Kreismuseum Syke Kunst kennt keine Ländergrenzen

Lange hatten Britta Gansberg und Yves Coiffard eine gemeinsame Ausstellung geplant. Im Ackerbürgerhaus des Syker Kreismuseums treffen nun ihre unterschiedlichen Kunststile aufeinander.
08.11.2021, 16:19
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Von Dagmar Voss

Syke. „Harmonische Liaison“, mit diesem Titel haben am Sonntagnachmittag zwei Künstler ihre Werke im Ackerbürgerhaus des Kreismuseums präsentiert. Spannungsreiche Kontraste und leuchtende Farben erwartete die zahlreichen Besucher – dank 2G-Regelung durfte es richtig voll werden. Die Liaison betraf das Zusammenspiel der Kreationen von Britta Gansberg und Yves Coiffard. Zwischen den Gemälden und Fotografien der Bassumerin traf man auf Skulpturen des gebürtigen Franzosen.

Letzterer hatte mittig im Raum auf kleinen Podesten ein Dutzend seiner sogenannten Bronzeart-Figuren aufgebaut. „Das ist tatsächlich keine Bronze, das wirkt nur so“, erklärte der 69-Jährige, der seit einigen Jahren in Rinteln lebt. Zum Entstehungsprozess sagte er, dass dazu eine Vielzahl von Materialien vonnöten seien. Angefangen bei der ersten Struktur, die er einer Form mit Draht gibt. Danach umhüllt er diese mit alten Stofffetzen oder Pappmaché. Nach dem Trocknen fügt er dann mehrmals Acrylfarbe hinzu, meist beschränke er sich dabei auf Weiß, Schwarz, Ocker und Grün, die er mit einem großen Tuschpinsel aufträgt. „Wichtig ist mir dabei, dass es nie ganz glatt wirkt, sondern eher ein bisschen wie Patina.“ Für den Betrachter erschlossen sich diese gegenständlichen Plastiken – vornehmlich kleine menschliche Wesen – sehr leicht, denn der Schöpfer hatte sie mit eingängigen Titeln versehen wie „Don Quichotte gibt nicht auf.“  Schnell klebte schon während der Vernissage ein roter Punkt auf diesem Objekt.

Der Autodidakt Coiffard sei in einer Kunstmäzen-Familie aufgewachsen, erfuhren die Gäste der Vernissage dank einer kleinen Laudatio von Gansbergs Tochter Leni. Von 1969 bis 1972 habe er Kunstunterricht in Paris genommen und arbeite seitdem mit Sepia, Mosaiken, Acryl, Wachs und Aquarellfarben, außerdem in Bronzeart und Stoneart. Für ihn sei es wichtig, mit Kunst umzugehen wie es Georges Braque geraten habe: „Man muss sich auf das Entdecken beschränken und auf das Erklären verzichten.“ 

Viele Motive aus der Natur waren bei den Bildern Gansbergs zu erkennen. „Rostbilder“, benannte ihr Ehemann Bernd-Fred Heyne die eine Reihe der Werke – diejenigen, die mit Acryl und anderen Werkstoffen entstanden waren. Lenis Ausführungen zu den Naturmaterialien klangen leicht amüsant: „Immer wenn wir spazieren gehen, wissen wir schon, dass Mama irgendwann was aufsammelt, meist Gräser, die dann zu Hause unter unserem Teppich getrocknet werden.“

Heynes Erklärung, warum gerade diese beiden Kunstschaffenden hier zusammen ausstellen, lautete, dass sie sich schon vor ein paar Jahren kennengelernt hatten und das schon länger geplant gewesen sei.

„Das ist mein Lieblingsbild“, erklärte ein Betrachter vor dem 80 mal 100 Zentimeter großen Gemälde „Kreislauf des Ahorns“. Er fuhr fort: „Schön finde ich, wie sie mit unterschiedlichen Werkstoffen gearbeitet hat. Ich habe noch nie gehört, dass man da auch Rost verwendet.“ Doch bevor er sich entscheiden konnte, das Bild eventuell käuflich zu erwerben, klebte die Künstlerin schon einen roten Punkt an die Kante – schwups, weg war es.

Info

Die Ausstellung „Harmonische Liaison – Kunst kennt keine Ländergrenzen“ ist noch bis zum 16. Januar 2022 im Ackerbürgerhaus des Kreismuseums zu sehen. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonnabend und feiertags 14 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr, Herrlichkeit 65.

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