Kette "Schlecks"

Eisdiele eröffnet noch vor Berlin in Bassum

Wer hätte das nicht gerne: eine eigene Eisdiele? Der Bassumer Michael Maas hat sich diesen Kindheitstraum erfüllt, ist ab Sonntag Franchisenehmer der Kette "Schlecks".
27.03.2018, 17:07
Lesedauer: 3 Min
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Eisdiele eröffnet noch vor Berlin in Bassum
Von Micha Bustian

Erdbeeren, Salzbrezeln, Rumkugeln, Brause-Ufos, Götterspeise, salzige Erdnüsse, Marshmallows, Schokoriegel. Was das alles mit einer Eisdiele zu tun hat? Viel! Denn im "Schlecks" werden diese und viele weitere Leckereien mit Eis aus der Manufaktur Hilter im Teutoburger Wald gemischt, in einen mit Schokolade und Streuseln ausgestrichenen Waffelbecher gefüllt und verkauft. Die Gründungs-Diele steht in Osnabrück, die erste Franchise-Diele steht in Hamburg. Und Nummer drei? Ab Sonntag in Bassum. Noch vor Berlin.

Michael Maas ist Franchisenehmer und kommentiert das Ganze mit einem Augenzwinkern: "Endlich meine eigene Eisdiele." Ein Kindheitstraum. Und der soll es auch für die Kundschaft werden. Entsprechend ist der Laden eingerichtet. Bonbonfarben dominieren. Knallblau, knallrosa, knallgrün. An der Theke stehen fein säuberlich aufgereiht Gläser mit Schnökerkram. Baiser, Schokoflocken, gebrannte Mandeln, Puffreis, Giotto, diverse Schokoladenriegel. Wie früher im Tante-Emma-Laden. "Es ist auch ein Stück weit Nostalgie dabei", sagt Michael Maas.

Mit den bereits aufgezählten Süßigkeiten können sich die Kunden ihr Eis noch weiter versüßen. Denn mal ehrlich: Wer hat sich noch nie im Eis-Café darüber geärgert, dass der Sahnetupfer im übertragenen Sinne auf der kühlen Kreation fehlt? Ein Hauch Karamell-Soße auf dem Vanille-Eis beispielsweise. Oder echte Erdbeer-Stückchen im Erdbeer-Eis. Oder – zugegeben etwas extravaganter – Krümel von Salzbrezeln im Erdnuss-Eis. Geht jetzt alles. Direkt neben dem Rathaus, wo bis Ende Februar noch ein kleiner Buchladen Literatur anbot. Offizielle Eröffnung ist am Ostersonntag ab 11 Uhr, aber auch zum Street-Food-Festival am Tag davor können Interessierte schon ihre Eis-Fantasien im "Schlecks" ausleben.

Die ersten "Kunden" kamen schon in der Woche vor der Eröffnung. Eine ältere Dame beispielsweise, die extra aus Sulingen angereist war, weil sie vom Bassumer "Schlecks" bereits im Internet gelesen hatte. Zögerlich öffnete sie die Tür, während Gründervater Florian Stisser das zukünftige Personal schulte. Michael Maas zögerte keine Sekunde. "Kommen Sie rein. Ich gebe ein Eis aus", forderte er die Frau auf. Die ließ sich nicht lange bitten und nahm gleich noch einen Espresso dazu. Zwei Mütter mit Kindern folgten ihrem Beispiel und wurden ebenfalls kostenlos versorgt. Die einhellige Meinung: "Schmeckt klasse."

Michael Maas wird's gerne hören. Denn er musste Florian Stisser schon überreden, mit seiner Idee in die Lindenstadt zu kommen. Stisser hatte Vorbehalte ob der Größe Bassums, ließ sich aber überreden, nachdem er Maas vor Ort besucht hatte. "Die Menschen sind hier genauso dankbar für Neuerungen wie in einer Großstadt." Schon im Vorfeld sei die Resonanz positiv gewesen. Menschen aus Hoya, Verden, Hude und Vechta hätten bereits vor der Eröffnung einen Blick gewagt.

Seit etwa drei Wochen wird im ehemaligen Bücherladen gewerkelt. "Ich habe noch nie gesehen, dass irgendwo ein Eiscafé innerhalb von drei Wochen fertig wird", staunt Florian Stisser. Das sei ein Produkt vieler Menschen, erklärt Michael Maas. Die Stadt Bassum hätte unbürokratisch den Mietvertrag vorgelegt, das Architekturbüro 3K die Nutzungsänderung im Bebauungsplan eingetragen, Richard Hüttemeier den Innenausbau übernommen, Florian Faust für die Folierung gesorgt und das Elektro-Team Tasto das Geschäft verkabelt. Und da in einer Kleinstadt viel über Beziehungen geht, geschah dies schnell und kostengünstig.

Geschäftsführerin Dani Gerken wird allerdings so langsam unruhig. Für sie würde genug geschraubt, gewerkelt und geschult. "Ich freue mich darauf, dass es endlich losgeht", sagt sie. Sie hat vorher im Außendienst und in der Gastronomie gearbeitet, "das hier ist für mich etwas ganz Neues". Sie leitet ein Team von 14 Leuten an, etwa die Hälfte davon sind Schüler. "Schlecks ist bekannt für die familiäre Stimmung auch innerhalb der Belegschaft", erzählt Florian Stisser. Diese Stimmung soll sich auf die Kundschaft übertragen. Aufenthaltsqualität nennt Michael Maas das, "und das ist es, was hier in Bassum fehlt".

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