Digitales Lernen

Weiterer Schritt beim digitalen Lernen

Der Landkreis Diepholz setzt das Sofortausstattungsprogramm des Bundes und der Länder für digitalen Unterricht um. Nach den Sommerferien werden 900 Laptops und Tablets an Schüler mit Bedarf ausgeliehen.
19.08.2020, 18:53
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sarah Essing
Weiterer Schritt beim digitalen Lernen

900 Laptops und Tablets: Thorsten Abeling (links) und Wolfram van Lessen (sitzend daneben) präsentierten die Neuanschaffung des Landkreises für Schüler.

Vasil Dinev

Mit der Anschaffung von 550 Notebooks und 350 Tablets unterstützt der Landkreis Diepholz 900 Schüler an den kreiseigenen Schulen beim digitalen Lernen. Die Geräte werden an Kinder und Jugendliche verliehen, die aus Haushalten kommen, die von der Lehrmittelbeteiligung befreit sind. Möglich sei dies durch das Sofortausstattungssprogramm des Bundes und der Länder für digital gestützten Unterricht, gibt der Erste Kreisrat Wolfram van Lessen bekannt.

„Was mich daran besonders begeistert, ist, wie schnell das ging“, sagte van Lessen am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms in der Mehrzweckhalle der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Syke. Am 10. Juli sei diese Ergänzung des Digitalpakts vom Bund und den Ländern beschlossen worden; am 14. Juli habe der Landkreis die Mitteilung erhalten. Während der Sommerferien hat der Kreisausschuss die Anschaffung der Geräte beschlossen und nun – fünf Wochen später – seien die Geräte bereits da. „Das freut mich“, sagte der Erste Kreisrat, vor allem, da die Beschaffung einer derartigen Menge nicht ganz einfach gewesen sei.

„Wir haben etliche Firmen angefragt“, berichtet Thorsten Abeling, Fachdienstleiter Bildung beim Landkreis. Viele seien jedoch nicht in der Lage gewesen, diese Menge auf einen Schlag bereitzustellen. „Ganz Deutschland sucht ja derzeit diese Geräte“, sagt Abeling mit Blick auf die Lücken in der digitalen Ausstattung von Schulen, die sich bundesweit während des Lockdowns der Schulen aufgetan haben. Auch im Landkreis. „Die Ausstattung und die Möglichkeiten sind von Schule zu Schule sehr unterschiedlich ausgeprägt“, sagt er. Das umfasse auch die unterschiedlich ausgeprägte Affinität zu digitalen Medien unter dem Lehrpersonal. „Doch da sind wir ja alle auf dem Weg“, ergänzt van Lessen und verweist auf den Medienentwicklungsplan im Landkreis. Dieser sieht vor, dass alle Klassenräume mit W-Lan und Smartboards ausgestattet werden sowie die Verstärkung der Ausbildung im Umgang mit digitalen Medien. Allerdings räumt auch er ein, dass „die Corona-Pandemie die Digitalisierung enorm beschleunigt hat.“ Das Sofortausstattungsprogramm von Bund und Ländern sei daher nur zu begrüßen.

„Ziel ist es, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler am digitalen Unterricht ohne Nachteile teilhaben können, auch wenn sie oder ihre Eltern nicht über die finanziellen Mittel für ein geeignetes Endgerät verfügen“, erklärt van Lessen die Intention dieser Anschaffung. Falls den Schulen weitere Leihgeräte zur Verfügung stehen, können diese auch weiteren Schülern bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Für den Landkreis als Schulträger sei es „besonders wichtig, dass der Großteil der Notebooks und Tablets direkt zum Schulstart nach den Sommerferien einsatzbereit ist“. Dafür ist das Schul-IT-Team unter Leitung von Steffen Nowak derzeit auch schwer im Einsatz. Unterstützt von Auszubildenden und studentischen Hilfskräften beim Landkreis werden die 900 Notebooks und Tablets derzeit mit Anwendungen, Apps und Programmen für den Unterricht sowie Sicherheitssoftware für den Gebrauch vorbereitet. Auch die Administration und Wartung bleibt wie mit den Kommunen geregelt in den Händen des Schul-IT-Teams des Landkreises. „Wir können jederzeit Fernwartungen auf den Geräten vornehmen“, so Steffen Nowak.

Welche Programme die einzelnen Schulen für den Unterricht benötigen, wurde, ebenso wie der Bedarf, bei den Schulen abgefragt, so Abeling weiter. Dabei bleiben die Geräte im Besitz des Landkreises beziehungsweise der Schulen, betont er. Beginnt – wie von Kultusminister Grant Henrik Tonne bis jetzt angekündigt – nach den Sommerferien der Präsenzunterricht für alle Schüler, bleiben die Geräte zunächst in den Schulen. Dort können sie im Unterricht genutzt werden. Erst wenn die Situation es erfordere, etwa wenn die Infektionszahlen im Landkreis wieder stark ansteigen oder ein Corona-Fall in einer Schule es erforderlich mache, eine Klasse in Quarantäne zu schicken, werden die Geräte den Schülern mit nach Hause gegeben. Dafür werde mit den Eltern ein Leihvertrag abgeschlossen, so Abeling.

Ein Thema, das derzeit noch diskutiert werde, sei dagegen die Ausstattung von Lehrern mit Endgeräten. Für sie stehen die aktuellen Fördermittel nicht zur Verfügung. Bisher müssen diese ihre eigenen Geräte nutzen. „Da befinden sich Bund und Länder gerade in Gesprächen“, weiß Abeling zu berichten. Gänzlich offen ist hingegen die Frage, wo künftig Mittel für die Ersatzbeschaffung herkommen werden. Ob diese von den Kommunen bereit gestellt werden müssen oder ob dann, wie van Lessen hofft, ein weiteres Förderprogramm aufgelegt wird.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+