City-Galerie Syke muss wohl wieder umziehen

Finissage ohne Termin

Am Sonnabend eröffnet in der City-Galerie Syke eine weitere Ausstellung, eine Werkschau von Scarlett Fink und Ruth Cordes. Es könnte die letzte im Gebäude Bahnhofstraße 26 sein.
11.11.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Finissage ohne Termin
Von Micha Bustian
Finissage ohne Termin

Die letzte Ausstellung? Scarlett Fink (links) und Ruth Cordes müssen mit ihrer City-Galerie Syke sehr wahrscheinlich bald wieder umziehen. Doch am Sonnabend, 15. November, wird noch einmal groß eröffnet.

Udo Meissner

Am Sonnabend eröffnet in der City-Galerie Syke eine weitere Ausstellung, eine Werkschau von Scarlett Fink und Ruth Cordes. Es könnte die letzte im Gebäude Bahnhofstraße 26 sein.

Es ist das Los von Nomaden, auch von Kunstnomaden. Sie ziehen weiter. So wird es aller Wahrscheinlichkeit auch Ruth Cordes und Scarlett Fink ergehen. Nach ihrer Zwischenstation im ehemaligen Schlecker-Markt hatten sie eindreiviertel Jahre Asyl im ehemaligen Raumausstatter Lühring erhalten. Doch Uwe Schmalz, Inhaber der Immobilie Bahnhofstraße 26, scheint jetzt einen Nachmieter beziehungsweise Käufer gefunden zu haben. „Ursprünglich sollten wir Ende des Jahres raus“, erzählt Ruth Cordes.

Aktuell sei der Auszug zum 1. März geplant, „aber Herr Schmalz hat angedeutet, dass sich das noch nach hinten verschieben kann“. Eine kleine Chance bestehe sogar noch, dass es weiter geht. So oder so eine undankbare Situation für die beiden Künstlerinnen. „Aber wir wollen die Zeit noch sinnvoll nutzen“, verspricht Ruth Cordes. Das geschieht in Form einer Werkschau, die am Sonnabend, 15. November, ab 18 Uhr in der City-Galerie Syke eröffnet wird.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Scarlett Fink und Ruth Cordes sind Uwe Schmalz herzlich dankbar. Sein Entgegenkommen sei „ein großer Beitrag für die Kunst“, wie es Scarlett Fink nennt. Schmalz verlange nicht nur keine Miete, sondern habe ja auch noch Kosten durch die Immobilie. „Für uns ist das toll.“

Zum Abschluss wollen es die beiden Kunstnomadinnen noch einmal krachen lassen. „Eine runde Sache“, verspricht Ruth Cordes für den kommenden Sonnabend. „Gute Musik, ein interessanter Laudator, viel Kunst.“

Starten wir mit der Kunst. Werkschau, das bedeutet die Ausstellung von Werken aus dem gesamten künstlerischen Schaffen. Wobei das bei Scarlett Fink nur bedingt gilt. „Meine frühen Werke habe ich nicht mehr.“ Einige davon würden sogar in Kalifornien und in Südamerika hängen, betont die gebürtige Kolumbianerin nicht ohne Stolz. Von Ruth Cordes indes gibt es durchaus noch Frühwerke.

Beide Künstlerinnen bewegen sich mit ihren Werken nach eigenen Angaben im Realismus – Fink auf eher surreale Weise, Cordes mit einem Hauch Impressionismus. „Das ist superschwierig zusammenzubekommen“, sagt Ruth Cordes. Warum, das erklärt Scarlett Fink: „Das kann ins Kitschige rutschen, aber das will hier keiner. Wir wollen Harmonie und Spannung.“ Der geneigte Ausstellungsbesucher kann ab Sonnabend schauen, ob es funktioniert hat.

Für die Einführung sorgt am Abend des 15. November der Fotograf und Galerist Ingolf Heinemann aus Bordenau. Ruth Cordes gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie von ihm spricht: „Er bricht eine Lanze für die Kunst und reißt seine Zuhörer leidenschaftlich mit.“ Auch auf den Musiker Nils Wittrock (Hannover) und seine Gitarre freut sie sich. „Ein wunderbarer klassischer Gitarrist.“ In der City-Galerie soll er mit spanischen Klängen unterhalten.

Ein bisschen Melancholie schwingt mit in den Worten der beiden Kunstnomadinnen. „Natürlich hätten wir beide gerne etwas Verlässliches“, sagt Ruth Cordes. Und Scarlett Fink fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Ein Gönner wäre toll.“ Nun ja, komplett ausgeschlossen ist eine Verlängerung in der Bahnhofstraße 26 ja nun auch nicht. Das ist auch der Grund, warum sich die beiden Frauen für die Finissage noch keinen Termin gesetzt haben . . .

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