Lebenswege begleiten veranstaltet Frühlingsfest Das Wichtigste: Gemeinsam essen

Bruchhausen-Vilsen. „Ich bin ja eher durch Zufall hier, aber die Atmosphäre ist toll“, sagte Edith Söffker. Sie ist ein Mitglied der Sambatruppe Oves di Campo, die beim interkulturellen Frühlingsfest in Bruchhausen-Vilsen auftrat.
15.05.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Elfi Bultjer

Bruchhausen-Vilsen. „Ich bin ja eher durch Zufall hier, aber die Atmosphäre ist toll“, sagte Edith Söffker. Sie ist ein Mitglied der Sambatruppe Oves di Campo, die beim interkulturellen Frühlingsfest in Bruchhausen-Vilsen auftrat. Der Verein Lebenswege begleiten feierte am Sonnabendnachmittag auf seinem Vereinsgelände.

Es sollte ein Fest für die ganze Familie sein, auf dem Menschen aus unterschiedlichen Ländern ein Stück ihrer Kultur mit einbringen und gemeinsam feiern können. Lebenswege begleiten arbeitet seit etwa zwei Jahren in der Samtgemeinde als Flüchtlingsinitiative mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Wir betreuen in unserem Verein etwa 50 Familien, die hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kommen“, erzählte die Flüchtlingssozialarbeiterin Judit Hirscher. Sie ist eine von vier hauptamtlichen Mitarbeitern. „Das Wichtigste sei ihnen die Integration der Flüchtlingsfamilien und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

„Das erste Frühlingsfest haben wir im letzten Jahr im Rahmen des Maifestivals im Ortskern gemacht. Dort war die Umsetzung für uns aber etwas kompliziert. Darum haben wir uns gedacht, wir machen in diesem Jahr ein Fest direkt im Verein“, erzählte das Vereinsmitglied Sabine Krzikalla. Zusammen mit Benjamin Wessolek, Hajo Köster, Helmut Winkelmann und Anne-Dore Winter bildete sie den Kern des Organisationsteams für das Fest. „Wichtig war uns bei der Planung, dass wir das mit den Flüchtlingen zusammen machen. Also haben wir gefragt, was sie sich vorstellen und die Aufgaben klar verteilt“, erklärte Krzikalla. Dabei wurde das Organisationsteam auch gleich erweitert um Kochar Abdullah und Shahen Mahmood, Asif Ali, Hassan Ayob, Mohamad Bakour, Mojghan Saraj und Surush Gushunizadah sowie Landfrauen aus Asendorf und Schwarme. „Den Familien war es wichtig, zusammen zu essen. Dann sollte es Musik und Unterhaltung für die Kinder geben“, sagte Krzikalla.

Das Ergebnis dieser Planung war ein reichhaltiges Büfett, das allein von den Flüchtlingen bestückt wurde, Kinderanimation mit Hüpfburg, Schminken, Dosenwerfen und einem Trampolin. Es gab Livemusik auf der orientalischen Langhalslaute Tambur und Musik vom Band. Zusätzlich traten die Winchester Linedancer aus Asendorf und die Sambagruppe Oves di Campo auf. Die Stimmung an dem Nachmittag spiegelte die Zufriedenheit der Gäste wider. Bei strahlendem Sonnenschein wurde gelacht, gegessen, gequatscht, gespielt und getanzt. Wegen der guten Planung im Vorfeld hatten auch die Familien mit Kleinkindern aus den Ortschaften die Möglichkeit, zum Feiern vorbeizukommen. „Ein Bus vom Gut Reetzen wurde mit vielen Kindersitzen ausgestattet und mit Benjamin Wessolek am Steuer zum Familientaxi umfunktioniert“, erzählte Sabine Krzikalla.

„Gegründet wurde der Verein ursprünglich in der Kinderbetreuung. Dazu kam dann noch die Fahrradwerkstatt. Seit zwei Jahren sind wir zusätzlich in der Flüchtlingsbetreuung aktiv“, berichtete Hajo Köster, der sich ehrenamtlich in dem Verein engagiert. „Im letzten Jahr hätte die gemeinsame Planung des Festes mit den Flüchtlingen noch gar nicht geklappt. Dafür waren die Sprachbarrieren viel zu groß“, erzählte Köster. Regina Nordbruch, die den Verein durch ihr ehrenamtliches Engagement im Kindergarten kennengelernt hatte, schaute auf einen kleinen Imbiss und einem Schnack mit Bekannten auf dem Fest vorbei. Ihr war es wichtig, das Fest zu besuchen, denn: “Sie sehen uns hier und wissen dann, dass man sich für sie interessiert.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+