Preisgünstiger Wohnraum in Syke

Bezahlbares Wohnen am Schlosshof

900 000 Euro hat das Projekt gekostet, nun sind die ersten Mieter in das neue Mehrfamilienhaus eingezogen. Der Landkreis Diepholz und die Stadt Syke haben den Bau mit mehr als 100 000 Euro gefördert.
21.05.2020, 16:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto
Bezahlbares Wohnen am Schlosshof

Der Syker SPD-Fraktionschef Peter Jahnke (von links), Wohnbau-Diepholz-Geschäftsführer Uwe Tenschert und Architektin Silke Kerkhoff bei der Besichtigung des neuen Mehrfamilienhauses am Mittwoch.

Michael Galian

Wenn in Syke ein neues Mehrfamilienhaus errichtet wird, ist das normalerweise nicht unbedingt eine Meldung wert. Die Besonderheit des nach zehn Monaten Bauzeit fertiggestellten Neubaus auf dem Areal Schloßhof 9: Es handelt sich um öffentlich geförderten, bezahlbaren Wohnraum.

„Wir haben hier einen vernünftigen guten Baustandard, keinen Billigkram“, sagt Uwe Tenschert, Geschäftsführer der ausführenden Wohnbau Diepholz GmbH, über die acht Wohnungen, die in dem Gebäude auf dem 1000 Quadratmeter großen Baugrundstück entstanden sind. Die kleinste Wohnung bietet 38 Quadratmeter Wohnfläche, die größte 77 Quadratmeter.

Beim 900 000 Euro teuren Bauprojekt hatte die Stadt Syke ein größeres Wörtchen mitzureden: Sie ist nicht nur Teilgesellschafterin der Wohnbau Diepholz GmbH, die Stadt brachte auch das Baugrundstück ein und steuerte einen Baukostenzuschuss von 18 000 Euro hinzu. Einen weiteren Zuschuss von 100 000 Euro gab es von einem Förderprogramm des Landkreises Diepholz. 452 Quadratmeter Wohnfläche sind so entstanden, die in den ersten zehn Jahren ausschließlich an Leistungsbezieher nach dem Sozialgesetzbuch oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vermietet werden dürfen. So schreiben es die Förderrichtlinien des Landkreises vor. Die Mieten sind in dieser Zeit begrenzt und entsprechen maximal den Tabellenwerten nach dem Wohngeldgesetz. Ab 2030 ist dann eine freie Vermietung möglich.

Im neuen Mehrfamilienhaus koste die Miete im Schnitt knapp unter sieben Euro pro Quadratmeter, rechnet Tenschert vor. Das sei überaus preisgünstig. Die Erdgeschosswohnungen seien alle barrierefrei und damit „auch langfristig ideal für ältere Bewohner geeignet“, sagt der Geschäftsführer. Die Obergeschosswohnungen sind für eine spätere Barrierefreiheit vorbereitet, das Gebäude kann mit einem Fahrstuhl nachgerüstet werden. Alle Wohneinheiten verfügen über eine Terrasse oder einen Balkon.

Besonders stolz ist Tenschert über die Energiewerte des Neubaus. „Laut Energieausweis haben wir die Energieeffizienzklasse A“, berichtet er. Dazu beigetragen habe eine moderne Gaszentralheizung und eine Warmwasser-Solaranlage auf dem Dach.

Sechs der acht Wohnungen sind schon vermietet, einige der Mieter bereits eingezogen. Für die übrigen zwei Wohneinheiten gebe es feste Interessenten, teilt der Geschäftsführer mit. Man versuche, einen „guten Mix von Mietern“ hinzubekommen.

Sykes Bürgermeisterin Suse Laue ist mit dem Ergebnis des Bauprojekts zufrieden. „Das Gebäude ist toll geworden“, sagt sie. Wenn es nach Laue geht, soll in Syke weiterer preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden – beispielsweise auf einem Areal in der Nähe des Syker Hallenbads. „Da müssen die politischen Gremien natürlich erst zustimmen“, ergänzt die Bürgermeisterin.

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