Christuskirche

Zwischen Angst und Hoffnung

Die Christuskirchengemeinde in Syke hatte Ende April zu einer Kreativaktion zu Corona aufgerufen. Die entstandenen Werke sind jetzt in der Christuskirche ausgestellt. Beiträge können weiter eingereicht werden.
28.07.2020, 16:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing
Zwischen Angst und Hoffnung

Initiatorin Martina Schirmer (links) und Pastorin Albertje van der Meer sind beeindruckt von den eingereichten Werken.

Michael Braunschädel

Syke. Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown ist und war für viele Menschen eine Herausforderung. Die Christusgemeinde Syke nahm dies zum Anlass, um Ende April zu einer Kreativaktion aufzurufen. „Sich in einer krisenreichen Zeit gestalterisch auszudrücken, kann hilfreich sein“, findet Martina Schirmer von der Kinderkirche, Ideengeberin für diese Aktion. Die eingereichten Werke sind jetzt in der Christuskirche zu sehen. Dienstags, donnerstags, samstags und sonntags steht die Tür des Gotteshauses jeweils von 9 bis 18 Uhr allen offen.

Im kreativen Prozess die eigenen Gefühle, Gedanken, Hoffnungen und Ängste zur Situation zum Ausdruck bringen, das stand zum einen hinter dieser Idee. „Das kann entlasten“, findet Pastorin Albertje van der Meer. Zum anderen ist beim Betrachten der Werke anderer zu sehen, dass „es anderen auch so geht, wie einem selbst“, sagt Schirmer. So können diese Beiträge Mut machen und Ideen geben.

„Die Werke sind so unterschiedlich“, ist Pastorin Albertje van der Meer von der Vielfalt der eingereichten Arbeiten beeindruckt. „Jedes steht für sich und hat eine eigene Aussagekraft.“ Wie etwa das Bild einer Familie, die ein Bild mit Handabdrücken gestaltet hat, die übereinander wachen und sich Sicherheit geben. Tom hat sogar eine Skulptur gebastelt. Ein „Baumdrachen“, der die Menschen heilt. „Es müssen nicht unbedingt Bilder sein“, sagt Albertje van der Meer. „Man kann ja auf unterschiedliche Weise kreativ sein.“ So haben die erwachsenen Teilnehmer vielfach auch noch Gedichte zu ihren Werken abgegeben oder kleine erläuternde Texte. Ein Künstlerinnen-Trio hat sich auf sehr nachdenkliche Weise mit dem Coronavirus und was es mit den Menschen anstellt auseinandergesetzt. Als „Eiszeit menschlicher Kontakte“ beschreibt eine es, mit einer unbekannten Zukunft, verborgen hinter spitzen Bergen. Dem steht das Werk „Angst und Hoffnung“ gegenüber: auf der einen Seite die Geborgenheit in der Familie und der Natur, auf der anderen Seite das Virus, das wie ein kugelrundes Damokles-Schwert über dieser Idylle schwebt.

Kreativprojekt, Christuskirche Syke, Syke

Auf diesem Kunstwerk schwebt das Coronavirus wie ein kugelrundes Damoklesschwert über den Menschen.

Foto: Michael Braunschädel

Andere Teilnehmer wiederum haben Fotos eingeschickt, die zeigen, wie sie den Lockdown verbracht haben. Wie etwa mit dem Basteln eines Insektenhotels. Die Kinder aus den Syker Kindergärten Sonnenstrahl und Kunterbunt haben in einem Gemeinschaftsbild farbenfroh und hoffnungsvoll den Frühling gemalt. Andere Lütten bringen zum Ausdruck, dass sie ihre Freunde vermissen oder ganz dringend mal wieder zum Friseur müssten. „Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich das umgesetzt wurde“, sagt Martina Schirmer, die bei der Umsetzung von Tochter Aline Brenk unterstützt wurde. „Man sieht, was die Menschen in der Gemeinde beschäftigt hat“, findet Albertje van der Meer.

Wertgeschätzt werden alle Beiträge, versichern die Initiatorinnen. So gab es für jeden Teilnehmer ein kleines Apfelbäumchen. „In Anlehnung an das Martin Luther zugeschriebene Zitat: 'Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen'“, erläutert die Pastorin. Ein Zeichen der Hoffnung – wie die kreativen Werke. Die Pastorin freut sich jedenfalls, dass diese einfallsreichen Arbeiten mit ihrer Farbe und ihrem Ausdruck der Gemeinschaft jetzt gewissermaßen einen Kontrapunkt zu den erforderlichen Einschränkungen bilden.

Kreativprojekt, Christuskirche Syke, Syke

Vielfältig und bunt sind die eingereichten kreativen Werke. Sie sind jetzt in der Christuskirche zu sehen.

Foto: Michael Braunschädel

Übrigens: Wer möchte, kann sich immer noch beteiligen. Neben den bereits ausgestellten Werken steht eine Kiste mit der Aufschrift: Kreativwerke. Dort können weiterhin Beiträge abgegeben werden. Anonym, aber gerne auch mit Name und Adresse, betont Albertje van der Meer. „Es ist immer schön, wenn die Adresse dabei ist, damit man Kontakt aufnehmen kann.“

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