Für mehr Abstand bei Vorstellungen

Syker Theater dünnt Sitzplatzangebot aus

Um auch in Corona-Zeiten Theateraufführungen zu ermöglichen, hat die Stadt Syke für ihr Theater ein Hygiene- und Abstandskonzept erarbeitet. Dafür wurde auch das Sitzplatzangebot ausgedünnt.
27.08.2020, 17:18
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss
Syker Theater dünnt Sitzplatzangebot aus

Ordentlich ausgedünnt wurde die Bestuhlung im Syker Theater. Um für den erforderlichen Abstand in Corona-Zeiten zu sorgen, wurde jede zweite Stuhlreihe entfernt.

Michael Galian

Syke. Es war ja zu erwarten, dass auch die künftigen Theaterbesuche unter Corona-Bedingungen etwas anders ablaufen müssen als bisher. Und so ist es denn auch. Bei der Stadt als Verantwortliche planten Kathrin Wilken und Philip Göttert lange und ausführlich, um ein passendes Hygienekonzept zu erstellen. Da gab es einiges zu verändern, gaben beide zu, um die kommende Saison unter dem Zeichen des großen „C“ zu gestalten. Theatermeister Göttert weiß: „Theater ist immer außergewöhnlich, da gibt es nie Normalbetrieb“, aber dass es derart große Veränderungen geben würde, hatte wohl niemand erwartet. „Und alles in Abstimmung mit dem Landkreis und dem Gesundheitsamt.“

Daher wuselten in den vergangenen Tagen neben Göttert noch einige Arbeiter durch den Theatersaal, um alles neu zu gestalten. Da wurde jede zweite der Sitzreihen rausgeschleppt, der Orchestergraben umarrangiert zum Materiallager und eine Vielzahl von schwarzen Moltontüchern zurechtgeschnitten. Damit werden dann die Sitze abgedeckt, die frei bleiben müssen. Nicht nur im unteren Bereich gibt es Änderungen. Auf der Empore blieben zwar die Reihen, wie sie waren, aber Abdeckungen gibt es auch dort.

Es wurde also alles stark ausgedünnt. Von den einstigen mehr als 500 Sitzplätzen bleiben im besten Fall noch 148 übrig – jedenfalls, wenn viele Haushalte oder größere Gruppen kommen. Zusammensitzen ist mit bis zu zehn Besuchern erlaubt. Doch eher könnten es wohl um die 125 Personen werden, die zu den Vorstellungen kommen. Auch draußen gibt es einige Neuerungen. Für die Besucher auf Anhieb erkennbar wird das Ankommen sein: Nur der Haupteingang mit Foyer ist benutzbar. Für diejenigen, die den hinteren kleineren Eingang benutzen wollen, gilt, das geht nicht; sie müssen von den Parkplätzen aus einmal ums Gebäude herum laufen. Nur Menschen mit Behinderung dürfen den Seiteneingang nehmen. Dahinter steckt der Plan, getrennte Ein- und Ausgänge zu bieten.

Statt der mehr 500 Sitzplätze sind es nun nur noch 148, die maximal frei sein werden. Die Experten gehen aber eher davon aus, dass knapp 125 belegt werden können.

Statt der mehr 500 Sitzplätze sind es nun nur noch 148, die maximal frei sein werden. Die Experten gehen aber eher davon aus, dass knapp 125 belegt werden können.

Foto: Michael Galian

Auffallend ist dann im Gebäude: Es gibt keine Garderobe. Mit einem lakonischen Seufzer meint Wilken: „Das ist unser Highlight, da erklärt man den Gästen jahrzehntelang, dass sie keine Mäntel mit in den Saal nehmen sollen – und nun ist das genau andersrum.“ Der Gedanke, dass man keine Warteschlangen bilden sollte wegen des Mindestabstands, ist der Grund. Die Reihen bieten also wesentlich mehr freie Plätze – auf die dann die Jacken und Mäntel passen – und mehr Beinfreiheit. „Man muss im vorgeschriebenen Abstand an den anderen vorbeigehen können zu seinem Sitzplatz“, erklärt Wilken.

Das Hinaus ist so geregelt, dass am Ende der Vorstellungen die beiden vorderen seitlichen Türen, eigentlich die Notausgänge, geöffnet werden. Für einen Toilettenbesuch muss man dann den nochmaligen Rückweg rund ums Gebäude einplanen. Dafür wird es wohl so sein, dass viele Aufführungen erheblich kürzer dauern, eher rund 70 Minuten ohne Pause. Um welche es sich handeln wird, soll in Kürze auf der Syker Homepage nachzulesen sein.

Die Reihen bieten nun mehr Beinfreiheit und Platz für die Jacken und Mäntel. Denn um Warteschlangengetümmel zu vermeiden, wird die Garderobe in der Veranstaltungssaison nicht öffnen.

Die Reihen bieten nun mehr Beinfreiheit und Platz für die Jacken und Mäntel. Denn um Warteschlangengetümmel zu vermeiden, wird die Garderobe in der Veranstaltungssaison nicht öffnen.

Foto: Michael Galian

Um das System allen verständlich zu machen, wird vor allen Vorstellungen ein Video gezeigt mit dementsprechenden Erklärungen. „Wir sind da noch dran“, erklärt Göttert schmunzelnd, denn die Hauptrolle soll das große grüne Y spielen – man darf gespannt sein. Zu sehen sein wird das Video – quasi im Testlauf – bei den Einschulungen und Anfang September bei zwei Veranstaltungen von der Gruppe 50plus und der Stadtbibliothek. Richtig ernst wird es dann am 25. September abends beim Kabarett, das, wie auch die übrigen Veranstaltungen, vom Gleis 1 hierher verlegt wurde. Aber der Theatermeister ist sich sicher, dass alles gut geht, denn „schließlich ist es ja auch nicht viel anders als im Supermarkt“. Eine Abendkasse ist nicht vorgesehen, Tickets gibt es ausschließlich im Internet-Vorverkauf der Stadt unter www.syke.de. Das ist vorerst ein Reservierungs-Verkauf, soll heißen, dass man seine Karte erst dann zugeschickt bekommt, wenn das Kulturbüro ganz sicher ist, dass die Veranstaltung auch stattfindet. Vorher wird auch das Geld nicht abgebucht. Die Karten bekommt man entweder als E-Ticket oder per Post. Nur noch wenige Karten sind unter anderem für die Abschiedstournee von Heidi Mahler in „Tratsch im Treppenhaus“ vorrätig.

Während der Online-Buchung wählt das System automatisch diejenigen Sitzplätze aus, die ausreichend Platz zu den Gästen rechts und links lassen. Im Saal und im Foyer müssen Masken getragen werden. Auf den Plätzen kann man dann die Maske abnehmen.

Die Stuhlreihen sind die auffälligste Änderung im Syker Theater. Die Gäste müssen sich aber auch noch an andere Regeln halten.

Die Stuhlreihen sind die auffälligste Änderung im Syker Theater. Die Gäste müssen sich aber auch noch an andere Regeln halten.

Foto: Michael Galian
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