Bassumer Kulturbühne

Die mit dem Beat-Club-Logo

Sie sind in Bremen und umzu eine lebende Legende: Larry And The Handjive. Am 12. Oktober rocken sie die Bassumer Kulturbühne. Bandleader Uwe Mühlenhardt blickt zurück.
08.10.2017, 11:20
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Dominik Albrecht
Die mit dem Beat-Club-Logo

Gitarre raus und los: Uwe Mühlenhardt von Larry And The Handjive

Dominik Albrecht

Bassum. Die musikalischen Ehen von Dieter Bohlen und Thomas Anders als Modern Talking hielten drei und später weitere fünf Jahre, The Beatles brachten es auf zehn Jahre. Doch auf mehrere Dekaden gemeinsame Bandgeschichte können nur wenige stolz sein. Ein Quartett, das es kann, ist am Donnerstag, 12. Oktober, auf der Bassumer Kulturbühne zu Gast. Bandleader Uwe Mühlenhardt verrät im Gespräch, woher sein Künstlername Rick Baker stammt und wie man so lange durchhält.

Seit 32 Jahren unterwegs, 40 bis 50 Konzerte im Jahr – bundesweit und über die Grenzen hinaus in Holland. Und das alles fast in Originalbesetzung. Denn von dem Gründungs-Quartett ist nicht nur Mühlenhardt geblieben, sondern ebenso seine Kollegen: der Bassist Wolfgang Bahlmann sowie Schlagzeuger Uwe Esselmann. Lediglich Gitarrist Herbert Müller alias Herbie Miller ist „erst“ seit acht Jahren dabei und zählt zum Frischling in der Gruppe Larry And The Handjive.

In der Anfangszeit spielte die Band Stücke aus den 1960er-Jahren, war unter anderem fast 25 Jahre mit Tony Sheridan unterwegs gewesen. In den 1980er-Jahren entstand zudem eine Zusammenarbeit mit Radio Bremen, dessen Beat-Club-Hausband die Gruppe seit zehn Jahren ist. „Wir sind die einzige Band weltweit, die das Beat-Club-Logo nutzen darf“, betont Uwe Mühlenhardt stolz.

Neben den Auftritten mit bekannten Musikern, trat das Quartett oft auf Stadtfesten und Oldie-Festivals auf. Vor fünf Jahren folgte dann das große Umdenken, und die Band gab Konzerte vor bestuhltem Publikum. Ein völlig neues Erlebnis für die Gruppe, wie Mühlenhardt erklärt: „Das ist für uns ganz toll, weil wir die Gelegenheit bekommen, für Publikum zu spielen, das aufmerksam ist und zuhört.“ Dennoch möchte Uwe Mühlenhardt nicht ausschließen, dass die Besucher der Kulturbühne beim Konzert aufstehen werden. Denn zu hören gibt es sicher einige Hits, die die Herzen der Classic-Rock-Fans höher schlagen lassen werden. Wie Beispielsweise „Just Walking In The Rain“ von Johnnie Ray oder „Willie And The Handjive" von Johnny Ortis, welches zugleich die Inspiration für den Namen der Band war.

Uwe Mühlenhardt selber fand seinen Weg zur Musik über eine weitere Ikone der Musik – Elvis Presley. „Anfang der 70er-Jahre habe ich mir von ihm eine Best-Of-Platte geholt und war völlig begeistert“, schwärmt der Bremer. Die Begeisterung ging so weit, dass Mühlenhardt wegen Elvis anfing, das Gitarrespielen zu lernen. Schon als Uwe Mühlenhardt zur Schule ging, hat er Musik aus den 1950er-Jahren gespielt, damals mit einer Schulband namens Dalana. „Ich glaube das ist eine Region in Schweden. Das hat sich ein Freund damals ausgedacht“, mutmaßt der Sänger. Kurz nach der Schule gründete sich dann Larry And The Handjive – da war Mühlenhardt 21 Jahre alt. Berufsmusiker ist er trotz aller Liebe zu Elvis aber dann doch nicht geworden. Stattdessen zog es Uwe Mühlenhardt zum Bremer Zoll. „Wir hatten früher schon überlegt, ob wir das hauptberuflich machen sollen, haben das irgendwie aber doch nicht gemacht. Vielleicht ist das aber auch ganz gut, weil wir so alles machen können, was wir wollen“, bedauert der Sänger diesen Schritt nicht.

Auf der Bühne wird Uwe Mühlenhardt zu Rick Baker. „Ich habe früher eine Rickenbacker-Gitarre gespielt“, erklärt Uwe Mühlenhardt mit einem Glänzen in den Augen den Hintergrund seines Pseudonyms. Seine Kollegen mutieren an den Instrumenten zu Larry Ferry, Larry Bexman und Herbie Miller. Heute nennt Mühlenhardt eine Gibson von 1960 sein Eigen. Die Liebe zu alten Instrumenten ist für ihn aber auch ein Qualitätsmerkmal für die Authentizität der Musik. “Unsere anderen Instrumente sind auch alle von früher. Wir haben jetzt einen Verstärker von 1963 gekauft. Das klingt einfach anders als die heutigen“, findet der Sänger. Dadurch sei man auch näher an den musikalischen Idolen.

In mehr als drei Dekaden haben Uwe Mühlenhardt und seine Bandkollegen hautnah die Entwicklung in der Musik-Branche miterlebt. Früher habe es viel handgemachte Musik gegeben, später sei die elektronische Musik verbreitet worden. „Aktuell ist die Wertschätzung für handgemachte Musik größer als vor 20 Jahren. Es kommen wieder Kontrabässe und Naturinstrumente auf die Bühne“, beobachtet Mühlenhardt erfreut. Aber wie schafft man es, sich über einen so langen Zeitraum zu motivieren? Das Zauberwort für Uwe Mühlenhardt: Abwechslung. „Wir haben immer mit verschiedenen Leuten zusammengearbeitet. Hinzu kamen neue Herausforderungen, und seit vier Jahren haben wir ein Weihnachtsprogramm mit Lesungen und Weihnachtsliedern aus den 1960er-Jahren. Das ist auch wieder ein neues Projekt, das für uns interessant ist.“

Zur Freude der Fans, die die Auftritte der Band bisweilen einen Großteil der 32 Jahre begeistert begleiten. „Wir haben auch Besucher, die um die 30 sind und meinen, sie waren schon mit ihren Eltern bei unseren Konzerten. Das finde ich toll, das kann nicht jede Band von sich behaupten“, berichtet Mühlenhardt und lässt lächelnd einen leichten Stolz durchblicken. Uwe Mühlenhardt freut sich schon jetzt auf den erneuten Abstecher nach Bassum. Bereits vor 16 Jahren war er mit seiner Band in Bassum. „Damals ein Open-Air-Konzert an der Freudenburg“, erinnert sich der Sänger zurück. Das Konzert auf der Bassumer Kulturbühne sei auch für eben jene Fans frühester Stunde eine Reise wert. Denn durch das feste Publikum und die gediegene Atmosphäre könnten auch leisere Instrumente wie ein Flügel, Kontrabass, Ukulele oder Akkordeon in die Stücke eingebaut werden. „Dadurch haben wir auch einen ruhigeren Sound, als wenn wir auf großen Bühnen Gas geben müssen“, sagt der Bandleader. Stücke, die sonst gar nicht gespielt werden, gebe es zu hören. Und, um auch die letzten Skeptiker zum Verstummen zu bringen, fügt er an: „Besucher haben die Gelegenheit, uns ganz anders zu erleben. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.“

Karten sind im Vorverkauf für 18 Euro sowohl beim Bassumer Bürgerservice als auch bei Papier und Tinte am Lindemarkt in Bassum erhältlich. Wer spontan am 12. Oktober vorbeischauen möchte, braucht neben viel Glück auf Restkarten dann 20 Euro.

Der SYKER KURIER verlost auf www.facebook.com/sykerkurier einmal zwei Freikarten für das Konzert.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+