Berufsschulen Syke Dreimal die Bestnote

Gleich dreimal gab es für die Absolventen der Abteilung Fachtechnik und Raumgestaltung der BBS Syke die Note eins. Das hatte Fachpraxisleiter Uwe Heusmann in 25 Jahren noch nicht erlebt.
20.07.2021, 17:42
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Von Ilona Leberl

Syke/Landkreis Diepholz. „Das gab es noch nie. Ein einmaliges Ergebnis.“ Bei der berufsbildenden Schule Syke (BBS), Abteilung Fachtechnik und Raumgestaltung, gab es Grund zu großer Freude, sodass Fachpraxisleiter Uwe Heusmann geradezu ins Schwärmen geriet. Desirée Kempf, Oliver Lehmann und Lea Wiese konnten ihre Zeugnisse mit der Note eins in Praxis und Theorie in Empfang nehmen.

„Ihr könnt sicher sein, dass wir das in 25 Jahren noch nicht hatten“, lobte Heusmann die drei Einser-Absolventen noch einmal bei der Zeugnisübergabe mit allen elf Schülern des Ausbildungslehrgangs, Klassenlehrer Jan Visser, Silke Müller vom Prüfungsausschuss und Teamleiter Bernd Tögel. Für die Prüfung hatten die Schüler einen Lebensmittelladen gestalten müssen. Sie sollten beweisen, dass sie Spachteltechnik, Lasur und Rostoptik beherrschen. Das gelang. Auch Egson Dogjani, der erst seit vier Jahren in Deutschland ist und seine Prüfung mit einer eins in Theorie und einer zwei in der Praxis absolvierte. Ob die frisch gebackenen Gesellen im Herbst auch noch offiziell von der Handwerkskammer in Sulingen freigesprochen werden können, ist angesichts der Corona-Pandemie noch nicht klar.

Das Leistungsspektrum des Malerhandwerks ist vielfältig. Es reicht vom Lackieren, Tapezieren und Streichen bis hin zur Installation von Wärmedämmung. Diese Kombination aus handwerklicher Tätigkeit und Kreativität reizt viele. Auch Lea Wiese aus Twistringen ist ein gutes Beispiel dafür. „Mir gefällt besonders, dass ich auch gestalterisch tätig sein konnte", sagt die 22-Jährige. „Dies ist meine zweite Ausbildung. Ich wollte aber unbedingt im Handwerk bleiben,“ erklärt sie. Nach einem Praktikum bei der Firma Sven Meyer in Bassum entschied sie sich: „Das will ich machen.“ Sie konnte dann dort auch anfangen. Auf die Frage, ob es Probleme mit ihren männlichen Mitstreitern gab, lächelt sie: „Ich wollte nicht geschont werden. Ich kann mit anpacken.“ Doch selbstverständlich halfen ihr ihre Kollegen auch, etwa wenn es mal galt, eine dicke Teppichrolle zu tragen. Und wie geht es weiter? Sie will ab Dezember zur Meisterschule nach Hannover-Garbsen, um ihren Meister zu machen.

Dorthin zieht es auch Desirée Kempf aus Barver. Nach der 11. und 12. Klasse der Fachhochschule Wirtschaft in Diepholz entschied sie sich: „Ich will nicht mehr studieren. Ich will etwas Handwerkliches machen.“ Bei der Entscheidungsfindung half ihr ein Praktikum. Ihre Ausbildung absolvierte sie dann bei der Firma Frank Sielke in Barenburg. "Die Lehre war anspruchsvoller, als ich dachte", bekennt sie, sagt aber auch: "Mich haben insbesondere die verschiedenen Kreativtechniken sehr interessiert. Auch im Gespräch mit Kunden erlebte ich immer viel positive Resonanz.“ Das will sie künftig ausbauen. Langfristig will sie von der Baustelle weg und planerisch tätig werden.

Die Planung und Gestaltung reizt auch Oliver Lehmann. Der Martfelder hatte zuvor eine andere Ausbildung angefangen. Das Institut für angewandte Pädagogik in Syke (Ifap) ermöglichte ihm dann den Wechsel. „Mir liegt sehr die Theorie", sagt er. Daher möchte er jetzt an die Fachoberschule Verden mit Schwerpunkt Gestaltung gehen und nach dem Abschluss ein Studium im Bereich Raumgestaltung anfangen. "Eine gute Grundausbildung ist der Schlüssel für Erfolg im Beruf. Deshalb wollte ich auch ein sehr gutes Gesamtergebnis erzielen", ergänzt er.

Nach vielen guten Wünschen verlassen die strahlenden und lachenden jungen Leute den Klassenraum. Auf die Frage, was sie heute noch machen, gibt es zur Antwort: „Wir gehen natürlich in den Betrieb. Wir können die Jungs dort doch nicht allein lassen. Und wir wollen auch unsere Ergebnisse zeigen.“ Verständlich. Schließlich kann sich dieses Ergebnis sehen lassen.

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