Gartenkultur-Musikfestival in Syke Die Sehnsucht nach Frieden

Masken, Kostüme, Tanzperformance: All das brachte das Scharniertheater Hannover mit zu seinem Auftritt beim Gartenkultur-Musikfestival im Syker Kreismuseum.
06.08.2017, 19:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Dorit Schlemermeyer

Syke. Die großen roten Hände tauchten in vielen Szenen auf: Die Hände von Kokoro, dem Ameisenkönig, der sie braucht, um mit seinem Gefolge Frieden zu schaffen für Flüchtlinge in aller Welt. Das gleichnamige Stück wurde am Sonntagnachmittag anlässlich des Gartenkultur-Musikfestival im Kreismuseums Syke vom Scharniertheater Hannover aufgeführt.

Es war der zweite Gastauftritt des Theaters, und einmal mehr waren es die unglaublich fantasievollen Masken, die der Geschichte die nötige Präsenz und Ausdruckskraft verliehen. Die emotionale Dramatik steigerte sich noch durch die Musik von Ulli Meinholz und Mohamed Bittaye, die mit ihren Trommeln den Rhythmus erzeugten, dem die Tänzer folgten. Naturgeräusche und mitreißende Weisen, gespielt von Roswitha Conrad an Blockflöte und Viola da Gamba, nahmen die Zuschauer mit in fremde Welten – Märchenwelten aus vielen Ländern.

„Der weise Sterndeuter, großer Zauberer der Mondsichel“, begann Erzählerin Meike Brackhahn eine Geschichte zu erzählen über die wohl größte Sehnsucht aller Menschen, die Sehnsucht nach Frieden. „Ein Kind findet am Strand eine Muschel, ein Waisen- und Kriegskind, vor ihm liegt der Tag wie ein Geschenk“. Und: „Wo die Blumen sind, ein Boot mit Mann und Maus, zuhaus“. So beginnt die Geschichte einer Flucht.

Dramatische Klangszenarien, zwei Kämpfer und die Stimme der Erzählerin beschreiben den Krieg im eigenen Land: „Tieffliegerangriffe durch Drohnen. Hauen, Stechen, Sterben, verbrannte Erde, zerschossene Wälder und Höhen, es gibt keine Sieger“, heißt es. Dazu passend überflog ein Großraumjet das Gelände des Museums. „Der Tod ist ihr Meister, er prüft seine Ernte“, kommentierte Erzählerin Brackhahn die nächste Szene, die mit dem Tanz von Tod und Barmherzigkeit endete. Barmherzigkeit für die Toten, die ihren Frieden finden können als Sternenfunken im All.

In der nächsten Szene konnten die Zuschauer die Schauspieler ohne Masken erleben, als sie eine hoffnungsvolle Friedensbotschaft in vielen Sprachen sangen. Der Aufmarsch der Paragrafen in Form von Zeichen und Masken symbolisierte dagegen wieder die Probleme der Flüchtlinge mit den Gesetzen in den verschiedenen Ländern.

Dann hatte noch einmal der rote Ameisenkönig Kokoro seinen Auftritt in einer spannenden Tanzperformance mit der grün gekleideten Tänzerin, die um ihn schwebte wie ein Blatt, wie ein hoffnungsfroher Keim. Die Darstellungen der beiden Profitänzerinnen Altea Teamer und Ching Yin Loh waren trotz des schwierigen Untergrunds mitreißend und stellten damit die perfekte Überleitung zur nächsten Szene der Vorstellung dar, die die Ameisenfantasiewelt verließ, und deutsche Wirklichkeit in einer weiteren Sprache abbildete – und zwar in Plattdeutsch.

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