Jugendhaus Syke Ein Ort für ruhige Zusammenkünfte

Seit dem Jahr 2018 darf das Obergeschoss des Jugendhauses Syke nicht mehr genutzt werden. Das soll sich nun ändern: Mitglieder des Generationenausschusses haben sich auf eine Sanierung der Räume geeinigt.
01.07.2021, 16:34
Lesedauer: 3 Min
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Ein Ort für ruhige Zusammenkünfte
Von Sarah Essing

Syke. Mit einer Besichtigung startete die jüngste Sitzung des Generationenausschusses der Stadt Syke am Mittwochabend. Bevor die Ausschussmitglieder über die Sanierung des Obergeschosses im Jugendhaus Syke berieten, haben sie sich vor Ort ein eigenes Bild von den Gegebenheiten gemacht.

Während das Untergeschoss nach der coronabedingten Schließung nun wieder genutzt werden kann und sich den Ausschussmitgliedern als „gepflegt“ und „ansprechend“ gestaltet präsentierte, wie einige vermerkten, kann das Obergeschoss derzeit nicht verwendet werden. 2017 war festgestellt worden, dass für das Geschoss lediglich eine Nutzungsgenehmigung als Wohnung vorliegt. Nachdem für eine Änderung der Nutzungsgenehmigung umfangreiche und angesichts der Brand- und Sicherheitsbestimmungen eine vermutlich sehr kostenintensive Sanierung angenommen worden ist, wurde die Nutzung für die Jugendarbeit vom 1. Januar 2018 an untersagt. Konkrete Planungen für eine Sanierung des alten Bauernhauses sollten abgewartet werden, auch bis der neue Jugendpfleger das neu zu erstellende Konzept für die künftige Jugendarbeit in Syke und im Jugendhaus aufstellt hatte.

Das geschah im September 2020 und dieses sieht vor, dass die Räume im Obergeschoss sehr wohl genutzt werden sollten: für Gruppentreffen, Gesprächs- oder Organisationsrunden, Hausaufgabenhilfe oder ähnliches. „Bisher kann man sich nirgendwo in Ruhe zusammensetzen“, erläuterte Claudia Prößler den Ausschussmitgliedern. Die Räume im Obergeschoss würden jedoch diese Möglichkeit bieten.

Voraussetzung dafür ist allerdings eine Änderung der Nutzung, die nur erfolgen kann, wenn investiert wird. Dazu hat sich die Abteilung Hochbau im Syker Rathaus mit dem Brandschützer des Landkreises auf einige unbedingt notwendige Arbeiten verständigt. Dazu gehören ein Brandschutzkonzept mit einer vernetzten Rauchwarnanlage, rauchdichte Türen, die Überarbeitung der Notbeleuchtung und der Notausgangstüren sowie eine Überprüfung der Elektrik. Erfolgt dies, ist eine Nutzung des Obergeschosses mit bis zu zwölf Personen gleichzeitig möglich. Hinzu kommen noch einige Schönheitsreparaturen wie beispielsweise ein neuer Teppich und frische Farbe für die Wände.

Die geschätzten Kosten für diese Arbeiten belaufen sich auf rund 100.000 Euro. Sie sind bereits im Haushalt 2021 eingestellt, allerdings noch mit einem Sperrvermerk versehen. Denn es sollte noch geprüft werden, wie hoch die Kosten für eine weitergehende Sanierung im Obergeschoss und auch im Erdgeschoss sind, um gegebenenfalls das gesamte Jugendhaus einer Generalüberholung zu unterziehen. Damit das Obergeschoss aber jetzt schon wieder genutzt werden kann, ist eine sofortige Entscheidung über dortige Arbeiten erforderlich, teilte Claudia Prößler dem Ausschuss mit.

Bei zwei Gegenstimmen stimmten die Mitglieder des Generationenausschusses der Aufhebung dieses Sperrvermerks zu, damit das Obergeschoss künftig genutzt werden kann. Vor dem Hintergrund, dass es sich um ein altes Haus handele, bei dem im Laufe einer Rundumsanierung noch so einiges mehr an „Baustellen“ auftauchen könnte, verursache eine größere Sanierung Kosten, „die wir uns zurzeit nicht leisten können“, sprach Marlene Früchenicht (FWG) wohl vielen aus der Seele. Sie gab zudem zu bedenken, dass sich die Politik generell Gedanken über die Zukunft des Jugendhauses machen sollte, wie es genutzt werden und ob es auf Dauer am bisherigen Standort bleiben soll. Vor diesem Hintergrund seien die geplanten Arbeiten im Obergeschoss angemessen. Dem schloss sich Peter Jahnke (SPD) vorbehaltlos an. „Das Haus muss saniert werden, weil es eine wichtige soziale Einrichtung ist“, unterstrich er.

Zur Sache

Zufrieden mit der Ferienkiste

Passend zur Abstimmung über die Renovierung des Obergeschosses im Jugendhaus brachte Claudia Prößler die Ausschussmitglieder auf den neusten Stand in Sachen Jugendarbeit. In Vertretung für Stadtjugendpfleger Abdelhafid Catruat berichtete sie über angestoßene und laufende Projekte. In Vorbereitung sind drei Projekte. Zum einen der Tag der Jugend am 9. November, der im vergangenen Jahr ausfallen musste (wir berichteten), ein internationales Workcamp zum Thema Klima im September und Oktober sowie ein internationaler Jugendaustausch mit Jugendlichen aus Polen und Marokko, die im vergangenen Jahr in Syke zu Gast waren (wir berichteten). Dieses Mal findet das Treffen im Oktober in Marokko statt. Zehn Syker Jugendliche reisen für zehn Tage in das nordafrikanische Land. Initiiert wurde des Weiteren ein „Schwimmgipfel“, um in den Sommerferien zusätzliche Schwimmkurse anbieten zu können. Gemeinsam mit Vereinen aus Syke und Weyhe soll das möglich gemacht werden. Angelaufen ist zudem das Projekt „Digitale Jugendbeteiligung“, das wegweisend für die Einrichtung eines Jugendparlaments in Syke sein soll (wir berichteten). „Wir sind auf einem guten Weg da hin zu kommen“, lautete Claudia Prößlers Fazit. Zufrieden ist sie zudem mit dem Angebot, das Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien gemacht werden kann. 107 Aktionen wurden der Stadt dafür gemeldet.

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