Bauausschuss Besser entwässern

Nach Problemen in Ristedt und Gessel nach Regenfällen hat die Stadt Syke die Oberflächenentwässerung ins Visier genommen. Die Stadt muss baulich nachlegen, doch auch Grundstückseigentümer sind gefordert.
03.09.2021, 16:18
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Besser entwässern
Von Sarah Essing

Syke. Mit der "Ableitung von Niederschlagswasser auf Stadtstraßen", wie es auf der Tagesordnung stand, befasste sich am Donnerstagabend der Bauausschuss der Stadt Syke. Denn aus aktuellem Anlass muss die Stadt Syke die Oberflächenentwässerung ins Visier nehmen, berichtete Bauamtsleiter Heinrich Sievers. Damit meinte er die Probleme, die Starkregen in der Hachestadt jüngst verursacht hat.

Hauptsächlich in Gessel und Ristedt waren Ende August Straßen und Unterführungen überflutet, Keller vollgelaufen und Kanalzuflüsse verstopft worden (wir berichteten). An dem Tag fiel in relativ kurzer Zeit sehr viel Regen, circa 40 Liter in einer halben Stunde, führte Sievers aus. Diese Niederschlagsmenge entspricht einem Regenereignis, das statistisch gesehen nur etwa alle 100 Jahre vorkommt. Damit geht es weit über die Menge eines drei-jährlichen Regenereignisses hinaus, auf dessen Basis die Größe der Kanäle berechnet wird. Das ist auch der Vorlage zu entnehmen.

In Ristedt gab es bereits mehrfach derartige Vorfälle, das sei allein der geographischen Lage geschuldet, so Sievers weiter. Die Ristedter Hauptstraße liegt auf einer Höhenlage von 25 Metern und rechts und links geht es hoch bis zu 40 Metern. Diese 15 Meter Höhenunterschied sorgen für Gefälle, das Wasser sehr gut runterfließen kann. Man werde daher kurzfristig über eine Vergrößerung der Regenwasserrückhaltebecken und Kanäle überlegen müssen, um derartige Probleme in Zukunft zu verhindern.

Dass in Gessel ebenfalls Keller vollliefen, sei hingegen überraschend gewesen. Denn im Gegensatz zu Ristedt gibt es in Gessel kein größeres Gefälle, sagte Sievers. Dennoch liefen auch dort an der niedrigsten Stelle Keller voll. Man habe daraufhin recherchiert und dabei festgestellt, dass die dort vorhandenen Gräben zum Ableiten von Oberflächenwasser nirgendwo hinführen. Weitere Recherchen hätten dann ergeben, dass es schon vor längerer Zeit hinter dem Kindergarten ein Baugebiet gegeben hat. Dafür war "anscheinend" auch ein Regenrückhaltebecken vorgesehen, auch ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück sei offenbar bereits dafür vorgesehen gewesen. Doch ein Regenrückhaltebecken wurde dort nie gebaut – "aus welchen Gründen auch immer", sagte Sievers und bekannte: "Warum man das nicht gemacht hat, ist mir nicht erklärlich." Man werde an dieser Stelle in Zukunft in Gessel daher etwas tun müssen.

In Gessel kommt zudem hinzu, dass es sich dabei größtenteils um relativ alte Bausubstanz handelt. Damit liegen alle Baugrundstücke etwas höher als die Straße und alles, was an Oberflächenwasser auf dem Grundstück anfällt und auf befestigten Grund trifft, wird zur Straße hin entwässert. Das sei gar nicht mal böswillig, stellte Sievers klar, "sondern, weil das früher einfach so üblich war". Das führe jedoch dazu, dass erheblich mehr Wasser auf die öffentlichen Straßen kommt, als entsorgt werden kann.

Daraus folgt, erläuterte Sievers, dass in Zukunft das gesamte Stadtgebiet dementsprechend in Augenschein genommen werden muss. Es müsse mit allen Eigentümern gesprochen werden, sodass künftig bei der Oberflächenentwässerung etwas anders gemacht wird. Das Oberflächenwasser, das auf dem Grundstück aufkommt, müsse auch dort bleiben und verrieseln oder aufgefangen werden. "Letzteres wäre die sinnvollste Variante, denn dann könnte man es gleich für das Sprengen des Rasens nutzen", so Sievers. Damit könnte ein großer Teil der nun aufgetretenen Probleme schon verhindert werden, weil dann das Wasser nicht auf den öffentlichen Straßen ankommt. Sehen müsste man auch, ob gegebenenfalls ausgebaute Seitenräume wieder zurückgebaut werden müssen, damit Platz vorhanden ist, um das Oberflächenwasser dort verrieseln zu lassen. "Das ist eine ganz wichtige, sehr akribische Aufgabe", unterstrich Sievers, "an der wir Jahre arbeiten müssen."

Dem schlossen sich die Bauausschussmitglieder an. Es lasse sich nicht leugnen, dass mit dem Klimawandel mit einer Zunahme derartiger Extremwetterlagen zu rechnen ist. Darum müsse die Stadt ihren Teil dazu beitragen, um die zu erwartbaren Folgen zu mindern, lautete der Tenor über alle Fraktionsgrenzen hinweg.

Zur Sache

Hundeplatz in Barrien empfohlen

Über das Wasser hinaus befasste sich der Bauausschuss der Stadt Syke mit zahlreichen Bebauungsplänen und brachte diese auf den Weg. Bei einer Gegenstimme durch Henning Greve von den Grünen wurde der Satzungsbeschluss für den Hundeplatz in Barrien dem Rat zum Beschluss empfohlen.

Einstimmig fiel das Ergebnis für die Auslegung des B-Plans "Auf dem Radeberg - westlich der Gesseler Straße" aus. Zielsetzung dabei ist es, die städtebauliche Entwicklung zu sichern und entsprechend der gegenüberliegenden Bebauung für das Syker Gängeviertel zu spiegeln, damit das Gesamtbild einheitlich bleibt. Auch der Ortsrat Syke hatte sich dafür ausgesprochen.

Ebenfalls einstimmig befürwortete der Bauausschuss zudem den Beschluss des B-Plans "Westlich Friedeholz", damit dort der Gebiets-Charakter bewahrt bleibt. Bei einer Gegenstimme seitens der Grünen wurden zudem der Bebauungsplan "Westlich der Wachendorfer Straße" und der Aufstellungsbeschluss einer Außenbereichssatzung für den bebauten Bereich Pennigbeck in Osterholz auf den Weg gebracht. Auch dem Antrag des Heiligenfelder Ortsrats auf Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet südlich der Königstraße stimmten die Ausschussmitglieder zu - bei einer Enthaltung durch die Grünen.

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