Namenlose Tage

Ein Loblied im Chor

Zur 27. Auflage des Fantasy- und Spieleevents im Syker Jugendzentrum lasen Bernhard Hennen und Robert Corvus aus ihrer „Phileasson-Reihe“. Die Fantasy-Autoren begeisterten das Publikum zudem mit einer Vorschau.
30.09.2019, 10:19
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Von Sarah Essing
Ein Loblied im Chor

Robert Corvus (links) und Bernhard Hennen trafen mit ihren Wortwitz-Duellen nicht nur einmal den Humor der Gäste.

Michael Braunschädel

Syke. „Endlich sind beide zusammen da!“ Beide, das sind Bernhard Hennen und Robert Corvus, die Autoren der Fantasy-Reihe „Die Phileasson-Saga“. Einzeln waren sie bereits zu Gast bei den Namenlosen Tagen in Syke, nun gab es sie zur 27. Auflage des Spiel- und Fantasy-Events im Doppelpack. Ihre Lesung aus dem siebten Band der auf zwölf Bände angelegten Reihe bildete am Freitagabend den Auftakt. Wobei der Begriff „Lesung“ äußerst großzügig verstanden werden sollte.

Denn gelesen wurde zwar auch, doch vor allem lieferten sich die beiden Autoren ein wahres Feuerwerk an verbalen Wortwitz-Duellen – mal miteinander, mal mit dem Publikum. Der Saal im Jugendzentrum Syke war bis auf den letzten Platz belegt, auch wenn an den über 50 Tischen bereits die ersten Spielerunden im Gange waren. Matthias Müller vom Organisationsteam musste die beiden Autoren nicht groß vorstellen und überließ ihnen schnell das Feld. Die Atmosphäre war familiär-entspannt, man kannte sich. Eingefleischte Fans konnte man sogar an der passenden Kostümierung erkennen, und so kam Robert Corvus gleich zur Sache. „Wir werden euch heute nicht nur ein Buch vorstellen, sondern gleich vier. Und eines davon ist quasi eine Weltpremiere. Es erscheint erst nächstes Jahr im Frühjahr.“ Er musste nicht weiterreden, denn die Fans wussten, wovon er redet: der achte Band der Saga.

Auf diese Weise perfekt eingestimmt, begann Corvus seine Rückblende, was in den erschienenen Bänden bisher geschah. Wer eine objektive Inhaltsangabe erwartet hatte, erlebte eine Überraschung: Die beiden Autoren haben die beiden Hauptakteure der Bücher aufgeteilt. Corvus schreibt den Part des Asleif Phileasson, genannt der Foggwulf, und ganz der stolze „Papa“ ließ er es sich nicht nehmen, seinen Helden hemmungslos im besten Licht erstrahlen zu lassen. „Fotos sind erlaubt“, gab er bekannt. „Aber nur solange davor #teamfoggwulf steht.“ Ach ja, und dann gäbe es da noch den „anderen Typen“, diesen Beorn. „Den würden wir in Köln als ‚fiese Möpp’ bezeichnen“, ließ er das Publikum wissen, das derlei Seitenhiebe mit munterem Gelächter quittierte. Auch Corvus’ Schreibpartner lächelte mit. Schließlich habe Corvus das „Method Writing“ erfunden, die literarische Variante des „Method Acting“, eine Technik, bei der so tief wie möglich in den Charakter eingetaucht wird, teilte Hennen dem bestens gestimmten Publikum mit. „Ich befürchte, das wird bei Band elf oder zwölf kuriose Formen annehmen“, ließ Hennen mit einem Schmunzeln wissen, ehe die beiden dann zum Lesen kamen und die Lachmuskeln eine wohlverdiente Pause erhielten.

Nach der tatsächlichen Pause in dieser zweistündigen Lesung gab es dann die versprochene „Weltpremiere“. „Jetzt tun wir Dinge, von denen Autoren im Lektorat dringend abgeraten wird: Wir sind gemein zu Wehrlosen“, leitete Corvus diese mit einem süffisanten Grinsen ein. Das hinderte die Fans jedoch nicht daran, der ersten Passage aus dem noch nicht erschienenen Buch mit gespannter Aufmerksamkeit zu folgen.

Danach ging es in die Plauderrunde. Schlagfertig und wortgewandt beantworteten Corvus und Hennen die Fragen aus dem Publikum. Garniert mit launigen Anekdoten aus dem Schaffensprozess gaben die beiden fundierte Auskunft über ihren Alltag als Schriftsteller – von der Planung eines neuen Buches, über die Punkte an denen sich die beiden, die sich so offensichtlich gut verstehen, dann doch auch mal streiten bis hin zur Absprache mit dem Grafiker.

Zum Abschluss durfte sich das Syker Publikum in den Chor der Thorwaler einreihen und zu den Klängen der Europa-Hymne ein Loblied auf den Foggwulf singen. Das Loblied auf die beiden Autoren gab es dann anschließend. „Hoffentlich kommen die beiden noch mal zu den Namenlosen Tagen“, waren sich die Fans beim Rausgehen einig.

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