Nostalgiemuseum

Der Grundton ist immer heiter

Das Nostalgiemuseum in Okel startet mit einem neuen Programm ins Jahr. Lesungen und Konzerte halten Elke und Wolfgang Kaeding für ihre Besucher bereit.
23.01.2020, 16:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing
Der Grundton ist immer heiter

Jürgen Puls (von links), Elke und Wolfgang Kaeding sorgen im Nostalgiemuseum für ein abwechslungsreiches Programm.

Syke-Okel. Die Erleichterung ist groß bei Elke und Wolfgang Kaeding. Vor ihrem Nostalgiemuseum in Okel sind die Bauarbeiten an der Straße schon abgeschlossen. „Endlich“, freut sich Elke Kaeding. Denn auch wenn die Zufahrt zu dem kleinen Museum möglich war – die Mitarbeiter der ausführenden Firmen präsentierten sich freundlich und hilfsbereit –, war es doch eine lange Zeit und der Rückgang an Besuchern spürbar. Mit neuem Schwung geht es daher nun ins neue Jahr. Das Programm für die ersten Monate steht, es kann losgehen, finden die Betreiber des Nostalgiemuseums.

Und los geht es mit einer Lesung der etwas anderen Art am Freitag, 28. Februar. Der Syker Amateurschauspieler, Schreiber und Sprecher Jürgen Puls und der Bremer Romanautor Wilfried Stüven präsentieren gemeinsam Prosatexte und Lyrik des weltweit einzigen Vertreters des Wowoismus, Friedhelm Kändler. „Es gibt keine eindeutige Beschreibung“, antwortet Puls lachend auf die Frage, was das denn sei. Er habe von dem Kabarettisten, Bühnen- und Romanautor die Antwort bekommen: „Wowo ist die Frage zur Antwort des Dada.“ Und wie diese literarische Gattung ist auch das Wowo von Friedhelm Kändler gekennzeichnet durch überraschende Spiele mit Worten, Buchstaben, Textformen und Inhalten. „Er kommt immer mit einer neuen Überraschung“, verspricht Puls. Kändlers Texte seien doppeldeutig, sinnverdreht, ironisch und zeichneten sich durch ein meisterliches Spiel mit der Sprache aus. Der doppeldeutige Titel „Immer schön denken...“ sei daher mit Absicht gewählt. Grundsätzlich sei der Grundton bei diesem „Wort- und Gedankenakrobaten“ aber immer heiter, verspricht Puls dem Publikum einen unterhaltsamen Abend. Musikalisch begleitet wird das Duo von Andreas Hein-Köcher aus Achim. Los geht es um 19.30 Uhr. Den Eintritt legt jeder Besucher selbst in einen Hut.

Wilfried Stüven kehrt am Sonnabend, 21. März, solo zurück ins Nostalgiemuseum. Der Bremer Autor liest aus seinem Kreta-Krimi „Roter Mohn verblasst nicht“. Einen „kretisch-bremischen Beziehungskrimi“ verspricht Jürgen Puls. Und da der Bremer Autor auch regelmäßiger Gast auf der größten griechischen Insel ist, „wollen wir dabei auch Bilder von Kreta zeigen, um die Lesung zu untermalen“, kündigt Elke Kaeding an. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr und auch dafür geht der Hut rum.

Mit Acoustic Blues, Folk und „einer Prise Slide-Guitar“ wird das Jahresanfangsprogramm im Nostalgiemuseum abgerundet. Thorsten Vüllgraf, Bremer Musiker mit Berliner Wurzeln, präsentiert sein Acoustic-Folk-Projekt „Westford“. Dabei begleiten ihn stets unterschiedliche Musiker. In Okel wird es die Geigerin und Sängerin Edna Eversmeier sein, die sonst in der Klezmerband Cladatje spielt. „Wir haben ihn bei einer Geburtstagsfeier im Museum kennengelernt, als er als Gast da war und seine Gitarre mitgebracht hatte“, verrät Elke Kaeding. Die Musik hätte ihnen so gut gefallen, dass sie ihn gefragt haben, ob er nicht ein Konzert in Okel geben wollte. Er wollte, und wird nun am Sonnabend, 28. März, ab 19.30 Uhr auftreten. Auch dabei kreist ein Hut für Eintrittsspenden.

Von dieser Praxis wird im Mai abgewichen, wenn Fräulein Rika ins Nostalgiemuseum zurückkehrt. „Sie war vor zwei Jahren schon einmal da, da war der Saal ausverkauft“, freut sich Elke Kaeding auf ein Wiedersehen mit der sympathischen Sängerin. „Sie hat einen fantastischen Draht zum Publikum, sorgt für eine tolle Stimmung“, hofft die Museums-Chefin auf abermals volle Ränge. Mit im Gepäck hat Rika Tjakea nicht nur die schönsten Swing-Klassiker der 1920er- und 1930er-Jahre sondern auch ihren „Swing-Bubi“ Mark Hertzer, der sie auf der Gitarre begleiten wird. Gemeinsam forschen sie in ihrem Programm „Ideal und Wirklichkeit“ nach Interessantem und Lehrreichem in Sachen Liebe. Für dieses Konzert am Sonnabend, 16. Mai, ab 19.30 Uhr wird ein Eintritt von 15 Euro erhoben. Familie Kaeding rät zu einer frühzeitigen Anmeldung unter der Rufnummer 0 42 42 / 12 22 oder 01 73 / 6 24 28 75. Weitere Informationen zum Museum, das sonntags von 14 bis 18 Uhr seine Pforten öffnet, gibt es im Internet unter www.nostalgie-museum-syke.de.

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