SPD, Grüne und Sykeplus unterstützen Suse Laue / CDU und FDP haben noch keinen Gegenkandidaten

Bekommt Syke eine Bürgermeisterin?

Die Spatzen in der Hachestadt haben es schon seit Monaten von den Dächern gepfiffen, gestern wagte sich Suse Laue nun ganz offiziell aus der Deckung. Ja, sie werde bei der vorgezogenen Syker Bürgermeisterwahl, die voraussichtlich zeitgleich mit der Bundestagswahl am 22. September stattfinde, kandidieren. Läuft für die bisherige Verwaltungsvize alles rund, braucht sie im Herbst nur zwei Zimmer weiterziehen – vom Stellvertreterbüro direkt ins Chefzimmer des Rathauses. Suse Laue freut sich über die breite politische Unterstützung – SPD, Grüne und Sykeplus haben die Juristin jetzt als ihre Kandidatin vorgestellt.
22.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Dirk Zweibrock

Die Spatzen in der Hachestadt haben es schon seit Monaten von den Dächern gepfiffen, gestern wagte sich Suse Laue nun ganz offiziell aus der Deckung. Ja, sie werde bei der vorgezogenen Syker Bürgermeisterwahl, die voraussichtlich zeitgleich mit der Bundestagswahl am 22. September stattfinde, kandidieren. Läuft für die bisherige Verwaltungsvize alles rund, braucht sie im Herbst nur zwei Zimmer weiterziehen – vom Stellvertreterbüro direkt ins Chefzimmer des Rathauses. Suse Laue freut sich über die breite politische Unterstützung – SPD, Grüne und Sykeplus haben die Juristin jetzt als ihre Kandidatin vorgestellt.

Syke. "Es gab keinen Plan B. Hätte der Syker Stadtrat Bürgermeister Harald Behrens Donnerstagabend nicht mit Dreiviertelmehrheit in den Ruhestand versetzt, wäre komplette Konfusion ausgebrochen", brachte es Wolfgang Reß, Chef von Sykeplus, auf den Punkt. Doch die Ära Behrens ist inzwischen Geschichte, seit gestern herrschen klare Verhältnisse in der Hache-stadt. Grund genug für Reß, gemeinsam mit dem Syker SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Günter Steinig und Grünen-Chefin Marita Thiel-Wolf "seine" Bürgermeister-Kandidatin zu präsentieren. Und das ist Suse Laue, 1964 geboren, verheiratet, Mutter einer Tochter und in Schnepke zuhause. Sie sei zwar SPD-Mitglied, kandidiere bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl jedoch als Unabhängige, erklärte Suse Laue. Und weiter: "Auf der kommunalen Ebene zählt nicht das Parteibuch, sondern dass man die Stadt vorantreibt." Da die Sykerin nicht auf dem SPD-Ticket fährt, sondern als Einzelkandidatin antritt, muss sie im Vorfeld 170 Unterstützer-Stimmen sammeln.

Über den genauen Wahltermin entscheidet der Syker Stadtrat dann am Donnerstag, 4. Juli, bei einer Sondersitzung. Mit einfacher Mehrheit. Um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, favorisiert die Politik das Datum der Bundestagswahl, sprich den 22. September 2013.

Und was sagt die Syker Opposition, kann sie sich mit der Bürgermeister-Kandidatin von SPD, Grünen und Sykeplus anfreunden, oder zaubert sie doch noch kurzfristig einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin aus dem Hut? Kalt erwischt hat den Syker CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Ralf Eggers die Ankündigung von Markus Stier, nicht für das Bürgermeisteramt zur Verfügung zu stehen. Der 34-Jährige Christdemokrat hatte im WESER-KURIER seinen Verzicht erklärt. "Die CDU Syke entscheidet Ende Juli bei einer Mitgliederversammlung, ob wir Suse Laue öffentlich unterstützen oder einen eigenen Kandidaten aufstellen", sagte Eggers gestern gegenüber unserer Zeitung. Der Parteivorstand werde der Basis dann eine entsprechende Empfehlung unterbreiten.

Grundsätzlich hält er Suse Laue aber wie FDP-Ortsverbandsvorsitzender Reinhard Hansemann für konsensfähig: "Suse Laue hat in den vergangenen Jahren als Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters einen wirklich guten Job gemacht. Für die Liberalen ist sie auf jeden Fall wählbar", erklärte Hansemann gegenüber dem WESER-KURIER. "Aber vielleicht kommt in den nächsten Wochen ja doch noch der eine oder andere gute Kandidat um die Ecke", kündigte der Freidemokrat Gespräche mit der CDU an. Zum Hintergrund: Bis zum 19. August hat die Opposition Zeit, einen Gegenkandidaten aufzustellen.

"Schade, dass wir bislang nur eine Kandidatin haben", freute sich Grünen-Chefin Marita Thiel-Wolf zwar, dass eine Frau für das höchste Amt der Stadt kandidiert, aber im Sinne der Demokratie sei es immer besser, wenn der Wähler die Alternative habe. Suse Laue sieht das übrigens ebenso. Auch sie wünscht sich einen Herausforderer.

Bis zur Wahl im Herbst führt Suse Laue die Amtsgeschäfte im Syker Rathaus. "Das ist ja meine Aufgabe als Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters", sagte sie gestern. Damit geht sie also nicht nur mit einem Frauen-, sondern auch mit einem Amtsbonus ins Rennen. Sollte Suse Laue tatsächlich vom Stellvertreter- auf den Chefposten wechseln, muss natürlich ein neuer Verwaltungsvize oder Erster Stadtrat her. Marita Thiel Wolf würde dieses Amt gerne für ihre Partei reklamieren, gibt sich die Grünen-Politikerin ganz selbstbewusst. Sie hofft, per öffentlicher Ausschreibung einen geeigneten Bewerber zu finden. Ob es nun ein Beamter auf Lebenszeit, also Allgemeiner Vertreter wie bisher Suse Laue, oder ein besser bezahlter, auf acht Jahre befristeter politiknaher Wahlbeamter (Erster Stadtrat) wird – darüber entscheidet wie so oft der Syker Stadtrat.

Sollte Suse Laue Sykes erste hauptamtliche Bürgermeisterin werden, kündigt sie ein anderes Miteinander zwischen Politik und Verwaltung an. Ein konstruktiveres. Ihre ersten Baustellen als Bürgermeisterin wären dann die Haushaltsberatungen im Herbst, die Realisierung eigener Syker Stadtwerke und des Ganztagsschulbetriebes. Voll und ganz auf Kuschelkurs mit der Politik werde sie dann aber doch nicht gehen: "Auf gewissen Dingen muss ich als Bürgermeisterin eben bestehen." Und manche "alten Zöpfe" werde sie kappen. Einen Konflikt mit dem Amt ihres Mannes Harm-Dirk Hüppe, der den Fachbereich Bildung, Jugend und Kultur leitet, sieht sie als mögliche Verwaltungs-Chefin nicht auf sich zukommen: "Bisher haben wir das organisatorisch immer gut trennen können."

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