Fußball Elf-Tore-Wahnsinn in Okel

0:2, 5:2, 5:6 - viel verrückter kann ein Fußballspiel nicht sein. Doch: Wenn das zurückliegende Team in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter verschießt.
30.09.2019, 11:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Arne Weger

Okel. In einem wilden und denkwürdigen Bezirksliga-Spiel hat der TSV Okel mit 5:6 (2:2) gegen den TuS Lemförde verloren. Okel drehte zunächst ein 0:2, verspielte dann aber ein 5:2 noch und verschoss am Ende gar noch einen Elfmeter.

Bereits nach fünf Minuten fiel das erste Tor. Giovanni Esposito tauchte komplett allein vor dem Tor der Okeler auf und versenkte den Ball zum 0:1 (5.). „Meiner Meinung nach war das Abseits, aber wir haben nicht reklamiert und weiterhin unser Spiel gemacht“, beschrieb Okels Coach Lutz Schröder die Situation nach dem Rückstand. Sein Team war weiterhin gut in der Partie, leistete sich in der zehnten Minute allerdings ein Foul in aussichtsreicher Position für die Lemförder. Bogdan-Florian Golgot nahm sich der Sache an und verwandelte den Freistoß sehenswert im Winkel (10.).

Wer dachte, dass Okel sich geschlagen geben würde, sah sich schwer getäuscht. Richy Rabba brachte sein Team kurz vor der Pause zurück in die Spur, indem er einen Angriff zum 1:2-Anschlusstreffer vollendete (41.). Die Gäste aus Lemförde waren wohl schon mit den Köpfen in der Kabine, sodass die Okeler den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich erzielten. Marvin Zwiebler war es, der den Ball über die Linie beförderte (45.). „Mit der Halbzeit bin ich durchaus zufrieden. Wir sind unglücklich in Rückstand geraten, haben uns aber nicht beirren lassen und sind in meinen Augen klasse zurückgekommen“, lobte Schröder die Moral seiner Mannschaft im ersten Durchgang.

In der zweiten Halbzeit sollten auf beiden Seiten noch mehr Tore fallen. Zuerst drehte Okel das Spiel komplett und ging das erste Mal in der Partie in Führung. Leon Helmke traf für seine Mannschaft nach einem schönen Spielzug (56.). Nur fünf Minuten später war es Jörn Kastens, der das Leder ein weiteres Mal über die Linie der Gäste bugsierte (61.). Doch auch das 4:2 war noch längst nicht alles. Erneut war es Leon Helmke, der mit seinem Doppelpack für einen Drei-Tore-Vorsprung sorgte (62.).

Nun schien also Okel einem Sieg entgegenzusteuern. Doch es folgte der Knackpunkt des Spiels: Es war das 5:3 durch Dominic Becker. Lutz Schröder sah das als kompletten Wendepunkt: „Bis zum 5:3 haben wir spielerisch vollkommen überzeugt. Doch nach dem dritten Gegentor ist alles auf unserer Seite eingebrochen.“ Damit meinte er die letzten 20 Minuten, in denen sich das ganze Spiel wieder in die andere Richtung drehte. Zuerst erzielte Esposito mit seinem zweiten Tor des Tages das 5:4. Lediglich eine Minute später sorgte er auch noch für den 5:5-Ausgleich (77). Okel fand keine Mittel mehr gegen die Angriffe der Lemförder, die nun ihre Chance witterten. Als wäre das 5:5 nicht schon schlimm genug aus Okeler Sicht gewesen, markierte Darius-Gheorghe Uibariu in der 81. Minute gar das 5:6. Das Drama war immer noch nicht vorbei, denn Okel bekam in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter. Keeper Lucas Feldmann trat an und hätte den Wahnsinn krönen können. Doch er verschoss – es blieb beim denkwürdigen 5:6.

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