker Braken in Helldiek – vorerst. Denn das Pilotprojekt zur frühen Förderung sozialer Kompetenzen mithilfe von Pferden kam bei dem Waldkindergarten gut an und könnte schon bald wiederholt werden. Für ein bis zwei Stunden pro Woche besuchte Dorthe Helmke vom Groß Henstedter Plendelhof die Gruppe Glückspilze mit ihrem Tier.
14.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kaya Leimann

Zum letzten Mal stapfte Jule gestern mit ihren kleinen Reitern auf dem Rücken durch das Waldgebiet Dicker Braken in Helldiek – vorerst. Denn das Pilotprojekt zur frühen Förderung sozialer Kompetenzen mithilfe von Pferden kam bei dem Waldkindergarten gut an und könnte schon bald wiederholt werden. Für ein bis zwei Stunden pro Woche besuchte Dorthe Helmke vom Groß Henstedter Plendelhof die Gruppe Glückspilze mit ihrem Tier.

Ganz vorsichtig legte die kleine Tjara ihren Zeigefinger auf den Bauch des Pferdes. Dafür musste sie sich ziemlich strecken, denn der Schimmel Jule ist ganz schön groß. Vorher hatte die dreijährige Tjara ordentlich in den Topf mit rosa Fingerfarbe gelangt und zeichnete einen großen Kreis auf das weiße Fell. Auch die anderen Kinder aus dem Bassumer Waldkindergarten malten gestern Dreiecke und Quadrate auf das Pferd, eine Abschiedsaktion für Dorthe Helmke. An fünf Tagen ritten, spielten und entdeckten die Kinder ihre Umgebung im Waldgebiet Dicker Braken in Helldiek gemeinsam mit der Pferdeexpertin.

„Zu Anfang habe ich die Gruppe unterteilt und den Kindern verschiedene Aufgaben gegeben“, beschrieb Dorthe Helmke vom Plendelhof. Die Gymnastik- und Tanzpädagogin arbeitet hauptsächlich mit Erwachsenen. Die Tage im Waldkindergarten waren auch für sie eine neue Erfahrung. „Die Älteren sollten einen Weg mit Ästen auf dem Boden legen, den Jule entlangging. Dafür mussten sie sich in ihrer eigentlich gewohnten Umgebung neu orientieren und gegenseitig helfen“, erklärte Dorthe Helmke.

Der zweiten Gruppe gab sie die Aufgabe, sich den Weg genau anzuschauen und vom normalen Waldboden zu unterscheiden. „An den richtigen Stellen legten sie Tücher auf den Boden, um die Strecke zu markieren. Auf die dritte Gruppe, in der nur zwei Kinder waren, bin ich ganz individuell eingegangen“, so die Gymnastik- und Tanzpädagogin. Die beiden Mädchen habe sie gleich auf das Pferd gesetzt. Während der vergangenen Wochen konnte sie bei beiden eine tolle Entwicklung feststellen. „Es sind aber alle über sich hinausgewachsen. Erst waren die Eltern etwas skeptisch, aber am Ende machten alle mit und hatten viel Spaß“, freute sich Dorthe Helmke.

Bei jedem Treffen wiederholten die Kinder gelernte Dinge, stellten sich aber auch neuen Aufgaben. „Wichtig waren stets folgende Fragen: Wo bin ich, wo ist das Pferd und wo sind die anderen Kinder? Jule ist zwar sehr geduldig, ich konnte aber nicht immer alle im Auge behalten“, so die Pferdeexpertin. Das hatte vor allem Tjara begriffen. Bei jedem Gang um das Pferd hielt sie mindestens zwei Meter Abstand zu Jules Hinterteil.

Erzieherin Martina Meyer ist mit dem Projektverlauf sehr zufrieden. „Ich würde mir wünschen, dass wir diese Art von Frühförderung der sozialen Kompetenzen mit Pferden noch öfter anbieten können“, sagte sie. Das würden sich die Kinder auch wünschen. „Ich fand das Brr-Sagen super, weil das Pferd gleich angehalten hat“, berichtete Annika stolz. Die Fünfjährige durfte ganz mutig das Pferd durch den Wald führen. „Den Weg habe ich gut gefunden. Da lagen ja über all die Tücher“, sagte Annika. Mit großem Eifer war sie dabei, Jule kunterbunt anzumalen. „Aber nicht wieder abwaschen“, verlangte ihre Freundin Ylvie.

Als Dank gab es für Dorthe Helmke einen Traumfänger. Martina Meyer: „Damit dein Traum, mit weiteren Kindergruppen und deinem Pferd zu arbeiten, in Erfüllung geht.“

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