Orgel statt Piano

Bereit für neue musikalische Abenteuer

Star-Pianist Chris Jarrett hat sich in die Orgel verliebt. Mit Hilfe des omnipotenten Instruments hat er ein neues Album mit dem Titel "New Journeys" geschaffen, das er in der Syker Christuskirche präsentiert.
17.09.2021, 14:29
Lesedauer: 3 Min
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Bereit für neue musikalische Abenteuer
Von Dennis Glock

Syke. Wer Chris Jarrett kennt, der vermutet den US-amerikanischen Komponisten eigentlich am Piano. Mit diesem Instrument wurde der heute 65-Jährige weltbekannt. Doch seit Neustem probiert sich der Künstler an einem anderen, durchaus vergleichbaren Musikinstrument: der Orgel. „Die Orgel passt perfekt zu mir und meinem Stil zu spielen“, schwärmt Jarrett, der jüngst ein neues Album mit dem Titel „New Journeys“ auf den Markt brachte. Wie das klingt, können sich Interessierte an diesem Sonnenabend, 18. September, ab 20 Uhr in der Syker Christuskirche anhören. Aber Achtung: Die Konzerte von Chris Jarrett gleichen sich nur selten. Oft werden die Kompositionen durch spontane Klänge erweitert.

„Wenn man mich fragt, wie ich zur Musik gekommen bin, kann man genauso gut einen Pastor fragen, wie er zu Gott gekommen ist“, sagt Chris Jarrett mit einem Lachen. Der Ausnahmekünstler hat sich schon früh in seiner Kindheit der Musik verschworen – ähnlich wie seine vier älteren Brüder. Mit dem Auftrag, seine Umgebung künstlerisch zum Ausdruck zu bringen, wandte er sich dem Piano zu. „Unter uns Jungs herrschte schon früh eine kindliche Konkurrenz. Ich habe aber schon früh gemerkt, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Mit dem Komponieren habe ich das, glaube ich, ganz gut geschafft“, sagt Jarrett.

Egal ob Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven oder Béla Bartók, die Liste von Jarretts Vorbildern in der Kindheit war lang. Diese Liste wurde über die Jahre durch einige Künstler ergänzt. Andere wiederum wurden gestrichen. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie dienten für den jungen Chris Jarrett als absolute  Inspiration für seinen späteren Werdegang. „Klar, diese Namen haben mich geprägt. Man guckt sich hin und wieder mal etwas ab und lernt von ihnen. Die Stücke wurden auch bei uns zu Hause ausgiebig diskutiert. So einen familiären Umgang mit Musik wünsche ich mir für jedes Kind“, betont Jarrett, der die Leidenschaft zum Piano bis heute pflegt.

Vor fünf Jahren hat Jarrett aber begonnen, mit den improvisatorischen Möglichkeiten der Beckerrath-Orgel in Herxheim, nah seines südpfälzischen Wohnsitzes, zu experimentieren. Diese Ergebnisse wurden auf Band aufgenommen und weiter verfeinert. Seitdem hat ihn das omnipotente Instrument begeistert und bis heute nicht mehr losgelassen. „Ich ärgere mich schon ein bisschen, dass ich die Orgel nicht früher für mich entdeckt habe. Ich denke total orchestral, und da ist die Farbe des Klangs sehr wichtig. Das Faszinosum Orgel passt daher perfekt zu mir“, schwärmt Jarrett. Die vielen Möglichkeiten des Klaviers haben ihm schon lange nicht mehr ausgereicht. Die Orgel aber bot ihm auf einmal ganz neue Perspektiven in Form von Klängen und Lauten: „Sie ist zweifelsohne eine große Spielwiese für mich, an der ich mich austoben kann.“

„New Journeys“ ist Jarretts erstes Album, das an der Orgel im saarländischen Saarwellingen entstand. Eine Dame fragte Jarrett, ob sie denn den kompletten Auftritt aufnehmen könne. Der Künstler bejahte und war am Ende regelrecht angetan von der Aufnahme. Aus diesem Grund schickte er das Ergebnis an das japanisch-italienische Label "Da Vinci Records", das das Werk als CD veröffentlichte. „Auf einmal ging alles ganz schnell. Die Qualität auf der Disc hat mir wirklich sehr gut gefallen“, sagt der Künstler.

Seit Mitte der Woche bereitet sich Chris Jarrett auf sein Konzert in der Syker Christuskirche vor. Hier entstehen die Rahmen für seine gefeierten Improvisationen während der Konzerte. Von hoher Bedeutung ist deshalb, das Instrument in- und auswendig zu kennen. „Jede Orgel ist unterschiedlich. Deshalb ist es sehr wichtig, sich mit dem Instrument auf einer Wellenlänge zu bewegen. Der Kopf muss dabei über die gesamte Dauer angestrengt sein.“

Die Besucher erwartet ein zweiteiliger Auftritt. Jeder Part dauert ungefähr 40 Minuten. Dass seine Art zu komponieren nicht bei jedem Musikbegeisterten ankommt, weiß der Künstler. Daraus zieht er seine Stärke. „Ich möchte nicht immer die gleiche Suppe liefern. Musik muss auch als Mittel zur Diskussion dienen“, meint Jarrett. Auf den Auftritt in der Christuskirche freut sich der Pianist daher sehr. Vor allem der Standort hat es ihm angetan: „Die rötlichen Säulen verleihen der Kirche eine warme Atmosphäre. Auch das Aussehen der Orgel fasziniert mich sehr.“

Info

Tickets für "New Journeys" von Chris Jarrett am 18. September  ab 20 Uhr in der Syker Christuskirche gibt es telefonisch bei Nordwest Ticket unter 0421 / 36 36 36, im Internet unter www.weser-kurier.de/ticket oder unter www.jfk-syke.de.

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