„Sing Mit“ 2018

Ein Hoch auf den Chorgesang

Rosa, der Bandwettbewerb der Rotarier, setzt in diesem Jahr aus. Diese Lücke füllen die Mitglieder des Lions-Clubs mit „Sing Mit“, einem Wettbewerb für Chöre.
05.02.2018, 17:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs
Ein Hoch auf den Chorgesang

Sie grooven sich schon einmal ein: Stefan Meyer (v. l.), Ralf Stührmann, Ulrich Semrau und Wolfgang Griese.

Janina Rahn

Bruchhausen-Vilsen. Ein goldener Löwe winkt jenem Chor, der sich bei dem Wettbewerb „Sing Mit“ am 11. März beweist. Der Wanderpokal wird alle zwei Jahre vom Lions-Club Grafschaft Hoya vergeben. Fünf Chöre haben sich um eine Teilnahme am musikalischen Wettstreit beworben und in Zukunft dürfen es auch gerne mehr sein, findet Wolfgang Griese, der hinter dem Projekt steckt.

Während der Rotary-Club in Bruchhausen-Vilsen im Zwei-Jahres-Takt besonders gute Schulbands prämiert, nehmen sich die Lions seit 2014 vor allem dem Chorgesang an. Die Angebote ergänzen sich, sind die Lions überzeugt, denn die Wettbewerbe fallen nie in das selbe Jahr.

Der goldene Löwenkopf ist eine begehrte Trophäe und einen großen Teil des Begehrens macht wohl auch die Tatsache aus, dass sie ein Wanderpokal ist. „Das tut denen dann schon richtig weh“, weiß Griese über die Gefühle der Chöre zu berichten, wenn sie ihre Auszeichnung nach zwei Jahre wieder abgeben müssen.

In diesem Jahr messen sich bei dem Wettstreit nur fünf Chöre. Die Sänger des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Nienburg haben ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt. Nienburg ist trotzdem vertreten mit der Albert-Schweizer-Schule. Aus Hoya kommt eine Abordnung der Oberschule nach Bruchhausen-Vilsen, aus Sulingen und Syke kommen die Gymnasien. Erstmals bei dem Wettbewerb vertreten ist das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium aus Twistringen.

„Ich möchte da wirklich nicht mit der Jury tauschen“, betont Lions-Mitglied Stefan Meyer, denn unter der Leitung von Dirigent Ulrich Semrau, muss die aus den Chören die besten Interpreten auswählen. „Die musikalischen Beiträge sind stets von hoher Qualität“, zeigt sich der begeistert. 15 Minuten bleiben jeder Gruppe, um die Wertungsrichter von ihrem Können zu überzeugen. Dabei hält das Repertoire der Kinder und Jugendlichen einiges bereit. Klassische, aber auch moderne Klänge präsentieren sie auf der Bühne.

In der Vergangenheit hatte es sogar Musical-Beiträge gegeben, schwärmt Griese. Die vereinen das gesangliche Können mit anderen Fähigkeiten. Tanz, Sport, darstellendes Spiel und Bühnenbild – beim Musical können auch jene Mitmachen, die es mit dem Singen nicht so haben, wirbt Griese. Doch für viele Chöre sei der damit verbundene Aufwand zu groß.

Schon allein einen Chor ins Leben zu rufen und zu erhalten, sei inzwischen ein großer Akt. Denn neben Unterricht und anderen Hobbys käme die Sangeslust häufig zu kurz. „Die Naturwissenschaften haben die Nase vorn“, findet Griese. Denn Mathe und Co komme eine besonders große Bedeutung zu. „Die Kunst wird da ein wenig benachteiligt.“ Auch die Musik steht dadurch oft hinten an. Doch Instrumente zu lernen, ist unter Schülern noch sehr en vogue und wird unter anderem von der Kreismusikschule gefördert. Der Chorgesang gerate hingegen immer wieder ins Hintertreffen. Mit dem Sing-Mit-Wettbewerb solle dem etwas entgegengesetzt werden.

„Das ist nicht nur der Wettbewerb, sondern die Freude am Singen, die motiviert“, ist Griese überzeugt. Und auch wenn ein Gewinn toll ist, soll schon der Auftritt den Kindern und Jugendlichen beweisen, dass sie zu Großem im Stande sind. Dass deren Stimmen auch bei Lehrern, Eltern und anderen für Verblüffung sorgen kann, hatte Stefan Meyer vor zwei Jahren im Publikum erfahren können. Dort zeigten sich die Eltern eines Kindes überrascht von einem Solo: „Wir wussten nicht, dass unser Kind sowas kann.“

„Es ist wirklich eine ganz tolle Geschichte“, freut sich Meyer bereits auf den musikalischen Nachmittag. Um 14 Uhr beginnen die Auftritte. Nach etwa eineinhalb bis zwei Stunden, viel Musik, Pause und Stärkungen, wird der goldene Löwe an den besten Chor vergeben. Der darf dann auch gleich noch einmal vor versammelter Schar auftreten.

Der Eintrittspreis von fünf Euro wird nur für Erwachsene an der Tageskasse fällig. Die Spenden und Erlöse sollen wie in den vergangen Jahr der musikalischen Jugendarbeit in den Landkreisen Nienburg und Diepholz kommen. Zusätzlich haben die Löwen Preisgelder von 4750 Euro zu vergeben, die an die bestplatzierten Chöre gehen. Auch die fließen in musikalische Projekte. Und so hatte sich ein Chor in der Vergangenheit mit seinem Gewinn eine Stimmtrainerin geordert. „Das Geld soll nicht in irgendeiner Klassenkasse versickern“, findet Ulrich Semrau.

„Am Ende nimmt jeder etwas nach Hause“, schließt Lions-Präsident Ralf Stührmann. Denn Schüler und Publikum verlassen den Saal hoffentlich gleichermaßen erfreut.

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