Robert Humpes Supermarkt in Heiligenloh ist das Twistringer Unternehmen des Jahres „Damit habe ich nicht gerechnet“

Twistringen-Heiligenloh. Um 4.15 Uhr ist für Robert Humpe
30.03.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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„Damit habe ich nicht gerechnet“
Von Markus Tönnishoff

Um 4.15 Uhr ist für Robert Humpe

die Nacht vorbei – jeden Tag bis auf Sonntag. Denn dann muss er aufstehen, um seinen Supermarkt in Heiligenloh in Gang zu bringen, ab 6.30 Uhr stehen schließlich die ersten Kunden vor der Tür. Robert Humpe betreibt das Geschäft in der dritten Generation – und es gibt fast nichts, das er für seine Kunden nicht besorgen kann. Deshalb ist sein Geschäft jetzt auch zum Twistringer Unternehmen des Jahres 2015 gewählt worden.

Rund 330 Quadratmeter Fläche hat Robert Humpes Geschäft, das er zusammen mit seiner Mutter und 18 Teilzeitkräften betreibt. Getränke, Obst, Gemüse, Konserven und Fleisch, das an einer extra Fleischtheke über den Tresen wandert, hat Robert Humpe im Angebot. „Rund 5500 Artikel“, wie er sagt. Aber wie das so ist, manchmal kommen Kunden mit Sonderwünschen, die versucht Robert Humpe dann zu berücksichtigen. „Dabei handelt es sich meist um Spezialitäten, Haushaltsartikel oder Lebensmittel“, so der 44-Jährige „Oder auch mal ein Gasgrill“, fügt er hinzu. Auch sonst versucht er, seinen Kunden so weit wie möglich entgegen zu kommen – wenn ein Verein mal eine Feier auf den Ablaufplan gesetzt hat, rückt Robert Humpe mit Getränken an, die er auf Kommission zur Verfügung stellt.

Die Wurzeln des Geschäftes liegen im Jahr 1936, damals gründete Robert Humpes Großvater Fritz eine Gaststätte, die er auf den Namen „Zum Bremer Schlüssel“ taufte. Doch nur mit der Gaststätte gab sich der Großvater nicht zufrieden, deshalb war auch ein Kolonialwarenhandel (so nannte man das damals) angeschlossen. Im Jahr 1970 übernahm Heinz-Dieter Humpe, der Vater von Robert, das Lokal und den Handel. Später wurde die Gaststätte geschlossen – aber ein Stück von ihr lebt weiter, denn im Jahr 1993 wurde ihr Saal umgebaut. Er diente fortan als Domizil für den Supermarkt – 116 Jahre alt ist das Haus. Im gleichen Jahr stieg auch Robert Humpe mit ins Geschäft ein. Stück für Stück hat er die Entwicklung des Marktes vorangetrieben. „Wir haben jetzt mehr regionale Produkte wie zum Beispiel Kartoffeln, Honig, Spargel und Erdbeeren“, zählt er auf. Brötchen liefert ein Bäcker aus Goldenstedt. Früher ist er noch regelmäßig zum Großmarkt nach Bremen gefahren, dort wird er heutzutage nur noch ein- bis zweimal in der Woche vorstellig. „Wir bekommen 99 Prozent der Ware geliefert. Deshalb brauche ich nur noch zum Großmarkt zu fahren, um Produkte zu besorgen, die nicht geliefert werden“, erklärt er.

Robert Humpe sieht sein Geschäft eingebettet in die Heiligenloher Dorfgemeinschaft – und er weiß auch, wie wichtig andere Institutionen sind. „Wir haben im Ort eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Bank, wenn die alle nicht da wären, würde mein Geschäft wohl nicht funktionieren“, analysiert er.

Nun wirft Robert Humpe einen Blick in die Zukunft. Sein Geschäft in Heiligenloh will er selbstredend behalten, und über kurz oder lang soll noch ein zweiter Standort dazukommen. „Wir schauen nach etwas in der näheren Umgebung, es soll auf keinen Fall zu weit weg sein“, sagt Robert Humpe.

Über die Nominierung seines Geschäftes zum Unternehmen des Jahres war Robert Humpe sehr überrascht. „Damit habe ich nicht gerechnet“, freut er sich. Es sei toll, dass offensichtlich viele Menschen aus Heiligenloh sein Geschäft zum Unternehmen des Jahres vorgeschlagen haben. „Ich freue mich über die Anerkennung durch die Kundschaft.“

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