Projekt: Schüler des Syker Gymnasiums bauen einen einfachen Computer und lassen sich von Bremer Uni helfen Es geht nur um 0 und 1

Syke. Ein Computer ist ein komplexes Werk – glauben viele. Und das stimmt auch sicher, aber eigentlich funktioniert ein PC recht einfach.
27.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Es geht nur um 0 und 1
Von Markus Tönnishoff

Ein Computer ist ein

komplexes Werk – glauben viele. Und das stimmt auch sicher, aber eigentlich funktioniert ein PC recht einfach. Er arbeitet lediglich mit den Zahlen 0 und 1, dazu braucht er Prozessoren. Das weiß nun auch eine neunte Klasse des Syker Gymnasiums. Erstmals löteten die Schüler im Bereich Naturwissenschaft und Technik nun im Unterricht sogenannte Volladdierer zusammen. Das etwa handgroße Gerät ist quasi die Grundlage der Computertechnik. Und damit auch nichts schiefging, hatte man sich Hilfe von der Bremer Universität geholt.

Transistoren, Widerstände und LEDs bestimmten den Unterricht der Schüler im vergangenen Halbjahr. Und natürlich der Lötkolben, damit die Gegenstände an der richtigen Stelle ihren Platz finden und verbunden werden konnten. Bei den Schülern kam das gut an. „Es hat Spaß gemacht, man konnte aktiv werden“, so der Schüler Ben am Dienstag, als das Projekt zu Ende ging. „Am Anfang war es etwas schwer, der Anleitung für den Bau zu folgen, aber nachher wurde es leichter“, führte Ben weiter aus. Für ihn ist klar: „Ich kann mir vorstellen, später im IT-Bereich zu arbeiten.“

Auch bei der Schülerin Rieke kam das Hantieren mit Lötkolben und Transistoren gut an. „Ich bin sehr technikbegeistert, und ich finde, wir haben ein gutes Ergebnis hinbekommen“, fand sie. Zu Beginn sei die Arbeit schon eine Herausforderung gewesen, „aber wenn man es erst einmal verstanden hat, klappt es auch gut“, gab sie zu Protokoll. Und auch sie liebäugelt mit einem Beruf in der IT-Branche.

Doch auch die eine oder andere Schwierigkeit tauchte beim Arbeiten auf. „Wenn man mit der Lötung fertig war und es war ein Fehler dabei, dann war es schwer, ihn zu finden“, hatte der Schüler Jakob beobachtet. Da war es gut, das Alexander Würfel immer vor Ort war, um auf Fehlersuche gehen zu können.

Würfel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bremer Uni und baut dort seinen Doktor im Fach Elektrotechnik. Für ihn war das Arbeiten an den Volladdierern mit den Schülern ein Experiment, wie er es nannte. Ist es geglückt? „Jein. Wir werden beim nächsten Mal mehr LEDs verwenden, damit auch mal was blinkt“, sagte er. Im Großen und Ganzen hätten sich die Schüler geschickt angestellt. „Nur manche hatten Schwierigkeiten, dem Bauplan zu folgen oder richtig mit dem Lötkolben umzugehen“, erläuterte er.

Trotzdem seien die Schüler mit Eifer dabei gewesen, war dem Lehrer Ulrich Bremeier aufgefallen. „Am Gymnasium ist oft vieles verkopft, hier konnten die Schüler was mit den Händen machen.“ Heutzutage sei der Computer ja überall präsent. „Die Schüler sollten eine Idee davon bekommen, wie ein PC funktioniert. Sie sollen sehen, dass es nachvollziehbare Technik ist“, erklärte Bremeier den Hintergrund des Experimentes. Auch er habe etwas lernen können. „Durch mein Informatikstudium kannte ich die Theorie, aber die ganze Praxis war für mich neu“, sagte der Pädagoge, während Würfel mehrere Volladdierer in Reihe schaltete, sodass auch etwas komplexere Rechenprozesse möglich waren, wobei die Ergebnisse mit leuchtenden LEDs angezeigt wurden.

Schon länger arbeitet das Syker Gymnasium mit dem Institut für elektrische Antriebe, Leistungselektronik und Bauelemente der Bremer Uni zusammen, wie Bremeier und Würfel sagten. Bisher sei es um Löt-Übungen und einfache Schaltungen gegangen – und zwar in achten Klassen. Da sich das Projekt bewährt habe, sei es nun auf eine neunte Klasse ausgeweitet worden.

Die Uni erhofft sich natürlich auch etwas von dem Projekt – nämlich höhere Studentenzahlen in den Fächern Physik und Elektrotechnik. Wirft man einen Blick auf die begeisterten Neuntklässler, könnte die Rechnung aufgehen.

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