Am 2. April eröffnet eine Ausstellung mit Werken von 18 Künstlern im Twistringer Strohmuseum Aus Norddeutschland in alle Welt

Twistringen. „Geht unser Stroh in alle Welt, ist es um Twustern gut bestellt.“ Dieses ursprünglich plattdeutsche Sprichwort galt lange für die Twistringer Wirtschaft.
16.03.2016, 00:00
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Aus Norddeutschland in alle Welt
Von Micha Bustian

„Geht unser Stroh in alle Welt, ist es um Twustern gut bestellt.“ Dieses ursprünglich plattdeutsche Sprichwort galt lange für die Twistringer Wirtschaft. Jetzt hat sich Holger Hertwig den Mittelteil dieses Zitats ausgeliehen. Am Sonnabend, 2. April, um 15 Uhr eröffnet die von ihm initiierte Ausstellung „. . . in alle Welt“ im Twistringer Strohmuseum.

Holger Hertwig ist Lehrer für Kunst und Geografie am Schulzentrum Twistringen. Aber er ist auch selber Künstler. „Vollblutkünstler“, ergänzt Katja Bischoff, zuständig für die Kultur in der Twistringer Stadtverwaltung. Die beiden kennen sich über inzwischen mehrere Ausstellungen von Hertwigs Schülern im Rathaus. „Er stellt viel mit seinen Schülern auf die Beine“, sagt sie. Und wie als Beweis klopft Genet Massoudi an die Tür zur Museumsdiele.

Die 18-Jährige, vor drei Jahren aus Syrien geflohen, ist Bestandteil der Ausstellung – als einer von 18 Akteuren aus ganz Norddeutschland. „Sie hat Talent“, findet Holger Hertwig. „Wenn sie malt, ist sie total auf ihre Arbeit fokussiert. Und sie hat eigene Ideen.“ Ihr Stil? „Naturalistisch.“ Der krasse Gegensatz zu dieser jungen Dame ist Ernst Matzke aus Bremen. „Er ist wohl unser renommiertester Vertreter“, vermutet Holger Hertwig. Der 75-Jährige sei Berufskünstler, male abstrakt und „hat schon im Vorgänger der Weserburg in Bremen ausgestellt“.

Mit der Weserburg kann sich das Museum für Strohverarbeitung in Twistringen als Ausstellungsort für Kunst nicht messen. Noch nicht. Denn Holger Hertwig hat ganz bewusst das Gebäude am Kapellenweg 2 ausgewählt, „um es als Galerie zu profilieren“. Und so ganz neu ist das Genre im Strohmuseum ja auch nicht. „Wir hatten schon viele verschiedene Ausstellungen hier“, erinnert sich Karl-Heinz Stöver, im Förderverein des Strohmuseums für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Strohkunst, Krippen – selbst die Beatles seien schon Thema einer Präsentation gewesen.

Die allerdings seien bisher immer selbst organisiert worden. Jetzt folgt die erste städtische Ausstellung. „Wir haben nur die Räume zur Verfügung gestellt“, erläutert Karl-Heinz Stöver. Eine Kunstausstellung sei auch schwierig zu organisieren, da brauche man Kontakte und Ideen. Die sind in diesem Fall von Holger Hertwig gekommen. „Das ist eine Win-win-Situation“, bringt es Stöver in allerfeinstes Marketing-Deutsch.

Heißt: Alle haben etwas davon. „Uns tut so eine Infusion von außen auch mal ganz gut“, freut sich beispielsweise der Fördervereinsvorsitzende Heinz Brinkmann. Aber auch die Zuschauer sollen von dieser Kooperation profitieren. Sie sehen Gemälde von 18 Künstlern, darunter lokale Größen wie Ruth Cordes aus Syke sowie Bafuss alias Jochen Tiemann und Andrina „Kunst“ Frey aus Bissenhausen. Auch Holger Hertwig wird ein Bild beisteuern. 15 Werke von ihm allerdings hängen fast zeitgleich im Raft Farnham Castle im irischen Dublin, der Initiator höchstselbst kommt am Abend der Vernissage direkt von dort eingeflogen.

Katja Bischoff lobt die „sehr hohe Qualität“ und die „große Vielfalt“. Den Wahrheitsgehalt dieser Worte können Kunstinteressierte ab dem 2. April prüfen. Vornehmlich Akteure aus Bremen und Bremerhaven werden dann ihre gemalten Visitenkarten abgeben. Immer sonnabends und sonntags von 14 bis 17.30 Uhr sind ihre Werke dann zu sehen. Und das bis zum Tag der Arbeit, bis zum 1. Mai.

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