Elke Steding baut in Bramstedt auf rund einem Viertel Hektar Grünkohl an Der Dunkelgrüne mit den krausen Blättern

Je dicker die Pinkel, je umfangreicher die Kassler-Scheibe, desto schmackhafter der Grünkohl? Glauben zumindest viele Kohlfahrer, die bald wieder mit Bollerwagen und Schnapsdepot durch die Lande ziehen. Fleisch ist ihr Gemüse. Die Bramstedter Biobäuerin Elke Steding sieht das hingegen anders. "Es kommt nicht nur auf die Fleischberge an, was zählt ist das Gemüse", wirbt sie für die Vitaminbombe mit den krausen Blättern. Was viele nicht wüssten – der braune Kohl enthalte viele gesunde Inhaltsstoffe und schütze im Winter prima vor Erkältungen.
20.11.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Jörn Dirk Zweibrock

Je dicker die Pinkel, je umfangreicher die Kassler-Scheibe, desto schmackhafter der Grünkohl? Glauben zumindest viele Kohlfahrer, die bald wieder mit Bollerwagen und Schnapsdepot durch die Lande ziehen. Fleisch ist ihr Gemüse. Die Bramstedter Biobäuerin Elke Steding sieht das hingegen anders. "Es kommt nicht nur auf die Fleischberge an, was zählt ist das Gemüse", wirbt sie für die Vitaminbombe mit den krausen Blättern. Was viele nicht wüssten – der braune Kohl enthalte viele gesunde Inhaltsstoffe und schütze im Winter prima vor Erkältungen.

Bassum-Bramstedt. Jeder, der im eigenen Garten Grünkohl anbaut, weiß, dass es nachts erst einmal richtig geknackt haben muss, bis der Kohl geerntet werden kann. "Durch den ersten Frost bekommt er ein ganz anderes Aroma, dann entfalten sich die gesunden Inhaltsstoffe erst richtig", berichtet die Bramstedter Biobäuerin Elke Steding. Bei zu milden Temperaturen würde das Wintergemüse einfach nicht schmecken.

Seit Jahren baut sie auf einem Viertel Hektar Braunkohl oder Krauskohl – wie Grünkohl auch sonst noch genannt wird – an. Grünkohl sei neben Rosenkohl die einzige Kohlsorte, die den Winter über auf dem Feld stehen bleiben könne. "Wir pflanzen ihn im Sommer, meist im Juni. Bei Trockenheit wird beregnet", erzählt Elke Steding, die den elterlichen Hof in Bramstedt vor gut einem Vierteljahrhundert übernommen hat. Damals hat sie auf Gemüsebau umgestellt, baut heute gemeinsam mit Heiner Hibbing all das an, was das Bioherz begehrt. Um die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, wird der Bramstedter Grünkohl mit Netzen abgedeckt, wenig gedüngt. Anfang November beginnt dann die Erntezeit. Bei Elke Steding und Heiner Hibbing wird von Hand geerntet und sortiert. Bis März verkaufen sie die winterharte Sorte mit den dunkelgrünen, dickfleischigen Blättern im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt. Feldfrisch versteht sich. "Frühe Sorten sind hellgrün und nur leicht gekraust, die späteren hingegen dunkel- bis blaugrün mit krauseren Blättern", klärt Elke Steding über die Unterschiede auf.

Grünkohl sei in den Herbst- und Wintermonaten eine echte Bereicherung für den heimischen Speisezettel, weiß sie um dessen gesundheitsfördernde Wirkung. Wenn es draußen so richtig kalt werde, viele Menschen Angst vor Erkältungen hätten, würde die Natur ein Feuerwerk an wertvollen Inhaltsstoffen bereithalten: den Grünkohl. "Er enthält so viel Calcium wie zwei Gläser Milch", erklärt die Bramstedter Biobäuerin. Dazu mehr Vitamin A pro 100 Gramm als eine Möhre. Zudem schütze der Winterkohl den Körper vor Freien Radikalen.

Bei der Kohlfahrt würden nicht etwa die Fleischberge zählen, sondern vielmehr das Gemüse selbst, rät Elke Steding zum regelmäßigen Verzehr der Vitaminbombe mit den krausen Blättern. Die übrigens ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stamme, wie sie nachgelesen habe. Heute wachse und gedeihe der winterharte Kohl vor allen Dingen im Norden und Westen Deutschlands.

Für alle, die es eher traditionell mögen, bei denen nur das auf den Tisch kommt, was sie kennen, empfiehlt die Bramstedterin folgende Zubereitungsart: Grünkohl vom Strunk befreien, blanchieren – sprich kurz in kochendes Salzwasser tauchen – klein schneiden, in Olivenöl mit Zwiebeln und Gemüsebrühe andünsten, ungefähr eine Halbe- bis Dreiviertelstunde garen lassen. "Grünkohl lässt sich auch prima mit Koriander, Muskat, Piment oder Senf würzen", verrät Bramstedts heimliche Kohlkönigin.

Alternativ hat Elke Steding noch weitere Grünkohl-Rezepte in petto: Kohlsuppe, Grünkohlauflauf mit Möhren und Kartoffeln oder ganz einfach die Spitzen in einen leckeren Salat mit Äpfel- und Orangenstücken schneiden. Übrigens: "Es gibt heute sogar schon vegetarische Pinkel", hat Elke Steding einen Tipp für all diejenigen parat, deren Gemüse immer noch Fleisch ist.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+