Nach acht Jahren Arbeit ist die Wachendorfer Chronik nun fertig und wird im Dorfgemeinschaftshaus vorgestellt Forschen, sammeln, fragen und schreiben

Syke-Wachendorf. Sie wiegt 1900 Kilogramm, hat 400 Seiten und lockte am Sonnabend bei ihrer Vorstellung fast das ganze Dorf ins Dorfgemeinschaftshaus: Die Chronik von Wachendorf ist fertig und wurde dort der Öffentlichkeit präsentiert. „Wir hatten mit 100 Besuchern gerechnet, aber jetzt sind es viel mehr geworden“, freute sich der Bürgervereinsvorsitzende Manfred Rinas über den großen Andrang.
21.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dorit Schlemermeyer

Sie wiegt 1900 Kilogramm, hat 400 Seiten und lockte am Sonnabend bei ihrer Vorstellung fast das ganze Dorf ins Dorfgemeinschaftshaus: Die Chronik von Wachendorf ist fertig und wurde dort der Öffentlichkeit präsentiert. „Wir hatten mit 100 Besuchern gerechnet, aber jetzt sind es viel mehr geworden“, freute sich der Bürgervereinsvorsitzende Manfred Rinas über den großen Andrang. Flugs wurden noch mehr Tische und Stühle in den Raum gebracht, und dann konnte es losgehen. Für seine Begrüßung hatte Rinas passenderweise Zeilen von Emo Lenz über einen Chronisten parat: „Er forscht und sammelt ganz beflissen, ordnet alles mit Gewissen, ist fasziniert und fest gefangen von allem, was schon längst vergangen.“ Und am Ende des Gedichts hieß es: „Was man erfährt aus seinem Munde, ist höchst verbürgte Heimatkunde“.

Damit hatte er zutreffend die Arbeit beschrieben, die die Arbeitsgruppe Chronik in den vergangenen acht Jahren geleistet hat. Ortsbürgermeister Jochen Harries verglich den Andrang gar mit dem Trubel um den neuen Star Wars-Film. Er dankte den fleißigen Chronisten des Bürgervereins. Dieser hatte sozusagen keine Kosten und Mühen gescheut, um der Präsentation einen würdigen Rahmen zu geben. So wurde neben der Beamerpräsentation von Bildern aus der Chronik auch noch ein kulturelles Rahmenprogramm mit Gesang und einem Sketch geboten.

Aber vorerst gab es für die Gäste noch weitere Informationen zur Entstehung von Chronist Werner Köhler, der die Chronik als sein Baby bezeichnete, das immerhin 1900 Gramm wiege und fast neun Jahre in Anspruch genommen habe. Elf Engagierte hätten 2007 mit den Arbeiten zur Chronik im Kindergarten begonnen, dann mussten etliche sie wieder einstellen wegen beruflicher Verpflichtungen, und zwei seien gar mittlerweile verstorben. Übrig geblieben sind Köhler selbst, Manfred Hänjes, Hubert Schulten und Käthe Bobrink.

Sie alle waren am Sonnabendnachmittag dabei und präsentierten Vorträge mit Auszügen aus der Chronik, etwa die Geschichte der Schule nebst ihrer ehemaligen Schulmeister. Deren Leben sei sozusagen das Leben der anderen gewesen, kommentierte der ehemalige Schulleiter Hubert Schulten.

Passend zu diesem Thema hatten vier Kinder einen plattdeutschen Sketch eingeübt, der die Zeugnisausgabe zum Inhalt hatte und für viel Gelächter sorgte, denn am Schluss war es nicht das Zeugnis des missratenen Sprösslings, das schlecht war, sondern dieser hatte das des Vaters präsentiert. Für weitere gute Laune sorgten die Sänger von Sixpack mit den Liedern: „Dat Du mien Leevsten büst“ und „Ik wull ick weer noch kleen Johann“ sowie mit weiteren Liedern.

Dann war erst einmal Pause, und die Gäste konnten die Gelegenheit nutzen, die Chronik zu erwerben – und taten dies auch. So lag dann auf vielen Tischen das dicke Buch mit dem schönen Foto des Dorffindlings umgeben von rosa Teerosen. 250 habe der Bürgerverein bis zum Sonnabend schon verkauft, ließ der Kassierer Johann Meyer wissen und machte sich auch keine Sorgen um den Verkauf der restlichen 150, während sich die Chronisten Käthe Bobrink und Hubert Schulten auf ihre Vorträge vorbereiteten.

Spannend seien vor allem die Gespräche mit Zeitzeugen gewesen, man habe viel erfahren und sei froh, dieses Wissen gesichert zu haben, waren sich die beiden einig und hatten selbst auch Überraschendes erfahren: „Ich habe beispielsweise nicht gewusst, dass es hier einen kleinen Bach gibt, den Rönkenbach“, erzählte Bobrink, und Schulten fand die Entdeckung der Motte spannend: „Wer hätte schon vermutet, dass sich unter diesem unscheinbaren Hügel mal eine Ritterburg befunden hat“?, so der ehemalige Schulleiter, der ein Kapitel auch der Schulzeit im Dritten Reich gewidmet hat.

Viel Geschichte und Geschichten sind also in der Chronik zu finden, die auch noch genau rechtzeitig zu Weihnachten erschienen ist. Wer sie am Sonnabendnachmittag verpasst hatte, konnte sie auch noch am nächsten Tag im DGH erwerben. Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte, das Werk zu kaufen, der kann es bei Werner Köhler unter der Telefonnummer 0 42 40 /4 01 und bei Hans-Hermann Lindhorst unter der Nummer 0 42 40 / 15 48 machen. Auch in den Geschäftsstellen der Kreissparkasse und bei der Volksbank in Heiligenfelde ist die Wachendorfer Chronik zu bekommen.

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