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Die Katholische Frauengemeinschaft Syke feiert Jubiläum

Vor 50 Jahren hat sich in Syke die Ortsgruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland gegründet. Das Jubiläum wird am ersten Advent gefeiert.
27.11.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Die Katholische Frauengemeinschaft Syke feiert Jubiläum
Von Christoph Starke
Die Katholische Frauengemeinschaft Syke feiert Jubiläum

Hält ihre Fahne hoch und Elisabeth Schlüters Buch in Ehren: die KFD in Syke.

Udo Meissner

Es war der Buß- und Bettag 1964. An diesem Datum hat sich in Syke die Ortsgruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland gegründet. Und das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen wird natürlich gefeiert und zwar am ersten Adventssonntag, 30. November, in der St.-Paulus-Kirche und im Gemeindehaus.

„ Alle Frauen und Mütter unserer Gemeinde wurden von Herrn Pastor Viere eingeladen, am Buß- und Bettag, den 18. November 1964, ins Jugendheim zu kommen. War es nun soweit, dass wir auch in Syke eine Frauen- und Müttergemeinschaft haben sollen“, liest Marlies Flor die handgeschriebenen Worte von Elisabeth Schlüter vor. Die war die allererste Vorsitzende, oder Berufene – wie es damals hieß –, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (KFD) in der Syker St.-Paulus-Gemeinde.

Tagebuch aus 50 Jahren

Der Text befindet sich in einem kleinen Büchlein, das ein bisschen an ein Tagebuch erinnert. Einen echten Schatz hält Marlies Flor von der KFD dort in ihren Händen, denn es ist tatsächlich eine Art Tagebuch, in dem Elisabeth Schlüter von Tag eins die Tätigkeiten der Syker KFD protokolliert hatte. Und dieser Tag eins liegt nun 50 Jahre zurück .

Margarete Rösig, Maria Breuker und Ilse Schöpe können sich an diesen Tag noch erinnern. Sie sind Gründungsmitglieder. „Damals war der Buß- und Bettag noch ein Feiertag“, erinnert sich Margarete Rösig, die einige Zeit ebenfalls als KFD-Vorsitzende arbeitete und auch Elisabeth Schlüters Chronik weiter führte. „Für mich waren die Zusammenkünfte immer Erholung“, schätzt sie die Zeit bei den Frauen.

Initiative eines Mannes

Die Initiative ging vor 50 Jahren allerdings von einem Mann aus. Der damalige Pfarrer Fritz Viere hatte die Idee. Am Gründertag seien dann 80 Frauen erschienen, erzählt Marlies Flor. Maßgebend beteiligt war auch die damalige Seelsorgehelferin Dorothea Hoffmann. Heute würde man sie Gemeindereferentin nennen.

Gemeinsame Unternehmungen und Aktionen für andere Menschen wie Basare standen von Beginn an im Fokus der Syker KFD. Und ohne sie ging und geht wenig. „Am Anfang hat die Frauengemeinschaft den Pfarrgemeinderat, den es noch nicht gegeben hatte, mehr oder weniger ersetzt“, erzählt Marlies Flor, die von 1983 bis 1999 KFD-Vorsitzende in Syke war.

Ausgewandert nach Brasilien

Als Dorothea Hoffmann die Hachestadt verließ und ins brasilianische São Paulo auswanderte, gründete sie dort ein Haus für Straßenmädchen, erzählt Marlies Flor. „Sie hat mit ihnen beispielsweise Nähkurse gemacht“, teilt sie mit. Frauen aus der KFD halfen Dorothea Hoffmann. Aus Kuchenverkäufen etwa hätten sie Geld eingenommen, welches dann nach Brasilien geflossen sei.

„Dann haben wir die Kinder in Tansania unterstützt“, nennt Marlies Flor ein weiteres Engagement aus dem Kreis der KFD. „Wir haben in der Frauenrunde Kleider gesammelt. Die sind dann bananenkistenweise verschickt worden. Da sind Unsummen zusammengekommen“, erzählt Marlies Flor und zaubert ein Foto hervor, auf denen man sieht, wie Menschen aus Tansania die Kleidung tragen.

Kontakt in die frührere DDR

Doch um zu helfen, blicken und blickten die Frauen nicht nur in die Ferne. In den 1980er-Jahren unterstützten sie das Ursulinenkloster in Neustadt-Dosse in der damaligen DDR, das sich um Kinder mit Behinderungen kümmert. „Gleich nach der Wende haben wir denen den Bus gezahlt und dann sind sie hier gewesen“, erzählt Marlies Flor.

Die Unterstützung von Seiten der KFD in Syke ist breit gefächert, ob Weißer Ring, Kriegsgräberfürsorge, SOS-Kinderdörfer oder das Kinderhospiz, „bei uns bekommen alle etwas, wenn sie kommen“, sagt Marlies Flor. In den Seniorenwohnheimen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Syke und Barrien gestalten die Frauen Frühlings- und Adventsfeiern, backen eine Menge Torten für die Alten.

Besinnungsnachmittage

Zu den Aktionen der KFD in Syke gehören darüber hinaus auch Besinnungsnachmittage. Dabei handelt es sich um Fachvorträge mit religiösen Bezügen. Außerdem gestalten die Aktiven auch Gottesdienste. Die Ökumene lassen die KFD-Engagierten ebenfalls hochleben, feiern beispielsweise mit den evangelischen Frauen Karneval und Erntedankfest in Syke.

Die Mitglieder der Syker KFD sagen gerne ihre Meinung, auch wenn es mal gegen die Linie der katholischen Kirche geht. „Wir sind kritisch, wir sind keine Duckmäuser“, unterstreicht die derzeitige Vorsitzende Annemarie Uhrner. 42 Mitglieder zählt der Verein heutzutage, erzählt sie. An jedem ersten Dienstag im Monat trifft sich die KFD im Pfarrheim. Um 14.30 Uhr geht es los. Gerne würde die Vorsitzende bei diesen Treffen neue Frauen begrüßen.

Rund 500.000 Frauen machen mit

In ganz Deutschland sind ungefähr eine halbe Millionen Frauen laut eigenen Angaben in der KFD engagiert. Dessen wurde sich Annemarie Uhrner vor Kurzem wieder bewusst, als sie mit Sykes Erstem Stadtrat Thomas Kuchem ins Gespräch kam. Der gebürtige Rheinländer hätte ihr erzählt, dass sich seine Mutter in der KFD engagiert hätte. Annemarie Uhrner: „Da war der Bann gebrochen.“

Das Jubiläum wird am Adventssonntag, 30. November, gefeiert. Los geht es um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Paulus-Kirche, Auf den Wührden 17. Danach wollen die Frauen mit Gästen im Gemeindehaus bei einem kleinen Imbiss und anschließendem Kaffee auf 50 Jahre KFD in Syke zurückblicken, Jubilarinnen ehren und mit den Gästen ins Gespräch kommen.

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