Breitbandausbau: Twistringer sind gefragt

Twistringen. Videos ohne Unterbrechung abspielen, Software in wenigen Sekunden herunterladen – von schnellem Internet können viele Twistringer Haushalte nur träumen. Geschwindigkeiten von 30 bis 50 Megabyte pro Sekunde? Reines Wunschdenken – jedenfalls bisher. Denn noch im Laufe des Jahres könnte die Breitbandversorgung in gut 2200 Haushalten in zehn ausgewählten Gebieten im Twistringer Stadtkern und in den Ortsteilen Scharrendorf und Borwede verbessert werden. Wenn genügend Anwohner ihr Interesse an einem schnelleren Zugang bekunden, will der Telekommunikationsdienstleister EWE TEL dort nämlich bereits im Frühjahr mit der Verlegung von Glasfaserleitungen beginnen. Den Grundgedanken "kurze Leitungen gleich höhere Geschwindigkeiten" will die EWE TEL dabei nutzen. Das Konzept hat der Kommunalbetreuer des Unternehmens, Andreas Roshop, gestern Vormittag im Büro des Twistringer Bürgermeisters vorgestellt.
16.01.2013, 05:00
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Von Merle Heusmann

Twistringen. Videos ohne Unterbrechung abspielen, Software in wenigen Sekunden herunterladen – von schnellem Internet können viele Twistringer Haushalte nur träumen. Geschwindigkeiten von 30 bis 50 Megabyte pro Sekunde? Reines Wunschdenken – jedenfalls bisher. Denn noch im Laufe des Jahres könnte die Breitbandversorgung in gut 2200 Haushalten in zehn ausgewählten Gebieten im Twistringer Stadtkern und in den Ortsteilen Scharrendorf und Borwede verbessert werden. Wenn genügend Anwohner ihr Interesse an einem schnelleren Zugang bekunden, will der Telekommunikationsdienstleister EWE TEL dort nämlich bereits im Frühjahr mit der Verlegung von Glasfaserleitungen beginnen. Den Grundgedanken "kurze Leitungen gleich höhere Geschwindigkeiten" will die EWE TEL dabei nutzen. Das Konzept hat der Kommunalbetreuer des Unternehmens, Andreas Roshop, gestern Vormittag im Büro des Twistringer Bürgermeisters vorgestellt.

In den vergangenen Jahren hätte die Verwaltung immer wieder Fördergelder für den Breitbandausbau in den Twistringer Ortsteilen beantragt, erläuterte Bürgermeister Karl Meyer – stets ohne Erfolg. Dabei seien Datenautobahnen für die Entwicklung einer Kommune genauso wichtig wie asphaltierte Straßen, so der Bürgermeister. Doch die rasenden Übertragungsgeschwindigkeiten könnten jetzt auch ganz ohne Fördergelder erzielt werden. Zumindest wenn der Anbieter seine Pläne in die Tat umsetzt.

Bisher sah die Internetverbindung im Raum Twistringen etwa so aus: Über einen der Hauptverteiler in der Innenstadt und in Heiligenloh gelangten die Daten über Kupferleitungen der Telekom in die Haushalte. Mit zunehmender Entfernung vom Hauptverteiler habe die Übertragungsgeschwindigkeit abgenommen, so Andreas Roshop. Die Folge: In vielen Haushalten kommen gegenwärtig nur zwei bis drei Megabyte pro Sekunde an. "Das wollen wir ändern", sagte der Kommunalbetreuer. 30 bis 50 Megabyte die Sekunde seien das Ziel, sollte die EWE ihr Konzept in die Tat umsetzen. Um diese Geschwindigkeiten zu erreichen, will der Anbieter Glasfaserleitungen zu sogenannten Kabelverzweigern in eigens ausgewiesenen Fokusgebieten verlegen. Dort errichtet das Unternehmen neben den bisherigen Kabelverzweigerkästen der Telekom eigene kleine Schränke. Nur für das letzte Stück zum Kunden müsse die EWE die Kupferleitungen der Telekom noch anmieten, erläuterte Roshop. Für die Verlegung der Glasfaserleitungen wolle der Versorger Synergieeffekte wie den Radwegebau nutzen.

Doch bevor es soweit ist, soll nun erst einmal der Bedarf in den zehn Twistringer Fokusgebieten ermittelt werden. Erst mit verbindlich bekundetem Interesse seitens der Anwohner könne der Ausbau starten, so Roshop. Für die Bedarfsprüfung hat das Unternehmen ein Breitbandportal im Internet eingerichtet. Auf der Internetseite der EWE können sich die Twistringer unter www.ewe.de/breitband mit ihrer Adresse registrieren und ermitteln, ob ihr Heim in eines der ausgewählten Gebiete fällt. Unter der Zahl der Haushalte in den jeweiligen Fokusgebieten sei jeweils eine Ziel-Zahl aufgeführt, erklärte Andreas Roshop. "Diese gibt an, wie viele Haushalte vorab einen Vertrag abschließen müssen, damit der Ausbau konkret wird."

Kommen genug Verträge zustande, können die ersten Haushalte im Herbst vielleicht schon mit Höchstgeschwindigkeit durchs Netz surfen. Das lasse schließlich auch die Immobilien- und Grundstückswerte steigen, fügte Roshop hinzu.

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