Bürgerbus Syke

Bürgerbusräder stehen erstmal still

Der Syker Bürgerbus stellt zunächst den Betrieb ein. Bis zum Ende des Lockdowns fahren die Busse nicht mehr. Voraussichtlich ab 1. Februar werden die Minibusse wieder fahren.
11.01.2021, 17:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing

Syke. Die Räder des Syker Bürgerbusses stehen still. Voraussichtlich bis zum offiziellen Ende des Lockdowns in Niedersachsen Ende Januar hat der Verein den Betrieb eingestellt und macht erstmal Pause, teilt Pressewart Carsten Müller mit. Das habe der Vorstand jetzt beschlossen.

Man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um damit einen Teil dazu beizutragen, bei der Eindämmung von Covid-19 durch Kontaktbeschränkungen zu helfen, heißt es in der Mitteilung seitens des Vereinsvorstands weiter. Hinzu komme, dass der Verein zudem die Verantwortung für die Gesundheit seiner Fahrer trage. Viele der derzeit insgesamt 23 Fahrer gehören zur Risikogruppe. „Und alle machen das freiwillig und ehrenamtlich“, betont Müller.

Die Entscheidung sei dem Vorstand nicht leicht gefallen, lässt Müller, der zudem Zweiter Vorsitzender des Vereins ist, weiter wissen. Man bedaure sehr, dass der Bürgerbus dadurch seiner Rolle zur Daseinsvorsorge derzeit nicht gerecht werden kann. Müller ist selbst Fahrer und weiß daher, dass viele der Stammgäste auf den Bus angewiesen sind. Umso mehr hoffe man daher auf das Verständnis bei den Fahrgästen, und dass sie dem Bus und seinen Fahrern die Treue halten, bis der Lockdown zu Ende ist.

Der Fahrbetrieb kann voraussichtlich „frühestens“ am 1. Februar wieder aufgenommen werden, so Müller weiter. Zur Wiederaufnahme und dem genauen Datum werde es eine weitere Mitteilung sowie Informationen auf der Internetseite des Vereins unter www.buergerbus-syke.de geben, kündigt er an.

Nichtsdestotrotz ist man beim Verein Bürgerbus Syke immer auf der Suche nach weiteren Fahrern und dankbar für Unterstützung – vielleicht gerade auch von jüngeren. „Selbst wenn man nur einmal im Monat kann, kann man mitmachen“, sagt Müller. „Man muss einfach nur Lust haben.“ Und im Besitz eines Führerscheins der Klasse drei oder B sein, mit dem man Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen fahren darf. Bei der erforderlichen ärztlichen Untersuchung gibt es Unterstützung seitens des Vereins. Hilfreich wäre zudem, wenn man Freude am Umgang mit Menschen hat, gibt Müller darüber hinaus zu bedenken. Schließlich seien viele der Bürgerbus-Nutzer Stammgäste, die man auf seinen Touren dann immer wieder trifft.

Und genau das sei auch gut, und daher sei der Bürgerbus auch so wichtig, findet Müller. Denn gerade für ältere Menschen in den Syker Ortsteilen sei der Bürgerbus die einzige Möglichkeit, mobil zu bleiben, weiß er. Nicht jeder habe einen Führerschein und ein Auto, und nicht jeder könne sich ein Taxi leisten. Mit einer Tätigkeit als Bürgerbus-Fahrer „kann man der Gemeinschaft etwas zurückgeben“, ist er daher überzeugt. Viele schätzen zudem die Gemeinschaft und, dass man sich gegenseitig unterstützt. Umso schwerer sei die Entscheidung gewesen, den Betrieb nun pausieren zu lassen.

Der Fahrplan ist derzeit so gestaltet, dass vormittags und nachmittags jeweils zwei Kurse gefahren werden. Dazwischen sind zwei Stunden Pause. Jeder der derzeit 23 Fahrer sitzt somit pro Einsatz für rund vier Stunden am Steuer. Die Kurse sind zudem auf die Fahrzeiten der Züge von und nach Bremen abgestimmt. Wegen Corona wurde die Anzahl der Sitzplätze auf sechs reduziert, um für genügend Abstand sorgen zu können. „Da muss man dann manchmal bei den Fahrgästen auch für ein wenig Verständnis werben“, weiß Müller, denn Stehplätze gibt es nicht. „Platz für einen Rollstuhl oder Kinderwagen ist aber immer noch da“, kann er beruhigen. Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind zudem Trenn-Vorhänge, und auch Hand-Desinfektionsmittel wird beim Betreten des Busses zur Verfügung gestellt.

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