Kulturplattform Martfeld bittet anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Museumsbahn zu einem Festival

Der Blues-Train rollt an

Martfeld. Die Kulturplattform Martfeld, ein Ableger des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV), sorgt seit einiger Zeit für volle Veranstaltungsräume. Unter dem Titel „Wir verleihen der Konzert-Kultur Flügel“ stellt der Organisator des musikalischen Programms, Joachim Rosche, das Jahresprogramm vor.
04.05.2016, 00:00
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Von Karin Neukirchen-Stratmann
Der Blues-Train rollt an

August Carlos Dalelane will mit seiner Band am 25. August in der Kastanie auftreten – dann soll ordentlich getanzt werden.

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Die Kulturplattform Martfeld, ein Ableger des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV), sorgt seit einiger Zeit für volle Veranstaltungsräume. Unter dem Titel „Wir verleihen der Konzert-Kultur Flügel“ stellt der Organisator des musikalischen Programms, Joachim Rosche, das Jahresprogramm vor. Und das feiert in diesem Jahr eine Premiere, zumindest was die Präsentation anbelangt, denn dank der Hilfe von Sponsoren war es nun erstmals möglich, auch einen Flyer mit der Programmübersicht zu drucken.

Stolz auf den sehr guten Start des musikalischen Kulturprogrammes kann Rosche allemal sein. Seit Monaten laufen die von ihm initiierten Konzerte der Kulturplattform in der Martfelder Kneipe Die Kastanie mit großem Erfolg, vor meist ausverkauftem Haus. In diesem Jahr startete Rosche gleich mit zwei Künstlern der Extraklasse: Vinx und Karl Seglem begeisterten das Publikum im April (wir berichteten). „Martfeld reiht sich damit in die Reihe internationaler Top-Clubs ein“, so Rosche.

Doch nicht nur die Kastanie wird in diesem Jahr Veranstaltungsort sein. Bereits im Juni, am 2. Juni, geht es in die Fehsenfeldsche Mühle, wo Greyhound George und Andy „The Alligator“ Grünert auftreten. „Die beiden machen etwas, dass sich die Mühlenflügel drehen werden“, verspricht Rosche. Mit den Zingaros am 30. Juni geht der Konzertreigen weiter. Die Zingaros waren schon einmal mit großem Erfolg in der Kastanie und wollen Ende Juni daran anknüpfen. „Die Besucher haben damals gefordert: ,Die müssen wiederkommen’“. Dieses Konzert habe auch einen soziokulturellen Hintergrund, denn die rumänischen und polnischen Spargelstecher werden dazu von der Kulturplattform eingeladen. „Mit Musik kann man Türen öffnen, wenn sich die Beine erst einmal bewegen“, ist Rosche überzeugt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Kulturplattform ausländische Bürger explizit zu Konzerten einlädt und damit für ein Miteinander wirbt.

Zum Ende der Sommerferien soll getanzt werden. Dazu hat Joachim Rosche am 25. August Carlos Dalelane und Band in die Kastanie eingeladen. „Da geht es nur um eines: Lasst uns tanzen!“ Zum 40-jährigen Bestehen des Heimatvereins, das am 18. September in der Fehsenfeldschen Mühle gefeiert wird, lädt die Kulturplattform Cathrin Pfeiffer mit ihrem Akkordeon ein.

Ein ganz besonderes Bonbon erwartet Musikliebhaber Anfang Oktober. Dazu verlässt die Kulturplattform sogar Martfeld, hat ein gemeinsames Projekt mit dem Deutschen Eisenbahnverein in Bruchhausen-Vilsen geplant: das Europe Blues Train Festival am 1. Oktober. Die Idee: „Ein Bluesmusiker steigt in einen Waggon, pro Waggon ein Musiker, und dann gibt es während der Fahrt ein wenig Livemusik“, erklärt Rosche. Blues in seinen „unglaublichen Facetten“ soll es zu hören geben, verspricht der Organisator, der auch die Idee zu diesem Festival hatte. „Die wunderschöne Museumsbahn, noch dazu in ihrem Jubiläumsjahr, das bietet sich doch einfach an.“ Zurück in Bruchhausen-Vilsen angekommen geht es dann für Musiker und Besucher weiter ins Gaswerk. Hier findet ein Doppelkonzert mit Magda Piskorczyk und Black Kat & Kittens statt. „Das alles ist neu, hat es hier noch nie gegeben und wird sicher Nachahmer bei anderen Kleinbahnen finden“, ist Joachim Rosche überzeugt.

Mit einem dann ungewöhnlichen Konzert geht das Programm der Kulturplattform am 3. November in der Kastanie weiter. „Damit möchte ich auch einfach einmal ausloten, was hier geht“, so Rosche. Erwartet wird das Duo Bartolomey/Bittmann. „Die spielen Klassik, aber eben auch wieder nicht.“ Der Cellist Matthias Bartolomey und der Geiger und Mandolaspieler Klemens Bittmann wollen in ihrem Zusammenspiel ihr stark in der klassischen Musiktradition verankertes Instrumentarium auf einen neuen Weg führen. „Mit Spontaneität und Improvisation der Jazzästhetik verbinden sie intim groovende und kraftvoll rockende Elemente.“ Plattdeutsch wird es am 1. Dezember im Dorfgemeinschaftshaus Hustedt, wenn Annie Heger mit „Watt’n Skandaal“, einem Musikkabarett, zu Gast ist. „Sie kommt aus Ostfriesland, und es gab schon Bedenken, dass man sie hier nicht verstehen könnte, aber das ist Quatsch. Annie Heger bekommt das hin“, ist Joachim Rosche überzeugt.

„Mit unserem Programm wollen wir Begegnungen mit anderen Kulturen fördern, Vorurteile überwinden helfen und Kontakte knüpfen“, so Rosche. Mit dem Programm setze Martfeld auch Akzente in der Samtgemeinde, von der „Qualität profitieren einige“.

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