Erzähl-Café Berichte aus Palästina

Ulrich Tatje und Theodor Lanfermann haben eine Reise unternommen. Eine spannende Reise. Es zog sie nach Israel und Palästina. Am Donnerstag, 26. September, berichten die Beiden im Café Alte Posthalterei in Syke
24.09.2019, 10:36
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Von Ivonne Wolfgramm

Syke. Für Ulrich Tatje war es eine Reise mit vielen Eindrücken, auf die er sich im Frühjahr dieses Jahres begab. Als Teil einer Begegnungsreise der Organisation IPPNW (International Physicians For The Prevention Of Nuclear War; zu deutsch: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung) reiste er gemeinsam mit Theodor Lanfermann nach Palästina, um sich vor Ort ein eigenes Bild der dortigen Situation, geprägt durch jahrelange Konflikte, zu machen. An diesem Donnerstag, 26. September, sprechen Tatje und Lanfermann beim Erzähl-Café um 19.30 Uhr über ihre Erlebnisse in Palästina und Israel.

„Israel ist ein spannendes Land“, sagt Tatje im Vorfeld. „Es ist für drei Weltreligionen ein historisch bedeutsamer Ort. Natürlich gibt es Spannungen.“ Das Ausmaß dieser Spannungen offenbarte sich ihm während der zehntägigen Reise. „Wir waren in Privatquartieren rund um Bethlehem unterbracht und hatten ein straffes Programm“, erinnert er sich. Neben Ausflügen im Westjordanland und Israel gehörten auch Gespräche mit medizinischen und politischen Organisationen dazu – sowohl auf palästinensischer als auch auf israelische Seite. Das zentrale Thema: die Sicherheits- und Siedlungspolitik Israels.

Der Konflikt zwischen Israel und dem Westjordanland besteht seit Jahrzehnten und beherrscht das Leben der Menschen auf beiden Seiten. Die Israelis fühlen sind von den Palästinensern immer bedroht, beschreibt Tatje. Daher werden Palästinenser bei der Ein- und Ausreise besonders umfangreich kontrolliert – bis zu mehrere Stunden. Auf der anderen Seite nehmen die jüdischen Siedlungen im Westjordanland an Zahl und Größe stetig zu. „Diese Siedlungen befinden sich teilweise mitten in der Stadt und werden gut bewacht. Obwohl Israel mit dieser Siedlungspolitik gegen internationales Recht verstößt“, erklärt Tatje.

Während der zahlreichen Gespräche, die seine Reisegruppe mit den dort ansässigen, überwiegend palästinensischen Organisationen führte, stellte sich besonders eines heraus, wie der ehemalige Journalist sagt: „Die Besatzung des Westjordanlandes ist für die Menschen dort Alltag. Wir haben einen Einblick bekommen, wie das Leben unter der Besatzung läuft.“ Israel habe in den okkupierten Regionen die Hoheit über die Wasserversorgung und das Baurecht. Die Wirtschaft im Westjordanland liege am Boden. Seit Jahren habe es in Palästina keine Wahlen mehr gegeben, das Parlament wurde aufgelöst. „Palästina trägt auch eine gewisse Schuld an dem Konflikt“, ist Ulrich Tatje überzeugt. Einen Lösungsansatz hat er allerdings auch nicht parat. „Selbst bei unserer Bundesregierung schwindet die Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung“, sagt er, „Ich hoffe aber, das wir uns am Donnerstag einer möglichen Lösung widmen können.“

Der Vortrag „Begegnungen in Palästina“ von Theodor Lanfermann und Ulrich Tatje findet am Donnerstag, 26. September, ab 19.30 Uhr im Café Alte Posthalterei, Waldstraße 3 in Syke, statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

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