Golf

Und Abschlag!

Kaum waren die Plätze freigegeben, da kehrte das Sportleben auf die Anlage des Golfclubs Syke zurück. Etwas anders zwar als noch vor der Corona-Zeit - aber den Mitgliedern ging es um den Spaß am Sport.
06.05.2020, 18:39
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Niklas Golitschek
Und Abschlag!

Endlich wieder golfen: Marc Wurthmann aus Martfeld vor seinem ersten Abschlag.

Niklas Golitschek

Herrlich“, „toll“, „einfach großartig“ – am Schultenweg waren am Mittwoch strahlende Gesichter zu sehen. Endlich wieder raus aufs Grün, den Schläger in die Hand nehmen: Der Golfclub Syke durfte wieder seine Pforten öffnen.

Vor seinem ersten ernsthaften Abschlag in diesem Jahr stand Marc Wurthmann aus Martfeld; bisher war er erst einmal auf der Driving Range gewesen. „Mit freudiger Erwartung“ blickte er dem Neun-Loch-Kurs entgegen. Zeitlich habe es gerade gepasst, für eine Runde vorbeizukommen.

Ihr Spiel beendet hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Marianne Hillenbrand. „Das letzte Mal habe ich am 8. März in Spanien gespielt, aber nichts verlernt“, sagte sie und lachte. Sie habe nur festgestellt, dass die Grüns in Spanien deutlich schneller seien. Die Bremerin ist bereits seit mehr als 30 Jahren Mitglied beim GC Syke und hat vor der Schließung dreimal wöchentlich den Weg an den Schultenweg auf sich genommen. „Ich bin echt glücklich, das ist ein wunderschöner Tag“, betonte sie. Die vergangenen Wochen habe sie Golfvideos anschauen und die Tipps der Profis verinnerlichen können – nach fast zwei Monaten war ihr die Freude am ersten richtigen Spiel deutlich anzumerken.

Corona Golfclub Syke

Plexiglas-Scheibe und Mundschutz: das Front-Office mit Britta Korten (links) und Beatrix Kieliba.

Foto: Niklas Golitschek

Genau das beobachtete auch Clubmanager York Stolte: „Es herrscht große Freude und Erleichterung bei den Mitgliedern.“ Dabei konnte der Golfclub mit der Wiedereröffnung noch nicht zur gewohnten Normalität zurückkehren. An der Einfahrt erklärt ein großes Banner die neuen Verhaltensregeln, und an den Kursen selbst weisen Schilder ebenfalls auf die Einschränkungen hin. Darüber hinaus sind Wartezonen eingerichtet. Außerdem haben die Verantwortlichen Handdesinfektionsspender angebracht.

Maximal zwei Spieler dürfen derzeit gemeinsam abschlagen, statt des gewohnten 18-Loch- und Neun-Loch-Kurses gibt es nun drei Neun-Loch-Kurse, um mehr Mitgliedern ein Spiel zu ermöglichen. Die müssen sich vorher in ein Startzeitsystem eintragen und können nicht mehr einfach so zum Spielen erscheinen. Zudem sind pro Woche maximal drei Spielzeiten möglich. „Das war notwendig, um den Zulauf zu kontrollieren“, so Stolte. Diese Lösung solle aber nur vorübergehend sein.

Außerdem sind Umkleidekabinen und Duschen geschlossen, die Driving Range darf am Montag wieder öffnen. Locheinsätze verhindern ein zu tiefes Eingreifen, um den Ball zu holen, die Bunkerharken wurden entfernt, stattdessen wird der Sandboden mit den Füßen geebnet. Fahnen dürfen nicht angefasst werden.

All diese Auflagen zu erfüllen, das Grün vorzubereiten und die Mitglieder zu informieren, sei ein erheblicher Aufwand gewesen. „Wir haben ein Konzept erarbeitet, um ein reibungsloses Spiel zu gewährleisten, unter Berücksichtigung der behördlichen Auflagen und der Hygienevorschriften“, fasste Stolte zusammen. Dabei hätten auch der Deutsche und der Niedersächsische Golfverband geholfen. Im Büro musste sich Leiterin Britta Korten ebenfalls auf einen neuen Arbeitsalltag einstellen. Auf dem Tresen steht nun eine Plexiglasscheibe, ein Trennstrich markiert den Mindestabstand zwischen zwei Mitgliedern, zudem gilt in geschlossenen Räumen die Maskenpflicht, sobald sich zwei Menschen dort aufhalten. „Wir sind zufrieden“, sagte Korten, immerhin sei es möglich, fast wieder normal Golf zu spielen. „Der Smalltalk fehlt“, freute sie sich dennoch, dass es nun weitergeht.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei es wichtig gewesen, den Betrieb wieder aufzunehmen, merkte Clubmanager Stolte an. Ohne Gäste und Turniere habe der Golfclub „starke Einbußen gehabt“. Nun sei der Platz nicht mehr und auch nicht weniger ausgelastet als vorher, nur eben kontrollierter. Startzeiten seien noch vereinzelt in dieser Woche buchbar. Neben der Driving Range darf voraussichtlich auch der Gastronomie-Betrieb wieder eingeschränkt aufgenommen werden. Derzeit sind nur telefonische Bestellungen möglich.

Wann weitere Lockerungen in Aussicht gestellt werden, wusste Stolte nicht. „Das Virus gibt den Zeitplan vor. Wir werden immer entsprechend der Verordnungen bestmöglich alles freigeben“, erklärte der Clubmanager. Wenn Lockerungen ähnlich wie in Sachsen auch in Niedersachsen beschlossen würden, könnte der Golfclub etwa das reguläre Viererspiel wieder ermöglichen. Auch Turniere mit anschließender Online-Siegerehrung wären dann denkbar. Auf dem Golfplatz seien Mindestabstände ohnehin einfach einzuhalten, als möglichen Gefahrenpunkt machte Stolte lediglich die Clubhaus-Umgebung aus. Entscheidend sei aber, dass das Golfspielen überhaupt wieder möglich ist. „Ich ziehe diese Zeit den letzten sieben Wochen vor“, freute sich Stolte, dass am Schultenweg wieder ein Stück Normalität Einzug gehalten hat. Das wussten auch die Mitglieder zu schätzen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+