Barrier Wassermühle

Kulturprogramm mit Auflagen

Der Verein Rüttelschuh beendet die coronabedingte Zwangspause. Am 4. September startet wieder das Musik- und Kulturprogramm in der Barrier Wassermühle.
09.08.2020, 15:03
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Von Dagmar Voss
Kulturprogramm mit Auflagen

Die Band Skupa eröffnet das Kulturprogramm in der Barrier Wassermühle mit Balkan-Gypsy-Flamenco.

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Syke. „Wir haben sehr lange diskutiert und Pläne gemacht, verworfen, neue gemacht, waren schon kurz vorm Hinschmeißen, bis wir nun wissen, wie es gehen kann“, erklärt Christiane Palm-Hoffmeister, Vorsitzende der Kulturinitiative Rüttelschuh. Gemeint ist deren aktuelles Kulturprogramm in der Wassermühle Barrien. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Verein natürlich ein Konzept erstellen, bei dem vor allem die Abstandsregeln eingehalten werden.

Vereinfacht werden für die Rüttelschuh-Aktiven bei der Konzepterstellung einige Gegebenheiten in der Mühle. Denn mehrere Etagen bietet der Ort für seine Besucher, unten der Eingang und WCs, mittig, noch mit Treppchen unterteilt, der Sitz- und Auftrittsbereich sowie die kleine Küche. Und oben dann nochmal WCs neben dem Heinrich-Schmidt-Barrien-Archiv. Nicht zu vergessen die Außenterrasse. Sehr bedauerlich für alle, dass trotzdem nur rund 24 Gäste – je nachdem, ob viele Familien oder eher Einzelpersonen kommen – Platz finden können. Dafür können sich Besucher auf zehn Vorstellungen freuen anstatt acht wie sonst immer, plus eine Vernissage.

„Um die Distanz zwischen Besuchern und Künstlern, egal ob nun einer oder mehrere, zu garantieren, haben wir die ‚Bühne’ verlegt“, erklärt Palm-Hoffmeister. „Sie werden nun mittig auftreten. Da, wo vorher das gemütliche Sofa stand neben dem großen Mühlstein, da mussten wir nur noch für neue Scheinwerfer sorgen.“ Also spielen dort die Künstler, von allen gut sichtbar mit genügend Abstand. Vor allem wichtig für Bands wie das Quartett Skupa mit Violine, Gitarre, Percussion und einer sehr ausladenden Tuba. „Sie haben hier schon geprobt, um zu sehen, wie es klappen kann, da passte es prima mit dem neuen Platz“, so Vorstandsmitglied Christiane Decke. Einen leidenschaftlichen Balkan-Gispy-Flamenco-Musikstil bringen die Vier zu Gehör, da dürfte es schwer werden, auf den Stühlen zu bleiben. Die Bremer Musiker bilden den schwungvollen Auftakt des Herbstprogramms am Freitag, 4. September.

Da ja bei allen Kulturstätten ab März rein gar nichts mehr ging und viele Termine abgesagt werden mussten, kann man nun auf manch Nachgeholtes gespannt sein. Auch in der Mühle können sich Interessierte auf einige Nachholtermine freuen. Insgesamt ist es damit nun ein wesentlich größeres Programm als gewöhnlich.

Am 17. September unterhält ein scharfzüngiges, wortwitziges Kabarett vom bayrischen Schwaben Martin Herrmann mit „Feinstaubalarm ist auch nur ein vornehmes Wort für Kehrwoche“. Oder Sammy Vomacka am 30. September mit seinem akustischen Blues (Slideguitar), für Gitarre arrangierten Piano-Ragtime, bekannten Swingstücken mit Gesang, faszinierenden Instrumentals sowie Jazzstandards.

Auch alle diejenigen, die sich auf die Jeanine-Vahldiek-Band gefreut hatten, seien getröstet: Sie kommt am 5. November, an einem Mühlensonntag also, und schon um 17.30 Uhr. „Frisch, rhythmisch, melodisch, schön“, freut sich schon Palm-Hoffmeister. Denn Vahldiek singt zum eigenen Harfenspiel, begleitet von Steffen Haß mit Percussion. Ebenfalls ein Harfenkonzert bietet Robin Huw Bowen am 8. Oktober, mit dem die Zuhörer ihr „blaues Wunder“ erleben können, verspricht Rüttelschuh. Der Mann aus Wales, der seine humorigen Moderationen auf Deutsch bringt, will an der Welsh Triple Harp Kaskaden von temperamentvollen Traditionals zaubern mit ungeahnter Klangfülle.

Gute Nachrichten für Musik- und Millns-Fans, denen der bekannte britische Bluespoet schon so lange fehlte: Paul Millns kommt wieder, am 6. November zum 17. Mal, mit „neuen sensiblen Texten, auch zu Corona, und unerhört neuen Tönen“ laut Rüttelschuh. Ebenfalls Very British geht es mit „All You Need Is Love – Beatles Forever” weiter. Am 20. November beleuchten Achim Amme und Volkwin Müller die altbekannte Liverpooler Band mal anders. Den traditionellen alternativen Nikolaus gestalten dieses Jahr „Liederjan“ am 5. Dezember. Zu ihnen muss nichts mehr gesagt werden, sie sind allseits bekannt. Und als krönender Höhepunkt, quasi als „alternativer Weihnachtsmann“, endlich wieder einmal Axel Pätz. Und wieder einmal wird er mit einer Vorpremiere seines neuen Musikkabarett-Programms zu Gast in der Wassermühle sein. Er ist der Einzige, der wegen des Klaviers am altbekannten Ort oben auftreten wird. Alle Veranstaltungen finden um 20 Uhr statt, außer Vahldieks Konzert.

Noch zuletzt sollte die einmal im Jahr stattfindende Vernissage erwähnt werden: Am 24. September ab 19 Uhr präsentieren Ingrid Seidel und Bernd Romankiewitz mit „Kontraste“ ihre Werke in der Kreissparkasse (KSK) und der Wassermühle. Das Programm liegt aus in der KSK und bei Kunst & Kreativ, Sudweyher Straße 13 in Barrien. Karten für alle Termine gibt es schon, allerdings nur per E-Mail unter kulturmuehle@t-online.de. Fragen werden beantwortet unter den Telefonnummern 0 42 42 / 71 70 und 93 78 99.

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