Kindermalgruppe der Künstlerin Jutta Poppe übergibt bunt verzierte Stühle an ihre Besitzer

Der Regenbogen erstrahlt im Vorgarten

In wenigen Wochen blühen die ersten bunten Frühlingsblumen in den Vorgärten. Bei 35 Twistringern werden die Blumen aber nicht der einzige Farbklecks vor der Haustür sein. Farbenfroh bemalte Stühle zieren dann nämlich einige Vorgärten in der Kommune. Beim Kunstprojekt Regenbogenstühle von Jutta Poppe konnten Interessierte ihre Stühle abgeben, die dann von Kindern bemalt wurden.
13.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Marcel Nobis
Der Regenbogen erstrahlt im Vorgarten

Farbenfroh: Ursula Mönnich schaut sich ihren Schaukelstuhl an, den Emmy (r.) bemalt hat.

Udo Meissner

In wenigen Wochen blühen die ersten bunten Frühlingsblumen in den Vorgärten. Bei 35 Twistringern werden die Blumen aber nicht der einzige Farbklecks vor der Haustür sein. Farbenfroh bemalte Stühle zieren dann nämlich einige Vorgärten in der Kommune. Beim Kunstprojekt Regenbogenstühle von Jutta Poppe konnten Interessierte ihre Stühle abgeben, die dann von Kindern bemalt wurden.

Twistringen. Der alte Schaukelstuhl von Oma, der verstaubte Küchenstuhl vom Dachboden oder der verblichene Gartenstuhl mit der kaputten Sitzfläche – fast jeder hat ein altes Sitzmöbel bei sich zu Hause stehen, welches nicht mehr genutzt wird. Künstlerin Jutta Poppe hauchte den alten Stühlen zusammen mit ihrer Kindermalgruppe in den vergangenen Wochen neues Leben ein. Gut 35 Twistringer folgten Poppes Aufruf und gaben ihre ungenutzten Sitzmöglichkeiten bei ihr ab. Gestern händigte die Künstlerin die neu gestalteten Regenbogenstühle wieder an ihre Besitzer aus.

"Ich bin schon ein wenig traurig, dass die Stühle gehen müssen", meinte Jutta Poppe bei der Übergabe. In einem Kreis aufgestellt, standen die 35 Stühle auf dem Hof der Familie Logemann in Borwede. In der Scheune im Hintergrund wurde gut einen Monat an den Stühlen gearbeitet. Zwölf Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahre tobten sich kreativ mit Farbe auf den Sitzmöbeln aus. Ob Schaukelstuhl, Küchenstuhl oder Gartenstuhl – die Sitzgelegenheiten erstrahlten in den buntesten Regenbogenkreationen und mit vielen verschiedenen Motiven. "Die Aktion war eine ganz tolle Idee und auch etwas Sinnhaftes für die Kinder", erklärte Twistringens Bürgermeister Karl Meyer bei der Übergabe der Stühle. Einen eigenen Stuhl hatte Meyer aber nicht eingereicht. "Leider nicht, wenn ich sehe, was hier für Kunstwerke stehen. Dabei hätte ich auch noch einige alte Stühle zu Hause stehen gehabt", merkte der Verwaltungschef an.

Bis zu den fertigen Kunstwerken war es aber ein langer Weg. "Wir haben die Stühle erst geschliffen, dann angemalt und danach noch Farbspritzer drauf gemacht", erklärte die zehnjährige Emmy, die den Schaukelstuhl von Ursula Mönnich aus Marhorst gestaltete. "Wir haben einen großen Vorhof, da kommt der Stuhl hin. Ich denke mal, dass er dort gut zur Geltung kommt. Sozusagen als kleiner Farbklecks", freute sich die Marhorsterin.

Unter dem Motto "Hoffnung, Glück, Frieden" startete Jutta Poppe das Kunstprojekt. "Die Aktion soll die einzelnen Ortschaften verbinden", erklärte die Künstlerin. Aus fast allen Teilen Twistringens – sei es Heiligenloh, Marhorst, oder Ellerchenhausen – trafen Stühle bei Jutta Poppe ein. Selbst Bürger aus Beckeln (Samtgemeinde Harpstedt) beteiligten sich an der Aktion.

Auch Heidi Spehlbrink freute sich über einen neuen Stuhl für ihren Garten. "Das war unser alter Klavierstuhl. Zum Sommer hin werde ich ihn wohl nach draußen stellen", sagte die Heiligenloherin. Tochter Tineke bemalte den Stuhl in der Malgruppe. Farblich gestaltete sie ihn hauptsächlich in ihren Lieblingsfarben Blau und Gelb, auf die Sitzfläche pinselte sie große bunte Blumen. "Erst hatte ich einen Teich gemalt, aber Jutta meinte, ich soll da noch eine Blume zu malen", erzählte Tineke.

Unterstützt wurde die Malgruppe von alle Seiten. Den Treffpunkt stellte die Familie Logemann in Borwede, die wetterfeste Farbe sponserte ein Bassumer Baumarkt und um in der kalten Scheune arbeiten zu können, brachten Nachbarn einen Heizpilz und Verpflegung. "Das war wirklich harte Arbeit, das hätte ich nicht gedacht. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen", freute sich Jutta Poppe.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+