Tennis

Neues Trainerduo für Barrier TC

Ellen und Stasa Dodos haben während ihrer Laufbahn als Tennistrainer etliche Stationen durchlaufen und weisen eine spannende Vita auf. Nun wollen sie beim Barrier TC den nächsten Schritt wagen.
22.04.2021, 12:07
Lesedauer: 4 Min
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Von Florian Kastens
Neues Trainerduo für Barrier TC

Gemeinsam mit seiner Frau Ellen wird Stasa Dodos ab dem 1. Mai das Tennistraining beim Barrier TC leiten.

Vasil Dinev

Die „HD Tennisschule“ übernimmt zum 1. Mai die Verantwortung für das Tennistraining im Barrier TC. Geleitet wird die Tennisschule vom Ehepaar Ellen und Stasa Dodos, die eine spannende Vita aufweisen und ihre Erfahrungen nun im BTC einbringen wollen. Seit über 40 Jahren schlägt das Sportlerherz von Stasa Dodos für Tennis. Als Fünfjähriger griff er im ehemaligen Jugoslawien erstmals zum Racket – ein logischer Schritt als Sprössling einer tennisbegeisterten Familie. „Das Talent habe ich quasi in die Wiege gelegt bekommen und mich dann schnell entwickelt“, erzählt Dodos von seinen Anfängen.

Seine Leistungen brachten ihn ins Junioren-Nationalteam und schon mit 16 Jahren lief er für die erste Herrenmannschaft in Zagreb auf. Auch durch die Unterstützung von Sponsoren wagte er 1991 den Schritt nach Süddeutschland. Ziel war es, über einen festgelegten Zeitraum Punktspiele und einige Turniere zu bestreiten. Doch zu einer Rückkehr in die Heimat kam es dann nicht mehr. „Dort war mittlerweile der Krieg ausgebrochen. Für mich gab es kein Zurück mehr. Es war nicht ganz einfach, da mir die Sponsorengelder fehlten und meine Eltern weit weg waren“, erklärt Stasa Dodos, der sich zunächst weiter in Karlsruhe durchschlug und dort auch seine Trainertätigkeit startete.

Djokovic beim Training beobachtet

Visumsbedingt ging es 1993 weiter in den hohen Norden, ein Schritt, der großen Einfluss auf das weitere Leben Dodos' haben sollte. In Cloppenburg lernte er seine heutige Frau Ellen kennen. Beide bauten sich eine gemeinsame Zukunft auf und blieben insgesamt zwölf Jahre an Ort und Stelle, ehe die nächsten Schritte folgten. So zog es sie zunächst für zwei spannende Jahre ins schweizerische Luzern, wo Dodos – mittlerweile schon im Besitz der B-Lizenz – Einblicke in die Tennisakademie von Trainerlegende Niki Pilic bekam. „Dort konnte ich mir einiges abschauen und vor allem wichtige Kontakte knüpfen. Niki Pilic hat unfassbar viele Topspieler herausgebracht und immer wieder neue Talente betreut. So konnte ich damals zum Beispiel auch immer mal wieder Novak Djokovic beim Training beobachten“, erzählt Stasa Dodos und unterstreicht, „dass ein gutes Netzwerk für Trainer enorm wichtig ist. Eine Trainerlaufbahn ist kaum von A bis Z planbar.“

Aus der Schweiz ging es für die Familie Dodos dann nach Nordrhein-Westfalen. An zwei Standorten in Minden und Bielefeld bauten sich Ellen und Stasa ihre Tennisschule auf. Vor allem die Zeit und den Standort in Minden behält Stasa Dodos in toller Erinnerung. „Über acht Jahre hatten wir beim Mindener TK eine schöne Zeit. Es hat Spaß gemacht und wir hatten ein überragendes Team“, blickt Dodos zurück. Als Spielertrainer lief er unter anderem an der Seite von Daniel Masur auf. „Daniel spielte damals an Position drei, weil vor ihm zwei starke Kroaten gemeldet waren. Daniel war für mich aber einfach ein Musterprofi, total fokussiert und einfach ein netter Kerl. Er ist heute noch ein guter Freund und wir tauschen uns häufig aus“, wählt Stasa Dodos nette Worte für den Tennisprofi, der sogar schon für Deutschland im Daviscup auflief.

Die Jahre in Minden waren aber durchaus auch herausfordernd. „Wie schon gesagt hat es enorm Spaß gemacht, aber wir haben auch einige Opfer gebracht. Wenn man mit internationalen Spielern antritt, dann ist man auch viel unterwegs. Da kam es schon mal vor, dass ich am Sonnabend nach Hannover gefahren bin, um einen Spieler vom Flughafen abzuholen, während meine Frau zeitgleich nach Dortmund reiste, um dort den nächsten Akteur einzusammeln. Spätestens am Montag ging es wieder in die andere Richtung, da die Jungs ja Turniere spielen wollten“, schmunzelt Stasa Dodos.

2017 ging es weiter nach Göttingen, wo die Tennisschule mit ihrem Konzept wiederum tolle Erfolge erzielte. „Wir haben dem Verein in vier Jahren fast 300 neue Mitglieder beschert. Auch das waren total spannende Erfahrungen mit den Mannschaften, weil der Verein ein ganz anderes Konzept fuhr, als vorher in Minden. Göttingen hat verstärkt auf die Spieler aus der eigenen Region gesetzt und es hat dennoch gut funktioniert mit einigen Teams in höherklassigen Ligen. Leider fehlte es schließlich an Platzkapazitäten, vor allem in der Halle.“

So entstanden über Florian Hartje die Kontakte zum Barrier TC. „Barrien war mir ja schon bekannt. Vor elf Jahren habe ich mal eine Punktspielsaison für den BTC an der Seite von Florian bestritten. Auch Erik Trümpler kenne ich und als Trainer sind mir natürlich auch die Talente wie Bendix Schröder und Co. nicht unbekannt. Bei vielen weiteren Vereinsmitgliedern und potenziellen Neumitgliedern sind wir zu Beginn natürlich noch auf die Unterstützung des Vorstandes angewiesen. Der Start ist unter Coronabedingungen nicht ganz leicht, aber bisher sind wir mit den Rückmeldungen zufrieden und guter Dinge, dass wir im Mai durchstarten können. In welcher Form auch immer Tennistraining dann möglich sein wird.“

Tennisbegeisterung weitergeben

Stasa Dodos hofft, die Begeisterung seiner Familie schnell übertragen zu können. Denn auch seine drei Töchter spielen Tennis. „Als Vater freut man sich natürlich, wenn auch der eigene Nachwuchs Spaß am Sport hat. Tennis ist einfach mein Leben. Ich liebe diesen Sport“, ist bei dem A-Lizenz-Inhaber die Begeisterung für die gelbe Filzkugel unüberhörbar. Diese Begeisterung möchte Stasa Dodos mit seinem Team fortan an alle Trainingsteilnehmer übertragen. Der Barrier TC beschreitet mit dem Einstieg der „HD Tennisschule“ neue Wege im Verein und gibt dem Trainingsbetrieb klarere Strukturen. Ellen und Stasa Dodos freuen sich über das entgegengebrachte Vertrauen und hoffen auf das nächste erfolgreiche Kapitel in ihrer Tennisvita.

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