Jugendbeteiligung Jugendliche Fragen, Politiker antworten

Um das Interesse von Jugendlichen an der Politik zu fördern, rief die Stadt Syke jetzt ein Projekt ins Leben. Dabei konnte der Nachwuchs den Politikern Fragen stellen, die sie interessierten.
28.06.2021, 15:56
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Jugendliche Fragen, Politiker antworten
Von Sarah Essing

Syke. Auch wenn der Nachwuchs bei den nahenden Wahlen in diesem Jahr vielfach noch nicht selbst wählen darf: Fragen hat er, und in Syke durfte er diese nun stellen. Gemeinsam mit interessierten Jugendlichen startete Stadtjugendpfleger Abdelhafid Catruat dazu ein Projekt. Unterstützt von Tobias Apel, Lehrer an der Realschule Syke, und Kameramann Stefan Malschofsky, befragte eine spontan ins Leben gerufene Gruppe von Jugendlichen Kandidaten für die anstehenden Kommunalwahlen und die Bundestagswahlen.

Die Kernfrage lautete vorab: "Wie kriegen wir das hin, dass Jugendliche sich beteiligen?", schildert Catruat das Entstehen der Gruppe. Dazu fragt man sie am besten selbst, lautete der Schluss. In den Jugendhäusern und Schulen wurden daher Interessenten gesucht, die sich vorstellen konnten, etwas zu den anstehenden Wahlen zu machen. Rund 13 Jugendliche fanden sich zusammen, sechs davon waren auch bereit, sich aktiv zu beteiligen. Die Altersspanne reichte dabei von zwölf bis 19 Jahren.

Die Gruppe hatte rasch die Idee, den Politikern Fragen zu stellen und aus ihren Antworten ein Video zu schneiden. Unterstützung bei der technischen und organisatorischen Seite fand sich in Gestalt von Tobias Apel und Stefan Malschofsky. Auch die Aufgaben waren rasch verteilt. Joscha wurde Kameramann, Lars übernahm die Rolle des Moderators, Celine den Ton. Auch von Sirius gab es Unterstützung. Hadi und Abdul begleiten das Projekt. "Und gemeinsam haben wir uns dann Fragen überlegt, die wir den Politikern stellen wollten", verrät Lars über die weitere Vorgehensweise. Dabei kamen schnell mehr als 50 Fragen zusammen. Zuviel, um daraus Interviews zu einem Film zusammenzuführen. "Und es sollten auch noch andere Jugendliche beteiligt werden", fügt Tobias Apel hinzu.

Das nahm Joscha in die Hand. Über Instagram stellte er die Fragen zur Abstimmung. 108 Jugendliche folgten der Aufforderung und wählten sechs Fragen aus, die allen Politikern gestellt werden. Verraten werden diese nicht, denn die Politiker sollen sie möglichst unvoreingenommen beantworten. Doch es ist eine breite Palette und interessante Mischung, die die Jugendlichen ausgewählt haben. Sie reicht von allgemeinen Fragen zur Einstellung über persönliche Ansichten bis hin zu detaillierten Fragen zu sehr spezifischen Problemen, die Jugendliche interessieren. "Die Kanzlerkandidaten haben wir auch angeschrieben", berichtet Joscha. "Doch die haben abgesagt. Terminprobleme", fügt er mit einem Lächeln hinzu.

Zusagen gab es hingegen von allen Politikern vor Ort. Bürgermeisterkandidatin Suse Laue war eine der ersten, die sich den Fragen stellte. Kenneth Bak (SPD), Jana Osmer (Grüne), Wilken Hartje (CDU) und Marina Littau (FWG) folgten. Dazu fanden sie sich im eigens dafür eingerichteten "Studio" ein: unter der Remise am Jugendhaus. "Das Setting sollte immer gleich sein", erläutert Lars. Auch für die Kandidaten für die Bundestagswahl, allerdings werden ihnen andere Fragen gestellt. Sylvia Holste-Hagen (Grüne), Peggy Schierenbeck (SPD), Andreas Hinderks (FDP) und Axel Knoerig (CDU) haben ihr Kommen zugesagt.

Wenn alle Interviews "im Kasten" sind, ist die Arbeit der Jugendlichen damit allerdings noch nicht erledigt. "Daraus werden dann zwei kleine Filme geschnitten", verrät Catruat weiter. Unterstützung dabei, zum Beispiel beim Schnitt, gibt es von der Kreismedienstelle. Die Filme sollen dann über die Homepage der Stadt Syke allen zugänglich gemacht werden. Damit sie "für jeden sichtbar" sind und auch über diese Plattform noch mal das Interesse an einer Beteiligung an den Wahlen geschürt wird. Denn: "Das ist eine gute Möglichkeit, sich in der Politik mal mitzuteilen", wie Joscha über die Aktion sagt.

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