Kosten liegen bei 2,66 statt 2,58 Millionen Euro / VHS startet ab Februar 2011 in neues Semester Bahnhof Kirchweyhe: Fast nach Fahrplan

Weyhe-Kirchweyhe. Die beiden Fahrstuhltürme inklusive Lift stehen - zu den Gleisen müssen die Bahnfahrer derzeit aber immer noch einmal um das Kirchweyher Bahnhofsgebäude herum. Wartehalle und Durchgang nämlich sind noch von den Handwerkern belegt. Wird die Sanierung, die jetzt schon sieben Monate länger gedauert hat als ursprünglich vorgesehen, dennoch bis Ende des Jahres - wie zuletzt von Gemeinde und Planungsbüro angesagt - abgeschlossen sein? Ja, sagen Bürgermeister Frank Lemmermann und Architekt Johannes Fricke.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Gaby Wolf

Weyhe-Kirchweyhe. Die beiden Fahrstuhltürme inklusive Lift stehen - zu den Gleisen müssen die Bahnfahrer derzeit aber immer noch einmal um das Kirchweyher Bahnhofsgebäude herum. Wartehalle und Durchgang nämlich sind noch von den Handwerkern belegt. Wird die Sanierung, die jetzt schon sieben Monate länger gedauert hat als ursprünglich vorgesehen, dennoch bis Ende des Jahres - wie zuletzt von Gemeinde und Planungsbüro angesagt - abgeschlossen sein? Ja, sagen Bürgermeister Frank Lemmermann und Architekt Johannes Fricke.

"Wir sind jetzt noch im südlichen Teil der Halle zugange", sagt Fricke vom Architektenbüro ppb in Hannover. Aktuell werde unter anderem die Decke verkleidet. "Aber in zwei bis drei Wochen sind wir damit durch." Bereits fertig sei der nördliche Teil des Gebäudes, in den die Volkshochschule Weyhe einziehen wird. Außen liefen die letzten Restarbeiten. Und wann können die Bahnnutzer das Warten auf den Zug wieder drinnen erledigen?

"Das klappt noch vor Weihnachten", ist sich Fricke sicher. "Dann stehen dort wieder Bänke, es wird beheizt - das wird richtig lecker." Und das gelte auch für die weitere Gestaltung der Halle. Zwar sei im Zuge der Sanierung wieder davon abgerückt worden, die zwischenzeitlich vom Putz befreiten Ziegelwände in ihrer rustikalen Urgestalt zu belassen ("das war doch zu wild, was sich dort präsentierte"), aber dafür soll eine Brüstungsverkleidung aus Holz für gemütlichen Schick sorgen.

Unterstützung aus der KGS Leeste

Zudem soll ein Kunst-Leistungskurs der KGS Leeste an der Wandgestaltung beteiligt werden. Wie die Beteiligung ganz genau aussieht, da will sich Erika Janke, zuständig für die Gebäudewirtschaft, noch nicht so ganz genau in die Karten blicken lassen. "Über der Holzverkleidung, die etwa 1,20 Meter hoch ist, soll eine Art Bilderrahmen entstehen. Dort sollen die Schüler dann Werke zum Thema Reisen kreieren", soviel verrät sie schon mal.

Auch außen bei den Fahrstuhltürmen soll noch ein Farbakzent gesetzt werden. Die Ratsmitglieder haben sich für rot eingefärbte Vorsatzplatten entschieden - "in Korrespondenz zu den Ziegelsteinen", wie Bürgermeister Lemmermann es formuliert. Und so erhält der an die lichtgraue Glas-Zwischenfassade anschließende Südturm (wenn man vor dem Gebäude steht, links) "ein kräftiges Weinrot", wie Architekt Fricke präzisiert. Der Nordturm bleibe betonfarben.

Kein Nachspiel werden "die Kommunikationsprobleme" mit den ausführenden Betrieben haben, von denen Lemmermann im Zuge der erneuten Verzögerung bei den Sanierungsarbeiten im August gesprochen hatte. "Die Probleme sind beigelegt", bestätigt der Bürgermeister. Man habe noch einmal miteinander geredet, und die Firmen drückten auf die Tube. Die erste Verzögerung war wie berichtet dem langen Winter und der doch nicht ganz so gut erhaltenen Bausubstanz des Bahnhofs-Oldies von 1873 geschuldet gewesen. Nun jedoch, sagt Lemmermann, werde der Zeitplan so eingehalten, "dass wir die Mieter zufriedenstellen".

Die Mieter - das sind neben dem Reisebüro, das von der linken auf die rechte Seite gezogen ist, ein Bäcker, das Sozialraum-Team des Landkreises sowie voraussichtlich ein Fahrrad-Laden mit Werkstatt, mit dem die Gemeinde noch am Verhandeln ist. Und - wie eingangs erwähnt - die Volkshochschule, die eigentlich schon zum Herbst und Winter Kurse dort anbieten wollte. "Der Mietvertrag sieht jetzt vor, dass die VHS ab 1. Januar einzieht", sagt Lemmermann. Gerhard Thiel, Leiter der Kreisvolkshochschule Diepholz, bestätigt das. "Die Räume werden dann so hergerichtet, dass wir am 1. Februar ordentlich mit dem neuen Semester beginnen können."

Die vom zuständigen Fachausschuss der Gemeinde bereits ausgesuchten Pflastersteine für den Bahnhofsvorplatz sollen vorbehaltlich des noch ausstehenden Ratsbeschlusses im kommenden Jahr verlegt werden, sobald die Witterung es zulässt. Im Zeitraum 2012 bis 2013 ist dann die Deutsche Bahn AG an der Reihe, den Kirchweyher Bahnsteig barrierefrei umzubauen. Auch der Tunnel zu den Gleisen - "mit das Hässlichste, was in Weyhe zu erleben ist", wie Lemmermann findet - soll dann entsprechend von der Bahn saniert werden. Das Programm "Niedersachsen ist am Zug" macht?s möglich.

Mit 2,66 Millionen Euro anstatt wie einst veranschlagt 2,58 Millionen Euro schlagen die Arbeiten nach Angaben von Erika Janke zu Buche. Die Sanierung des Kirchweyher Bahnhofsgebäude wird also etwas teurer als vom Architektenbüro prognostiziert. "Eine Punktlandung wäre zwar schöner gewesen, um gut zehn Prozent sind aber nicht dramatisch", versichert Fricke. Zum einen sei für einige Arbeiten - etwa den Brandschutz - der Aufwand doch etwas höher gewesen. Zum anderen seien die allgemeinen Baupreise aktuell wieder gestiegen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+