Paul Schmiedeke belegt den zweiten Platz bei einem Wettbewerb der Universität Oldenburg Ausgezeichnet: Pauls Facharbeit

Von Niklas Wilhelm
09.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Wilhelm

Syke. Der Magnetresonanztomograph, kurz MRT genannt. Wie funktioniert er? Warum wird er eingesetzt? Welche Vor- und Nachteile hat er gegenüber dem Computertomographen? Mit diesen Fragen setzte sich Paul Schmiedeke, Schüler am Syker Gymnasium, in seiner Facharbeit für das Seminarfach "Physik im Alltag" auseinander. Kürzlich erhielt Schmiedeke für diese Arbeit den zweiten Preis beim Facharbeitenwettbewerb der Universität Oldenburg.

Paul Schmiedeke besucht die zwölfte Klasse am Gymnasium, schreibt im April seine Abiturklausuren, wohl mit einem von Seminarfachlehrerin Elisabeth Kollien und ihm selbst geschätzten Einser-Durchschnitt. Als Leistungskurse hat er Physik, Mathematik und Biologie gewählt. "Naturwissenschaften interessieren mich", begründet der seit heute 18-Jährige. Mathe, unterrichtet von Wolfgang Hunze, und Physik, unterrichtet von Reinhard Bleckwehl, seien seine besten Fächer. Daher habe er auch "Physik im Alltag" als Seminarfach gewählt. Das Seminarfach soll die Schüler auf die Gegebenheiten in einem möglichen Studium vorbereiten. Dabei wird konsequenterweise eine Facharbeit zu einem Thema, das die Schüler selbst aus einer Liste wählen können, geschrieben, erklärt Seminarfachlehrerin Kollien. Daher seien die Arbeiten auch nicht viel von Lehrern beeinflusst worden.

Thema Magnetresonanztomograph

Auf die Idee, über den MRT zu schreiben, kam Paul Schmiedeke über seinen Vater, der Kinderchirurg im Klinikum Bremen-Mitte ist und somit auch viel mit Tomographen zu tun hat, allerdings selbst nicht wisse, wie dieser genau funktioniert. Am Ende wurde die Facharbeit, die auch von einem Radiologen aus dem Krankenhaus von Pauls Vater durch Fachliteratur unterstützt wurde, von Pädagogin Kollien mit der Bestnote - mit 15 Punkten bewertet. Darüber hinaus konnte der 18-Jährige in den vergangenen Herbstferien in einem Praktikum beim Mewes-Forschungszentrum an der Universität Bremen auch selbst am MRT arbeiten und experimentieren, was allerdings nicht mehr in die Facharbeit einfließen konnte. Etwas später bekam Elisabeth Kollien mit, dass die Uni Oldenburg, die schon seit Langem mit dem Gymnasium Syke zusammenarbeitet, einen Facharbeitenwettbewerb über das Thema Physik veranstaltet. So kam die Physiklehrerin auf die Idee, sich mit Pauls Facharbeit dort zu bewerben. Das

Ergebnis: Ein guter zweiter Rang und ein Buchpreis. "Ganz nett", fand der Ausgezeichnete seinen Preis, aber auch "nicht so wichtig". Die ersten Plätze belegten laut Kollien auch nur Schüler, die an der Uni Oldenburg ihre Facharbeit geschrieben hätten.

In dem über vier Halbjahre laufenden Seminarfach hatte Elisabeth Kollien Paul Schmiedeke auch erst kennengelernt, doch schon jetzt beschreibt sie den 18-Jährigen als "sehr guten Schüler mit einer schnellen Auffassungsgabe". Er sei sehr zielgerichtet und konzentriert auf das Wesentliche.

In seiner Freizeit hat Paul Schmiedeke allerdings gar nicht so viel mit Physik und anderen Naturwissenschaften am Hut. "Rumschrauben" mache ihm schon Spaß, lieber spiele er aber Fußball und Gitarre. Das Phänomen, für diese Interessen neben der Schule noch Zeit zu finden, erklärt Elisabeth Kollien damit, dass Paul nicht nur ein hochbegabter Schüler sei, sondern auch mit der Begabung umzugehen wisse. Das würde für viele ein Problem darstellen. An die Zeit nach dem Abitur denkt Paul Schmiedeke jetzt noch nicht, die Tendenz gehe allerdings in Richtung eines Studiums in Ingenieurwissenschaften, Elektronik oder Medizintechnik.

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