Ökumenischer Pilgerweg führt von Flensburg über Barrien nach Paris Auf himmlischen Pfaden

Syke-Barrien. In den rauen und hektischen Zeiten dieser Tage verspüren immer mehr Menschen den Drang, sich zu entschleunigen. Während die einen die warmen Strände dieser Welt belagern, suchen die anderen im Glauben ihre Zuflucht.
16.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dominik Albrecht

In den rauen und hektischen Zeiten dieser Tage verspüren immer mehr Menschen den Drang, sich zu entschleunigen. Während die einen die warmen Strände dieser Welt belagern, suchen die anderen im Glauben ihre Zuflucht. So nutzen nicht nur Gläubige Pilgerwege, um innere Ruhe und Kraft zu finden. Eine besondere Ehre wird der Barrier Bartholomäus-Kirchengemeinde nun zuteil. Denn der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt von Flensburg nach Paris und am Sonnabend, 3. Oktober, und Sonntag, 4.Oktober, werden die Pilger Halt in Barrien machen.

Die Etappe Bremen-Osnabrück beginne am Sonnabend, 3. Oktober, um 9.30 Uhr am St. Petri Dom in Bremen. Auf dem rund 23 Kilometer langen Weg nach Barrien werde es unter anderem in der Gemeinde Arsten-Habenhausen eine kurze Andacht geben. Dies sei typisch für Pilgerwege. „Es werden immer geistliche Impulse gesetzt, gleichzeitig soll aber auch die Klimagerechtigkeit nicht zu kurz kommen“, so die Barrier Pastorin Susanne Heinemeyer.

Um das zu gewährleisten sollen Orte aufgesucht werden, „an denen Klimagerechtigkeit gelungen ist“. Anni Wöhler-Pajenkamp vom Naturschutzbund Syke werde zwei Hacheprojekte vorstellen, bei denen die Renaturierung – also die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen – gelungen ist. Um auf Missstände hinzuweisen, werde man aber auch sogenannte „Schmerzpunkte“ aufsuchen, von denen Syke „zum Glück keine bieten könne“. „Bei uns läuft es sehr gut, dennoch werden wir aufzeigen, was man tun muss, um bewusst und verantwortungsvoll mit der Schöpfung umzugehen“, schlägt Susanne Heinemeyer die Brücke zwischen Religion und Klimaschutz.

Um circa 17 Uhr sollen die 30 Pilger am alten Pfarrhaus in Barrien eintreffen. „Wir werden ein Grußwort an die Teilnehmer richten und auf Klimaanpassungsstrategien zu sprechen kommen“, berichtet Sykes Bürgermeisterin Suse Laue. Man sei sich aber der Länge der Etappe bewusst und werde sich kurz halten, damit sich alle beim gemeinsamen Abendessen ab 18 Uhr austauschen und stärken können. Anschließend gehe es mit den Gastfamilien zu den privaten Unterkünften. Der Sonntag soll, nach einem Frühstück in den Privatunterkünften, um 10 Uhr mit dem Erntedankgottesdienst auf dem Hof Glade, Lürsweg 5 in Leerßen, beginnen. „Bei dem Gottesdienst werden auch Pilger zu Wort kommen und über ihre Erfahrungen berichten“, gab Pastorin Susanne Heinemeyer einen Einblick in den Ablauf. Auch hier soll dem Thema Klimagerechtigkeit gedacht werden. So soll ein „Wassertruck“ auf dem Hof stehen. Der Laster, mit Führungen durch den begehbarem Container, liefere Informationen zum Thema Wasser. Danach beginne die etwa 17 Kilometer lange Tour von Barrien nach Harpstedt, wo man mit einer Ankunft um etwa 17.30 Uhr rechne. Diesbezüglich könne der Sonntag für alle interessant werden, die in die Pilgerei schnuppern möchten. Es bestehe für alle die Möglichkeit sich der Gruppe für die Tagesetappe anzuschließen. „Wer spontan Lust hat, ist herzlich dazu eingeladen, ohne Voranmeldung Teil des Pilgerweges zu werden“, ermutigt Susanne Heinemeyer alle Pilgerfreunde.

Geleitet werde die Gruppe auf der Etappe Barrien-Harpstedt von zwei ortskundigen Streckenbegleitern. Der Pilgerweg verlaufe auf „traditionellen Routen“, weshalb die Gemeinden gebeten wurden, selber für die Begleitung zu sorgen, wie Susanne Heinemeyer verrät. „Das ist uns, dank der Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern gelungen“, freut sich Susanne Heinemyer über die Anfrage des Ökumenischen Bündnisses und die Unterstützung der Gemeindemitglieder. Die Begleiter werden mit Warnwesten und Rucksäcken für die Sicherheit der Gruppe sorgen.

Die Pastorin würde sich freuen, wenn sich noch weitere Gastgeber finden lassen, die den Pilgern für das Wochenende eine Unterkunft anbieten können. Dafür müssten die Gastgeber mobil sein. „Da die Pilger ohnehin eine lange Reise zu Fuß zurücklegen und am nächsten Tag zum Hof Glade gebracht werden müssen, ist ein Fahrzeug erforderlich“, erklärt sie. Wer sich spontan bereit erklären möchte, den Teilnehmern eine Schlafmöglichkeit zur Verfügung zu stellen, könne sich im Gemeindehaus oder bei Pastorin Heinemeyer melden.

Ziel der Pilgerer ist Paris, wo ab November die Klimakonferenz stattfinden soll.

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