BBS Syke

Neubau als neue Option

Eigentlich sollen die Gebäude A und B der Berufsbildenden Schulen Syke saniert werden. Nun wäre aber auch ein kompletter Neubau denkbar. Der wäre mit rund 50 Millionen Euro ähnlich teuer wie die Sanierung.
03.06.2021, 16:33
Lesedauer: 3 Min
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Neubau als neue Option
Von Esther Nöggerath
Neubau als neue Option

Die Gebäude der Berufsbildenden Schulen (BBS) Syke sind teilweise in die Jahre gekommen. Nun denkt die Kreisverwaltung über einen größeren Neubau nach.

Michael Braunschädel

Syke/Landkreis Diepholz. Teilweise aus den 1960er-Jahren stammen die Gebäude der Berufsbildenden Schulen (BBS) Syke. Entsprechend veraltet und inzwischen auch nicht mehr zeitgemäß sind die räumlichen Gegebenheiten in der Einrichtung. Insbesondere die beiden Gebäudeteile A und B sind davon betroffen und sollen deswegen in absehbarer Zeit saniert werden. Allerdings hat inzwischen eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass eine komplette Sanierung des Bestandes rund 45 bis 50 Millionen Euro kosten würde. Dazu kämen weitere fünf bis sieben Millionen Euro für Mobilbauten, in denen die Schüler übergangsweise unterrichtet werden müssten. Deswegen wäre alternativ auch ein kompletter Neubau denkbar, wie Mischa Flaspöhler, Fachdienstleiter für den Bereich Liegenschaften beim Landkreis Diepholz, am Mittwoch den Mitgliedern des Schulausschusses erklärte.

"Es zeigt sich, dass die Sanierung mit Teil-Neubauten neben einem enormen logistischen Aufwand am Ende auch viele Kosten verursachen würde, die quasi verschwendet wären", sagte der Fachdienstleiter mit Blick auf die zu bezahlenden Mobilbauten. "Aus diesem Grunde würde die Verwaltung gerne parallel auch noch eine Neubau-Variante erarbeiten."

Denkbar wäre laut Verwaltung etwa, den Neubau an das bestehende C-Gebäude zu bauen. "Das wäre dann ein riesiger Schulkomplex", erklärte Flaspöhler. Der Neubau könne also auch die Chance bieten, die Schule zusammenzuführen. Das hätte auch finanziell gesehen einen positiven Nebeneffekt, denn das Grundstück mit dem jetzigen A-/B-Gebäude könnte dann in Teilen oder auch ganz zum Kauf angeboten werden.

Eine große Frage, mit der sich die Verwaltung bei einem Neubau auseinandersetzen müsste, wäre allerdings die Frage nach Parkplatzflächen für Autos, da durch den Neubau große Parkflächen am C-Gebäude entfallen würden. Denkbar wäre da etwa die Einrichtung von Parkpaletten an anderer Stelle oder eine Neuanlegung von Parkplätzen auf dem Grundstück.

In den derzeitigen Bestandsgebäuden stehen rund 14.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung. Weil der schulische Bedarf allerdings inzwischen höher liegt, plant die Verwaltung mit rund 15.000 Quadratmetern – nicht nur für einen Neubau, sondern auch für die mögliche Sanierung mitsamt Erweiterung. "Es fehlt momentan an Differenzierungsflächen", erklärte Flaspöhler. Auch eine Mensa sowie wenige Beratungsräume sind mit dem Mehrbedarf abgedeckt.

Ermittelt wurde der Raumbedarf sowie auch ein räumliches Konzept in Zusammenarbeit mit der Schule. In Workshops konnten die Teilnehmer aus Schülervertretern, Lehrern, Schul- sowie Abteilungsleitungen ihre Vorstellungen miteinbringen. Parallel dazu hat die Verwaltung gemeinsam mit Fachplanern in einer Machbarkeitsstudie die Gebäudesubstanz untersucht und die Sanierungsbedarfe und -potenziale ermittelt. Dabei wurden zwei mögliche Sanierungsvarianten erarbeitet.

Allerdings stellte sich dann bei der Kostenrahmenschätzung heraus, dass eine Sanierung des Bestandes mit möglichen Erweiterungen nicht wirtschaftlich erscheint. Denn weil in den Gebäuden der BBS rund 1600 Schüler beschult werden, müsste eine immense Fläche an Mobilbauten gemietet werden, um die Schüler während der Arbeiten unterbringen zu können. "Die Sanierung müsste in einem Zug erfolgen, um die Mobilbauten möglichst kurz zu benötigen", erklärte Flaspöhler. Vorteil eines kompletten Neubaus wäre dagegen, dass dieser abschnittsweise erfolgen könne. Weil zudem die Miete für Mobilbauten wegfalle, "ist davon auszugehen, dass sich eine Neubauvariante ebenfalls in den oben genannten Kostendimensionen um die 50 Millionen Euro bewegt", heißt es im Bericht der Verwaltung.

Auch seitens der Politik wurde in der Sitzung bereits signalisiert, dass man einem kompletten Neubau durchaus positiv gegenübersteht. So erklärte etwa Gerhard Albers (CDU), dass man die Neubau-Variante zumindest mit erarbeiten sollte. "Fünf bis sieben Millionen Euro für Mobilbauten ist viel Geld", merkte er an. Außerdem würde sich ein Umbau im Bestand immer als schwierig erweisen. "Bei all den Dingen, die sich um dieses Projekt ranken, ist ein Neubau sicherlich die bessere Alternative", äußerte sich auch Hans-Werner Schwarz (FDP). Und auch Hermann Schröder (Freie Wählergemeinschaft) erklärte mit Blick auf Gebäude aus der Nachkriegszeit und ihre Mängel: "Da ergibt sich ganz schnell eine Rechnung, dass der Neubau kostengünstiger ist."

Zur Sache

Eine von zwei BBS im Landkreis

Die BBS Syke Europaschule ist eine von zwei berufsbildenden Schulen im Landkreis Diepholz und deckt laut Kreisverwaltung als fach- und berufsfeldübergreifendes "regionales Kompetenzzentrum" ein breites Spektrum schulischer und beruflicher Bildung ab und ermöglicht ihren Schülern berufliche und schulische Bildungsabschlüsse sowohl in der Erstausbildung wie auch in der Weiterqualifizierung. "Diese Diversität spiegelt sich auch im Alter der Schülerinnen und Schüler wieder, welches zwischen 14 bis 52 Jahren liegt", heißt es seitens des Landkreises. Insgesamt werden rund 3300 Berufsschüler von 190 Lehrkräften im Klassenverband wie auch im Kurssystem, im Teilzeitunterricht und auch im Vollzeitunterricht unterrichtet.

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