Jugendhaus Syke Fettes Projekt

Carsten Heine ist Leiter des Jugend- und Kulturzentrums in Syke. Und ein guter Handwerker. In dieser Funktion will er ein Fat-Bike zu einem E-Bike umbauen. Gemeinsam mit interessierten Jugendlichen.
16.08.2018, 14:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Dominik Albrecht

Syke. „Man kann im Grunde jedes Fahrrad zu einem E-Bike umbauen.“ Dieser Meinung ist Carsten Heine, Leiter des Jugend- und Kulturzentrums in Syke. Um das zu beweisen, möchte er jetzt mit Jugendlichen ein handelsübliches Fat-Bike mit einem elektrischen Antrieb ausstatten. Das erste Treffen ist schon für Donnerstag, 16. August, geplant, Interessierte können aber auch an den weiteren Donnerstagen noch hinzustoßen.

Erste Erfahrungen auf diesem Gebiet hat Carsten Heine mit den Jugendlichen bereits vor ein paar Jahren gesammelt. Damals wurde in mühsamer Handarbeit ein Lastenrad umgebaut, welches seitdem vom Hausmeister genutzt wird. Die E-Bike-Bemühungen schliefen daraufhin ein. Doch seit sich Carsten Heine im vergangenen Jahr selber ein E-Bike zugelegt hat, wurde das Thema für ihn aktueller denn je. Noch dazu habe er in einem Zeitungsartikel gelesen, dass immer weniger Kinder Fahrradfahren können. Eine Aussage, die er nach eigenen Erfahrungen bestätigen kann: „Wir selber haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder bei den Fahrrad-Parcours der Grundschule teilweise überhaupt keine Körperbeherrschung mehr haben.“ Und die mangelnde Körperbeherrschung könne im Straßenverkehr schließlich gefährliche Auswirkungen haben.

Um den Jugendlichen einen Eye-Catcher zu bieten, nehmen sich die Teilnehmer diesmal aber kein Lastenfahrrad zur Brust, sondern ein Fat-Bike. „Die haben in der Regel 26 Zoll große und zehn Zentimeter breite Reifen und eignen sich ideal, um daraus ein E-Bike zu machen“, beschreibt Heine. Für das nötige Wissen wird auf die Erfahrungen des vergangenen Projektes zurückgegriffen, der Rest wird mit den Jugendlichen erarbeitet. „Und so ganz zwei linke Hände habe ich ja auch nicht“, ergänzt Carsten Heine mit einem Zwinkern. Mit den Jugendlichen soll mitunter Maß genommen und geschaut werden, welche Vorkehrungen zur Verkehrssicherung getroffen werden müssen. „Dann schauen wir, welcher Motor dazu passen würde und nehmen Kontakt zu den Herstellern auf“, führt Carsten Heine weiter aus.

Der Leiter des Jugend- und Kulturzentrums hofft, mit dem Projekt vielleicht auch Nachahmer zu motivieren. „Ich möchte das Thema gerne pushen. Überall fahren die Menschen mit den stinkenden Autos, erzählen von Umweltzonen und wo man noch fahren darf und wo nicht. Dabei ist die Technik der E-Bikes schon total ausgereift, bezahlbar und praktikabel“, hält er fest. Dabei berichtet Heine auch aus Erfahrung. Mit seinem neu angeschafften E-Bike machte er im vergangenen Jahr schon Touren durch Südfrankreich und Polen, aktuell steht eine nach Südtirol an. Täglich fährt er nach eigenen Aussagen rund 45 Kilometer mit seinem E-Bike und hat insgesamt rund 3500 Kilometer zurückgelegt. Dementsprechend hofft er, dass die Gemeinden mit steigender Anzahl der Radfahrer auch mehr Geld in die Radwege investieren. „Viele Fahrradwege sind, wenn sie denn da sind, in einem katastrophalen Zustand“, gibt Heine zu Bedenken.

Aber E-Bikes sind doch eher eine Domäne für die ältere Generation, oder nicht? Dem Vorurteil hält Carsten Heine entschlossen entgegen. Als Beispiel führt er einen Jugendlichen des Jugend- und Kulturzentrums an, der einen Roller besitzt und seit Aufkommen der E-Bikes neidisch blickt. „Der war von dem Teil echt frustriert“, berichtet Heine. Ein Roller sei behäbig, schwer, teuer, koste Versicherung und man brauche einen Führerschein sowie Benzin. Ein elektrisches Rad sei im Hinblick dazu eine konsequente und kostengünstige Alternative und Weiterentwicklung. Schon lange gebe es eine regelrechte Sport-Szene mit elektronischen Mountainbikes und BMX-Rädern.

Wenn es nach Carsten Heine geht, ist das Projekt dann übrigens der Auftakt zu etwas noch Größerem. „Ich würde gerne auf unserem Außengelände neben der Skater-Anlage einen Permanent-Parcours anlegen“, wirft er einen vagen Blick in die weitere Zukunft. Darauf sollen Kinder und Jugendliche das Fahrradfahren trainieren können, wovon unter anderem auch die benachbarte Grundschule und der Kindergarten profitieren sollen. „Wir arbeiten mit der Grundschule und dem Kindergarten bezüglich Fahrradtraining zusammen. Es wäre schön, wenn etwas installiert werden würde, wo jeder jederzeit hin kann“, so Heine. Das sei momentan aber noch eine Vision.

Da sich der Kurs dynamisch entwickelt, ist laut Carsten Heine nicht absehbar, in wie viel Treffen das Bike fertig ist. Dementsprechend sei auch ein spontanes Hinzustoßen zu der Gruppe jederzeit möglich. Die Gruppe trifft sich jeden Donnerstag von 15.30 bis 18.30 Uhr in der Fahrradwerkstatt des Jugend- und Kulturzentrums. Für weitere Informationen sind die Mitarbeiter unter der Telefonnummer 0 42 42 / 22 75 erreichbar.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+